Thema · Arbeitsschutz

Fahrzeuginstandhaltung: Rechtssichere Unterweisung nach ArbSchG & DGUV

Rechtssicher · Barrierefrei · Mit Zertifikat

UWC-Nr. 4023 ca. 9 Minuten Lernzeit

Kehrmaschine des kommunalen Bauhofs im Einsatz auf einer Straße

Steckbrief

Dauer
ca. 9 Minuten, jederzeit unterbrechbar
Bereiche
Arbeitsschutz · Bauhof · Maschinen, Geräte · Produktion
Rechtsgrundlage
DGUV Information 208-015 - Fahrzeughebebühnen; DGUV Information 209-007 - Fahrzeuginstandhaltung
Nachweis
Zertifikat automatisch als PDF
Sprachen
Deutsch, Englisch, Französisch und weitere
Kennung
UWC-Nr. 4023

Ihre Vorteile

Warum Unterweisungscenter?

  • Rechtssicher

    ArbSchG-konform

  • Mehrsprachig

    DE, EN, FR u. a.

  • Zertifikat

    Automatisch als PDF

  • Ein Klick

    Keine Registrierung

  • KISS

    Kurz und bündig

  • Barrierefrei

    WCAG 2.2 AA

Auf dieser Seite
Die Instandhaltung von Fahrzeugen ist ein täglicher Bestandteil in Werkstätten und Flottenbetrieben – und gleichzeitig ein Arbeitsschwerpunkt mit vielfältigen Gefährdungen. Von Chemikalien über heiße Oberflächen bis hin zu elektrischer Gefährdung: Wer an Nutz- und Personenkraftwagen arbeitet, benötigt umfassendes Wissen über Risiken und Schutzmaßnahmen. Diese Online-Unterweisung vermittelt Ihren Mitarbeitenden genau das: praxisnahes, rechtssicheres Handeln bei der Fahrzeugwartung. Sie erhalten in kurzer Zeit alle notwendigen Kenntnisse, um Unfälle zu vermeiden und die gesetzlichen Vorgaben der Berufsgenossenschaft zu erfüllen.

Abschnitt 1

Rechtliche Grundlagen

Die Unterweisung zur Fahrzeuginstandhaltung beruht auf mehreren konkreten Gesetzes- und Verordnungstexten. Zentral ist das Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) § 12, der die Pflicht zur Unterweisung aller Beschäftigten festlegt. Konkretisiert wird diese Pflicht durch die Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) in Verbindung mit der DGUV Vorschrift 1 „Grundsätze der Prävention“. Für Tätigkeiten an Kraftfahrzeugen gelten zusätzlich die DGUV Regel 100-001 „Grundsätze der Prävention“ sowie die . Wer mit Kältemitteln arbeitet, muss zudem die beachten. Brand- und Explosionsschutz ergibt sich aus der ArbSchG § 5.

Abschnitt 2

Pflichten des Arbeitgebers

Als Arbeitgeber sind Sie nach ArbSchG § 12 verpflichtet, jeden Mitarbeitenden vor Aufnahme der Tätigkeit und mindestens einmal jährlich zu unterweisen. Diese Unterweisung muss auf einer betriebsindividuellen Gefährdungsbeurteilung basieren, die Sie gemäß ArbSchG § 5 und BetrSichV § 3 erstellen. Die Dokumentation erfolgt schriftlich und ist mindestens zwei Jahre aufzubewahren (DGUV Vorschrift 1 § 26). Für Nachweise bei Betriebsprüfungen empfiehlt sich eine digitale Ablage mit Zugriff für Sicherheitsbeauftragte und Führungskräfte. Verändern sich Arbeitsverfahren oder -mittel, muss eine nachgeschaltete Unterweisung erfolgen.

