Thema · Arbeitsschutz
Unterweisung Gefahrstoffgefährdung: Stäube – Rechtssicher arbeiten im Bauhof
Rechtssicher · Barrierefrei · Mit Zertifikat
Steckbrief
- Dauer
- ca. 10 Minuten, jederzeit unterbrechbar
- Bereiche
- Arbeitsschutz · Bauhof · Gefahrstoffe, Stoffe
- Rechtsgrundlage
- DGUV Information 201-012 - „Emissionsarme Verfahren nach TRGS 519 für Tätigkeiten an asbesthaltigen Materialien; DGUV Information 202-078 - Holzstaub - Umgang und Vermeidung
- Nachweis
- Zertifikat automatisch als PDF
- Sprachen
- Deutsch, Englisch, Französisch und weitere
- Kennung
- UWC-Nr. 7058
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Auf dieser Seite
Abschnitt 1
Rechtliche Grundlagen
Zugrunde liegende Regelwerke
- DGUV Information 201-012 - „Emissionsarme Verfahren nach TRGS 519 für Tätigkeiten an asbesthaltigen Materialien · Ausgabe 2021.07
- DGUV Information 202-078 - Holzstaub - Umgang und Vermeidung · Ausgabe 2023.01
- DGUV Information 209-095 - Quarzhaltiger Staub in der Gießerei-Industrie – Branchenlösungen gemäß TRGS 559 · Ausgabe 2023.03
Die Verweise führen zur jeweils herausgebenden Stelle.
Abschnitt 2
Pflichten des Arbeitgebers
- Ermittlung der MAK-/TRGS-Werte für Holz-, Quarz-, Metall- und Asbeststaub
- Messung oder Schätzung der tatsächlichen Staubkonzentration
- Festlegung der erforderlichen Schutzmaßnahmen und PSA
Abschnitt 3
Inhalte der Unterweisung
- Holzstaub: Er entsteht beim Sägen, Hobeln und Schleifen von Nadel- und Laubhölzern. Laut TRGS 905 gelten für Holzstaub ein allgemeiner Arbeitsplatzgrenzwert von 2 mg/m³ (alveolengängiger Anteil). Besonders krebsauslösend: Eiche- und Buchenholzstaub, der seit 2022 als krebserregend (Kategorie 1B) eingestuft ist.
- Quarzstaub: Entsteht beim Betonschneiden, Asphaltfräsen und Natursteinbearbeitung. Der MAK-Wert liegt bei 0,075 mg/m³ (alveolengängiger Anteil). Quarz gehört zur Substanzgruppe IARC 1 „krebserregend beim Menschen“.
- Metallstaub: Eisen-, Aluminium- und Edelstahlspäne – besonders gefährlich bei Schweiß- und Schleifarbeiten. Viele Metalloxide sind lungen- und krebsauslösend; Einstufung erfolgt über TRGS 900.
- Asbeststaub: Noch immer in Altbeständen (Dämmplatten, Rohrisolierungen) zu finden. Asbestfasern können Jahrzehnte später zu Asbestose, Lungenkrebs und Mesotheliom führen. Die Aufnahme ist vollständig zu vermeiden (technische Richtkonzentration 0,0001 Fasern/cm³).
2. Gesundheitliche Auswirkungen
- Atemwegserkrankungen: Asthma, chronische Bronchitis, Silikose
- Krebs: Lungenkrebs bei Quarz- und Holzstaub (Laubhölzer), Mesotheliom bei Asbest
- Allergien: Holzstauballergien (besonders bei Tropenhölzern)
- Vergiftungen: Metallstaub (z. B. Beryllium, Nickel) kann systemische Toxikose auslösen
3. Schutzmaßnahmen nach TOP-Prinzip
- Technik: Absauganlagen (HEPA-Filter), NASS-Technik beim Betonschneiden, Ex-Schutz bei Metallbearbeitung
- Organisation: Arbeitsplatzlüftung, Umkehr der Arbeitsrichtung (Wind), räumliche Trennung
- PSA: FFP2/FFP3-Masken (DIN EN 149), Atemluftunabhängige Atemschutzgeräte bei Asbest, eng anliegende Schutzbrille
4. Verhaltensregeln
- Vor Beginn der Arbeit: PSA anlegen, Geräte prüfen (Filter, Dichtungen)
- Während der Arbeit: regelmäßige Kurzpausen, Trinken vermeiden (Staubeinschleppung), konsequenter Gebrauch der Absaugung
- Nach der Arbeit: Kleidung wechseln, gründliches Händewaschen, PSA pflegen und reinigen
5. Praxisbeispiel „Bauhof Winterdienst“ Beim Umgang mit gestreuten Splitmaterialien während der Räumarbeiten entsteht quarzhaltiger Straßenstaub. Die Unterweisung zeigt, wie durch Einsatz eines Industriesaugers mit HEPA-Filter und Tragen einer FFP2-Maske die Exposition deutlich reduziert wird.
