Die Unterweisung „Pneumatische Anlagen (Bauhof)“ gliedert sich in sieben Module, die direkt auf den Arbeitsalltag zugeschnitten sind:
1. Grundlagen pneumatischer Systeme
Funktionsweise von Drucklufterzeugern (Kolben-, Schrauben- und Membranverdichter), Druckluftnetz (Leitungen, Wasserabscheider), Werkzeuge (Meißelhammer, Schlagschrauber, Lackierspritzpistolen). Kennzeichnung von Arbeits- und Steuerdruck.
2. Rechtliche Rahmenbedingungen im Bauhof
Kurzer Abriss der relevanten Gesetze (ArbSchG § 12, BetrSichV § 10) sowie der DGUV Regeln. Die Teilnehmer lernen, warum die Unterweisung nicht „freiwillig“ ist, sondern Führungskraftpflicht.
3. Konkrete Gefährdungen und Unfallgeschehen
Realitätsnahe Beispiele aus Bauhöfen: Hautembolie durch Druckluftspritzer, Augenverletzung durch herumfliegende Metallspäne, Gehörschaden durch 110 dB(A) Druckluftmeißel, Rohrbruch mit Schlangeleitung. Diskussion möglicher Folgen und Kosten.
4. Technische Schutzeinrichtungen
Wirkweise von Druckbegrenzungsventilen, Rückschlag- und Absperrventilen, automatischen Kondensatableitern und Not-AUS-Einrichtungen. Übung: Teilnehmer identifizieren diese Bauteile am vorhandenen Kompressor.
5. Persönliche Schutzausrüstung (PSA) richtig gewählt
Gehörschutz (SNR-Wert richtig deuten), Augenschutz (Kennzeichnung „F“ für Fremdkörper), ggf. Vibrations- oder Handschutz. Praxisübung: richtiges Anlegen und Sichtkontrolle der Dichtigkeit.
6. Sicherer Arbeitsablauf – TOP-Prinzip
Technische Maßnahmen: Anlage vorab prüfen, Druck korrekt einstellen, Leitungen frei von Knicke.
Organisatorische Maßnahmen: Freimeldung der Arbeitsstelle, Kennzeichnung von Druckluft-Querungen.
Persönliche Maßnahmen: PSA tragen, Warnweste anlegen, Handzeichen vereinbaren.
7. Erste Hilfe bei Druckluftunfällen
Vorgehen bei Hautembolie: sofortige Druckentlastung, Wundversorgung, Arztbeschleunigung. Erste-Hilfe-Übung mit Übungspuppe und realitätsnahem Notfallplan.