Thema · Arbeitsschutz
KITA Basis-Unterweisung: Rechtssicher & Praxisnah für Erzieher*innen
Rechtssicher · Barrierefrei · Mit Zertifikat
Steckbrief
- Dauer
- ca. 29 Minuten, jederzeit unterbrechbar
- Bereiche
- Arbeitsschutz · Kita, Schule, Hort · Pädagogisch
- Rechtsgrundlage
- DGUV Information 202-093 - Die Jüngsten in Kindertageseinrichtungen sicher bilden und betreuen; DGUV Regel 102-602 - Branche Kindertageseinrichtung
- Nachweis
- Zertifikat automatisch als PDF
- Sprachen
- Deutsch, Englisch, Französisch und weitere
- Kennung
- UWC-Nr. 7102
Ihre Vorteile
Warum Unterweisungscenter?
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Rechtssicher
ArbSchG-konform
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DE, EN, FR u. a.
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Zertifikat
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WCAG 2.2 AA
Auf dieser Seite
Abschnitt 1
Rechtliche Grundlagen
Die KITA Basis-Unterweisung fußt auf mehreren verbindlichen Rechtsquellen:
- Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) §12: Verpflichtet Arbeitgeber, Mitarbeitende bei Arbeitsantritt und danach regelmäßig über Gefährdungen und Schutzmaßnahmen zu unterweisen.
- ArbSchG §5: Arbeitgeber müssen eine Gefährdungsbeurteilung durchführen und daraus notwendige Unterweisungen ableiten.
- DGUV Vorschrift 1 „Grundsätze der Prävention“: Schreibt die unternehmerische Organisation der Sicherheit und die erfolgskontrolle von Unterweisungen vor.
- DGUV Vorschrift 2 „Unfallverhütungsvorschriften und Richtlinien“: Benennt konkrete Unfallgefahren und Schutzziele für pädagogische Einrichtungen.
- BetrSichV (Betriebssicherheitsverordnung) §3 bis §10: Regelt die Sicherheit von Arbeitsmitteln, Spielgeräten und Einrichtungsgegenständen.
- BioStoffV (Biostoffverordnung) §8: Fordert Unterweisung bei Umgang mit biologischen Arbeitsstoffen (z. B. Viren, Bakterien in Kita-Alltag).
Zugrunde liegende Regelwerke
- DGUV Information 202-093 - Die Jüngsten in Kindertageseinrichtungen sicher bilden und betreuen · Ausgabe 2023.09
- DGUV Regel 102-602 - Branche Kindertageseinrichtung · Ausgabe 2019.07
- DGUV Vorschrift 82 - Kindertageseinrichtungen · Ausgabe 2007.05
Die Verweise führen zur jeweils herausgebenden Stelle.
Abschnitt 2
Pflichten des Arbeitgebers
Was Arbeitgeber konkret tun müssen
Träger von Kindertagesstätten haben nach ArbSchG §12 Abs. 1 die Pflicht, ihre Mitarbeitenden vor Aufnahme der Tätigkeit und mindestens jährlich zu unterweisen. Dabei müssen sie:
- Gefährdungsbeurteilung nach ArbSchG §5 erstellen und dokumentieren
- Unterweisungskonzept entwickeln, das auf die konkreten Tätigkeiten in der Kita zugeschnitten ist
- Unterweisung nachweisbar machen – idealerweise durch Teilnahmebestätigung mit Inhaltsangaben
- Verständnis kontrollieren, z. B. durch kurze Wissensabfragen oder praktische Übungen
- Nachträgliche Schulungen anordnen, wenn neue Gefährdungen (z. B. neue Spielgeräte) hinzukommen
- Dokumente 10 Jahre aufbewahren, damit sie im Prüffall (z. B. Berufsgenossenschaft) vorgelegt werden können
Verstöße können zu Bußgeldern bis 30.000 € führen und im Schadensfall die Haftung des Trägers auslösen.
