⚖️ Rechtliche Grundlagen
Gesetzliche Grundlagen im Überblick
Die rechtlichen Anforderungen an Schweigepflicht und Datenschutz in der Jugendhilfe sind umfassend. Sie ergeben sich aus mehreren Rechtsquellen, die parallel gelten.
Strafgesetzbuch: § 203 Strafgesetzbuch regelt die Verletzung von Privatgeheimnissen. Diese Vorschrift gilt auch für Sozialarbeitende, Erzieher und sozialpädagogische Fachkräfte. Verstöße sind Straftaten.
Sozialgesetzbuch Achtes Buch (SGB VIII): § 61 SGB VIII bis § 68 SGB VIII regeln den Sozialdatenschutz in der Kinder- und Jugendhilfe. § 65 SGB VIII schützt anvertraute Daten besonders. § 8a SGB VIII verpflichtet zur Beachtung des Schutzauftrags bei Kindeswohlgefährdung. § 72a SGB VIII regelt die Tätigkeitsausschlüsse einschlägig vorbestrafter Personen.
Sozialgesetzbuch Zehntes Buch (SGB X): §§ 67 ff. SGB X enthalten allgemeine Regeln zum Sozialgeheimnis und zur Datenverarbeitung.
Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO): Die Verordnung (EU) 2016/679 regelt die Verarbeitung personenbezogener Daten europaweit. Artikel 5 DSGVO definiert Grundsätze. Artikel 9 DSGVO schützt besondere Datenkategorien.
Bundesdatenschutzgesetz (BDSG): Das Gesetz konkretisiert die DSGVO national. § 26 BDSG regelt den Beschäftigtendatenschutz.
Bundeskinderschutzgesetz (BKiSchG): Es stärkt den präventiven Kinderschutz. § 4 KKG regelt die Befugnisnorm für Berufsgeheimnisträger.
Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG): § 12 Arbeitsschutzgesetz verpflichtet Arbeitgeber zur regelmäßigen Unterweisung. Die Landeskinderbildungsgesetze ergänzen diese Anforderungen je nach Bundesland.