Thema · Arbeitsschutz
Gefahrstoff-Unterweisung: Rechtssichere Schulung für Mitarbeiter & Laborpersonal
Rechtssicher · Barrierefrei · Mit Zertifikat
Steckbrief
- Dauer
- ca. 14 Minuten, jederzeit unterbrechbar
- Bereiche
- Arbeitsschutz · Bäderbetrieb · Bauhof · Gefahrstoffe, Stoffe · Gesundheitswesen, Pflege · Hygiene · Produktion · Wasserwirtschaft, Kläranlage
- Rechtsgrundlage
- DGUV Information 213-034 - GHS-Global Harmonisiertes System zur Einstufung und Kennzeichnung von Gefahrstoffen; GefStoffV - Verordnung zum Schutz vor Gefahrstoffen*)
- Nachweis
- Zertifikat automatisch als PDF
- Sprachen
- Deutsch, Englisch, Französisch und weitere
- Kennung
- UWC-Nr. 4030
Ihre Vorteile
Warum Unterweisungscenter?
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Rechtssicher
ArbSchG-konform
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Mehrsprachig
DE, EN, FR u. a.
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Zertifikat
Automatisch als PDF
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Keine Registrierung
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Kurz und bündig
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Barrierefrei
WCAG 2.2 AA
Auf dieser Seite
Abschnitt 1
Rechtliche Grundlagen
Zugrunde liegende Regelwerke
- DGUV Information 213-034 - GHS-Global Harmonisiertes System zur Einstufung und Kennzeichnung von Gefahrstoffen · Ausgabe 2015.03
- GefStoffV - Verordnung zum Schutz vor Gefahrstoffen*)
- TRGS 900 - Arbeitsplatzgrenzwerte
Die Verweise führen zur jeweils herausgebenden Stelle.
Abschnitt 2
Pflichten des Arbeitgebers
Abschnitt 3
Inhalte der Unterweisung
1. Erkennen von Gefahrstoff-Kennzeichnung
GHS-Piktogramme (explodierende Bombe, Flamme, Totenkopf mit gekreuzten Knochen etc.) müssen sofort die Art der Gefahr vermitteln. Wir üben das „Piktogramm-Quiz“, bei dem Teilnehmer innerhalb von 30 Sekunden die richtige Gefahrenklasse zuordnen.
2. H-Sätze und EUH-Sätze richtig lesen
Anhand originaler SDBs üben wir die Übersetzung von „H314 – Verursacht schwere Verätzungen der Haut und schwere Augenschäden“ in konkrete Schutzmaßnahmen: Sicherheitsbrille, Chemikalienschutzanzug, Notbrause.
3. Regeln beim Umgang in der Praxis
- SUBSTITUTION: Gibt es eine weniger gefährliche Alternative?
- TECHNISCHER SCHUTZ: Absauganlage, Abzug, dicht verschlossene Förderleitungen.
- ORGANISATORISCH: Trennung von Speise- und Chemikalienkühlschrank, verbotswidriges Essen in Laboren verhindern.
- PERSÖNLICH: PSA-Auswahl nach DGUV Regel 112-190: Schutzhandschuhe prüfen, Durchbruchzeit beachten.
4. Besonderheiten der Laborarbeit
Wir simulieren ein realistisches Pipettierszenario: Teilnehmer tragen korrekt Laborhandschuhe, erkennen durchsichtige Sicherheitsbrillen und üben das „Emergency-Shower-Verfahren“ bei Kontakt mit Salzsäure. Dabei wird auch das „First-Step-First-Aid-Kit“ besprochen: 15 Minuten spülen, Sicherheitsdatenblatt bereithalten und den Giftnotruf der zuständigen Giftinformationszentrale verständigen.
5. Lagerung und Entsorgung
TREM-Card-Prinzip: Tragen, Einsatzzweck, Mengenbegrenzung, Trennung. Übungen zum Aufstellen eines brandlastminimierten Gefahrstoffschranks nach TRGS 510.
Abschnitt 4
Gefährdungen & Schutzmaßnahmen
Typische Gefährdungen:
- Inhalative Exposition: Lösungsmitteldämpfe, Nanopartikel → Lüftung, Atemschutz.
- Dermale Aufnahme: Alkalien verätzen Haut → Chemikalienschutzhandschuhe (DIN EN 374).
- Augenverätzung: Säure Spritzer → Seitliche Abdichtung der Schutzbrille.