Abschnitt 3
Inhalte der Unterweisung
Praxisrelevante Inhalte der KITA Basis-Unterweisung
Die Schulung gliedert sich in sieben Module, die den täglichen Alltag in Kitas abdecken:
1. Hygiene & Infektionsschutz
- Handhygiene: 5-Momente-Regel nach WHO, richtige Desinfektionstechnik
- Flächendesinfektion: Anwendung bei Norovirus, RS-Virus, Influenza
- Schutzkleidung: richtige Handschuhe, Mund-Nasen-Schutz bei Erkältungswellen
- Abfallentsorgung: Trennung von Restmüll, Bioabfall und Sonderabfall (Windeln)
- Praxisbeispiel: Ablaufplan für Ausschluss nach Infektion (z. B. Ringelröteln)
2. Ergonomie & körperliche Belastung
- Heben & Tragen: Technik beim Hochheben von Kindern aus Gruppenbettchen
- Hilfsmittel: Tragetücher, Sitzerhöhungen für Wickeltische, Rückenlehnen
- Arbeitsplatzgestaltung: richtige Höhe von Wickeltischen, verstellbare Stühle
- Praxisbeispiel: Checkliste „Rückenfreundliche Gruppenräume“
3. Unfallverhütung & Spielplatzsicherheit
- Spielgeräte-Check: tägliche Sichtkontrolle nach DGUV Vorschrift 2
- Sturz- und Quetschzonen: Erkennen und Abstellen von Gefahren (z. B. Gaps in Klettergerüsten)
- Verkehrserziehung: sicheres Überqueren der Straße auf Ausflügen
- Praxisbeispiel: Unfallbericht nach DGUV Vorschrift 1
4. Psychische Belastungen & Konfliktlösung
- Stressfaktoren: Lärmbelastung, Elternkonflikte, Personalmangel
- Gewaltprävention: Umgang mit herausforderndem Verhalten
- Teamkommunikation: klare Absprachen bei Hierarchiefragen
- Praxisbeispiel: Eskalationsmodell bei verbalen Elternattacken
5. Brandschutz & Notfallmanagement
- Feuerwehrpläne: Fluchtwege, Sammelplätze im Außenbereich Brandklassen: richtiger Umgang mit Fettbrand in der Küche, Löschdecke
- Notfallrufe: 112 vs. 110, Notruf-App „E-notfall“
- Praxisbeispiel: Evakuierungsübung mit 25 Kindern in 3 Minuten
6. Arbeitsmittel & Chemikalien
- Reinigungsmittel: Sicherheitsdatenblätter verstehen, Hautschutzplan
- Poolreinigung: Chlor und pH-Wert kontrollieren
- Küchengeräte: sicherer Umgang mit Dampfgarer und Schneidemaschine
- Praxisbeispiel: Erste-Hilfe-Maßnahmen bei Reinigungsmittel-Kontakt
7. Datenschutz & Dokumentation
- Kinderfotos: Einverständnis der Eltern, Cloud-Überlegungen
- Verdachtsfälle: Meldepflicht bei Kindeswohlgefährdung
- Praxisbeispiel: Checkliste „Datenschutz-taugliche Eltern-App“
Abschnitt 4
Gefährdungen & Schutzmaßnahmen
Typische Gefährdungen und das TOP-Prinzip
Die häufigsten Gefährdungen in Kitas lassen sich nach dem TOP-Prinzip (Technisch – Organisatorisch – Persönlich) reduzieren:
- Technisch:
- Spielgeräte ohne Prüfsiegel → Austausch durch GS-geprüfte Modelle
- Fehlende Haltegriffe in Sanitärräumen → Nachrüsten von Haltegriffen
- Organisatorisch:
- Überlastung durch Personalmangel → Personalschlüssel gemäß Kita-Gesetz einhalten
- Staus auf Fluchtwegen → wöchentliche Kontrolle durch Sicherheitsbeauftragte
- Persönlich:
- Unzureichende Impfung (z. B. Keuchhusten) → kostenlose Impfung anbieten
- Falsches Heben → Schulung durch Physiotherapeut*innen
Nach DGUV Vorschrift 1 muss jede erkannte Gefährdung innerhalb von 30 Tagen beseitigt oder zumindest gemindert werden – dokumentiert im Sicherheitsplan.