Abschnitt 4
Gefährdungen & Schutzmaßnahmen
Abschnitt 5
Zielgruppen & Branchen
Abschnitt 6
Intervalle & Dokumentation
In der Praxis
Was Verantwortliche wissen müssen
Checkliste
Das sollten Sie prüfen
- FFP-Maske korrekt angelegt (Dichtigkeitsprüfung durchgeführt)?
- Absauganlage eingeschaltet und Filterwechseldatum kontrolliert?
- Arbeitsbereich vorab gereinigt (keine Staubablagerungen)?
- Quarz- oder Asbestarbeiten vorab gemeldet (Gefährdungsbeurteilung)?
- PSA richtig gelagert und keine Beschädigungen erkennbar?
- Arbeitskleidung getauscht – keine private Kleidung im Staubbereich?
- Atemschutzgeräte gewartet und Atemfilter noch gültig?
- Mitarbeiter wissen, was bei Notfall zu tun ist (Notaus, Erste Hilfe)?
Häufige Fehler
Das geht oft schief
- Falscher AtemschutzFFP1-Masken statt FFP2/3 bei Holz- und Quarzstaub verwendet – führt zu Gesundheitsrisiko und Ordnungswidrigkeit.
2. Fehlende Gefährdungsbeurteilung: Neue Maschine angeschafft, aber keine neue Beurteilung erstellt – Bußgeld nach ArbSchG § 25 bis 30.000 €.
3. Unterweisung vergessen: Saisonarbeiter nur mündlich informiert – Dokumentationslücke, Versicherung verweigert Leistung bei Berufskrankheit.
4. Staub in Werkstatt abgelagert: Keine regelmäßige Reinigung, erhöht Brandlast und Explosionsgefahr.
5. PSA nicht gewartet: Atemfilter verschlissen, Maskendichtung porös – Schutzleistung sinkt auf Null.
Sonderfälle
Das gilt zusätzlich
- Jugendliche und Auszubildende Längere Unterweisung (mind. 60 Minuten), verständlichere Sprache, Betonung auf gesundheitliche Langzeitfolgen.
Schwangere und Stillende – Besondere Gefährdungsbeurteilung (Mutterschutzgesetz), ggf. Tätigkeitsverbot bei Asbest.
Mitarbeiter mit Vorerkrankungen – Asthmatiker, Allergiker – arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchung nach DGUV Vorschrift 2.
Häufige Fragen
Fragen zur Unterweisung Gefahrstoffgefährdung: Stäube
Welche Masken brauchen meine Mitarbeiter beim Umgang mit Holzstaub?
Bei Laubhölzern mindestens FFP2-Maske, bei Eiche und Buche FFP3. Filter müssen den Partikeln entsprechen und dürfen keine Ausatemsventile haben, wenn weitere Gefahr durch Ausatemluft besteht.
Wie oft muss ich die Gefährdungsbeurteilung wiederholen?
Grundsätzlich bei jeder wesentlichen Änderung der Tätigkeit oder Technik, mindestens aber einmal jährlich überprüfen und ggf. aktualisieren (DGUV Vorschrift 1).
Dürfen Azubis an Asbestarbeiten teilnehmen?
Nein. Jugendliche unter 18 Jahren dürfen nach Jugendarbeitsschutzgesetz § 22 Abs. 1 keine Asbestarbeiten durchführen.
Muss ich eine Schutzkleidung bereitstellen, wenn Mitarbeiter nur kurz Holz sägen?
Ja. Bereits bei krebserregenden Stäuben wie Eiche/Buche ist PSA vorgeschrieben, unabhängig von der Dauer der Exposition.
Wo dokumentiere ich die Unterweisung?
In der Unterweisungsliste, die Mitarbeiter handschriftlich unterschreiben. Als Nachweis bei Prüfungen oder Berufskrankheiten.
Gibt es eine App für die Dokumentation?
Ja, viele Betriebe nutzen digitale Werkzeuge, die die händische Unterschrift ermöglichen und automatisch Fristen erinnern. Die Unterschrift bleibt jedoch zwingend erforderlich.
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