- Explosionsgefahr: Organische Peroxide → Entzündungsquellen beseitigen, Erdung.
T-O-P-Prinzip umsetzen:
- Technik: Abzug prüfen , Flammenfalle in Laminarbox.
- Organisation: Mindestabstände zwischen Stoff und Hitzequelle 50 cm, Schwarz-Weiß-Kennzeichnung von Lebensmittel-Kühlschranken.
- Person: PSA-Check-Liste: Handschuhgröße, Reißverschluss geschlossen, Atemschutzfilter richtig eingesetzt (Farbcodierung: ABEK für organische Dämpfe, Säuren und Ammoniak).
Abschnitt 5
Zielgruppen & Branchen
Abschnitt 6
Intervalle & Dokumentation
In der Praxis
Was Verantwortliche wissen müssen
Checkliste
Das sollten Sie prüfen
- Alle Gefahrstoffe identifiziert und SDB aktuell (≤ 5 Jahre)?
- Gefährdungsbeurteilung vorhanden und unterschrieben?
- PSA-Auswahl und Durchbruchzeiten dokumentiert?
- Notdusche und Augenspülstation geprüft, Zugänglichkeit frei?
- Einweisung in Notfallnummern erfolgt (Giftnotruf, BG-Arzt)?
- Lagerung nach TRGS 510: Brandklassen getrennt, Sperrmüllbehälter beschriftet?
- Atemschutzgeräteträger arbeitsmedizinisch untersucht (DGUV Vorschrift 2)?
- Abfalltrennung nach EWC-Code vorgenommen, Sammlerbeauftragter benannt?
- Letzte Unterweisung liegt nicht länger als 12 Monate zurück?
- Dokumentation (Unterweisungsbögen, SDB) 10-jahres-revisionssicher aufbewahrt?
Häufige Fehler
Das geht oft schief
- Falsch zugeordnete PSAEin Mitarbeiter trägt Nitril-Handschuhe gegen Aceton, obwohl diese nur 3 Minuten Durchbruchzeit bieten. Ergebnis: Hautschäden und BG-Meldung.
- Veraltete SicherheitsdatenblätterIm Reinigungsraum liegen SDB aus 2019. Neue Klassifizierungen (H315 „Reizt die Haut“) fehlen, was zu falscher Einschätzung führt.
- Labor- und Kühlraum vermischtLebensmittel lagern im Chemikalienkühlschrank – Verstoß gegen TRGS 526 und mögliche Kreuzkontamination.
- Keine Nachschulung nach UnfallNach einem Lösungsmittelaustritt wurde nicht sofort nachgeschult. Die BG verhängte ein Bußgeld wegen fehlender Gefahrvermeidung.
Sonderfälle
Das gilt zusätzlich
- Jugendliche und Schwangere Jugendarbeitsschutzgesetz (JArbSchG) § 22 verbietet den Einsatz von krebserzeugenden Stoffen der Kategorie 1A/1B für Auszubildende unter 18 Jahren. Weibliche Mitarbeiterinnen im Mutterschutz benötigen nach MuSchG § 12 einen besonderen Gefährdungsbeurteilungsausweis, der dokumentiert, dass keine exponierenden Tätigkeiten anfallen.
Häufige Fragen
Fragen zur Unterweisung Gefahrstoffe
Muss ich jeden Mitarbeiter einzeln unterweisen?
Nein, Gruppenunterweisung ist erlaubt, wenn die Inhalte gleichbleiben und Interaktion möglich ist. Die Teilnahme muss aber individuell dokumentiert werden.
Sind Online-Schulungen anerkannt?
Ja, wenn sie interaktive Prüfungen und die Möglichkeit zum direkten Feedback bieten und der Arbeitgeber die Lernnachweise archiviert.
Was tun bei nur kurzer Laborarbeit?
Auch einmaliges Arbeiten mit Gefahrstoffen erfordert eine vollständige Unterweisung – keine Bagatellgrenze.
Wer darf unterweisen?
Geeignete Person i. S. v. DGUV Vorschrift 1: in der Regel Sicherheitsfachkraft oder Chemikant mit Sachkunde nach TRGS 400.
Ab wann gelten neue SDB als „veraltet“?
Sobald der Hersteller eine neue Version ausstellt, maximal 5 Jahre nach Erstausstellung (REACH-Verordnung).
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