Abschnitt 5
Zielgruppen & Branchen
- Erzieher*innen in kommunalen und freien Kitas
- Hortbetreuungskräfte in Grundschulhäfen
- Kinderpfleger*innen in Tagesstätten
- Praktikant*innen und FSJ-Kräfte – auch hier Unterweisungspflicht!
- Küchen- und Reinigungspersonal in pädagogischen Einrichtungen
Besonderheit: Aushilfs- und Leihkräfte müssen – auch wenn sie nur wenige Stunden arbeiten – vor Arbeitsantritt unterwiesen werden (ArbSchG §12).
Abschnitt 6
Intervalle & Dokumentation
Turnus & Nachweis
- Erstunterweisung: spätestens am ersten Arbeitstag (ArbSchG §12)
- Folgeunterweisungen: mindestens jährlich; bei neuen Gefährdungen sofort (z. B. neues Klettergerüst)
- Dokumentation: Teilnahmebestätigung mit Inhalten, Ort, Datum, Unterschrift
- Aufbewahrungsfrist: 10 Jahre ab Erstellung (DGUV Vorschrift 1)
- Verdacht auf Unverständnis: sofortige Nachschulung und erneute Dokumentation
Digital erstellte Nachweise sind zulässig, wenn sie manipulationssicher gespeichert werden (z. B. PDF mit qualifizierter Signatur).
In der Praxis
Was Verantwortliche wissen müssen
Checkliste
Das sollten Sie prüfen
- Gefährdungsbeurteilung für Kita-Standort vorliegend und aktuell?
- Alle Mitarbeitenden (auch Aushilfen) vor Arbeitsantritt unterwiesen?
- Unterweisungsinhalte an spezifische Tätigkeiten angepasst?
- Teilnahmebestätigungen mit Inhalten und Datum unterschrieben?
- Evakuierungsplan aktuell und allen bekannt?
- Erste-Hilfe-Koffer vollständig und nicht abgelaufen?
- Sicherheitsdatenblätter für alle Reinigungsmittel greifbar?
- Spielplatz-Inspektionsprotokoll täglich geführt?
Häufige Fehler
Das geht oft schief
- Nur „PowerPoint-Vortrag“Reine Frontalunterweisung ohne praktische Übungen (z. B. Handwasch-Training) wird von Behörden als unzureichend gewertet.
- Aushilfskräfte vergessenLeiharbeitskräfte, die nur einmal pro Woche einspringen, werden nicht unterwiesen – Bußgeld bis 30.000 € möglich.
- Keine GefährdungsbeurteilungOhne fundierte Beurteilung fehlt die Grundlage, was genau unterwiesen werden muss. Folge: Nachweis wird verworfen.
- Dokumentation unvollständigTeilnahmebestätigungen ohne detaillierte Inhaltsangaben gelten laut Gerichtsurteilen nicht als Nachweis.
- Keine FolgeschulungenNach Unfällen oder neuen Spielgeräten wird nicht nachgeschult – Verstoß gegen ArbSchG §12 Abs. 3.
Sonderfälle
Das gilt zusätzlich
- Schwangere und stillende Mitarbeitende
Bei ihnen gelten verschärfte Schutzmaßnahmen nach Mutterschutzgesetz §10. Beispiele:
- Kein Kontakt mit chemischen Reinigungsmitteln (z. B. Chlor)
- Befreiung von Außeneinsätzen bei Schneewetter
- Kurzzeitige Umschichtung bei Infektionswellen (z. B. Norovirus)
- Jugendliche in Ausbildung Sie benötigen nach JArbSchG §16 eine zusätzliche Unterweisung zum Jugendarbeitsschutz: maximale Arbeitszeit, Ruhepausen-, Nachtarbeitsverbote.
Häufige Fragen
Fragen zur Unterweisung KITA Basis-Unterweisung
Wer muss alles an der KITA Basis-Unterweisung teilnehmen?
Kann die Unterweisung digital durchgeführt werden?
Was passiert bei einem Unfall ohne gültige Unterweisung?
Wie lange dauert die KITA Basis-Unterweisung?
Müssen Eltern über Inhalte informiert werden?
Wer führt die Unterweisung durch?
Kann ich die Unterweisung outsourcen?
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