Abschnitt 3

Inhalte der Unterweisung

Die Schulung gliedert sich in vier praxisnahe Module:

  • Modul 1: Gefährdungskenntnisse erkennen Mitarbeitende lernen typische Unfallmöglichkeiten wie Verbrühungen an heißen Motorenteilen, Quetschungen durch fallende Fahrzeugteile oder chemische Verätzungen durch Batterie- und Kühlmittel zu identifizieren. Anhand von Beispielvideos aus Werkstätten wird gezeigt, wie gefährliche Situationen entstehen und vermieden werden.
  • Modul 2: Umgang mit Arbeitsstoffen Aufschlüsselung der häufigsten Stoffe in der Fahrzeugwartung: Motoröl, Bremsflüssigkeit, Kältemittel R1234yf, Lithium-Ionen-Batterien. Die Schulung erklärt REACH-Regelungen, korrektes Abfüllen und Kennzeichnen nach GHS sowie Lagerung in gesicherten Standschränken. Ein Praxisbeispiel zeigt den Umgang mit einem auslaufenden Ölfilter samt Entsorgung nach EfbV.
  • Modul 3: Heben, Abstützen, Unterbauen Erläuterung der DGUV Regel 100-500: Befahren von Hebebühnen nur mit Personenschutzleiter, Unterbauen von Achsen mit geprüften Stelz- und Wiegeschienen, Verwendung von KFZ-Wagenhebern nur auf ebener, fester Fläche. Präsentation eines Checklisten-Workflows „Betreiben von Arbeitsmitteln“.
  • Modul 4: Notfall- und Erste-Hilfe-Maßnahmen Einweisung in Not-AUS-Schalter an Hebebühnen, Erste-Hilfe-Kasten nach DIN 13169 und Augenspülflaschen. Übung: Batteriebrand mit CO₂-Löscher und Kühlmittel-Ausschüttung mit Bindemittel. Abschluss mit Online-Test und Individueller Lernbestätigung.

Abschnitt 4

Gefährdungen & Schutzmaßnahmen

Gefährdungen:
  • Mechanische Gefährdungen: Herunterfallen von Fahrzeugteilen, Quetschungen an Achsen
  • Thermische Gefährdungen: Verbrennungen an Auspuff- und Bremssystemen (bis 600 °C)
  • Chemische Gefährdungen: Atem-, Haut- und Augenirritationen durch Brems- und Kühlflüssigkeiten
  • Elektrische Gefährdungen: Kurzschluss an Hochvoltbatterien bei E-Fahrzeugen
  • Explosionsgefährdung: Entzündung von Kraftstoffdämpfen

Schutzmaßnahmen nach TOP-Prinzip:

  • Technisch: Automatische Fahrzeugpositionierung an Hebebühnen, Not-AUS an Arbeitsplätzen
  • Organisatorisch: Freigabeprotokoll vor jedem Wartungsbeginn, Doppelkontrolle bei Batteriearbeiten
  • Personell: Schutzbrille EN 166, Nitril-Handschuh 0,38 mm, Atemschutzmaske FFP2 bei Staubentwicklung

Abschnitt 5

Zielgruppen & Branchen

Primäre Zielgruppen: Kfz-Mechaniker/-innen, Nutzfahrzeugmonteure, Flottenmeister, Werkstattmeister. Branchen: Kfz-Werkstätten, Lkw- und Busflotten, Logistikdienstleister, Kommunalbetriebe. Besonderheit: E-Fahrzeuge erfordern zusätzliche Schulung zum Hochvolt-Abschalten.

Abschnitt 6

Intervalle & Dokumentation

Regelintervall: Erstunterweisung vor Tätigkeitsaufnahme, anschließend jährliche Auffrischung (DGUV Vorschrift 1 § 12). Bei neuen Fahrzeugmodellen, Technikwechsel oder Unfällen sofortige Nachschulung. Dokumentation erfolgt digital mit PDF-Zertifikat, gespeichert für mindestens 2 Jahre. Prüfdatum im Betriebskalender eintragen.

In der Praxis

Was Verantwortliche wissen müssen

Checkliste

Das sollten Sie prüfen

  • Hebebühne: TÜV-Prüfplakette aktuell? Not-AUS-Funktion getestet?
  • Fahrzeug: Handbremse angezogen, Gang eingelegt, Keile gesetzt?
  • Schutzkleidung: Sicherheitsschuhe, Schutzbrille, Handschuhe angelegt?
  • Stoffe: Sicherheitsdatenblätter vorhanden, Arbeitsplatz sauber?
  • Werkzeuge: Spezialwerkzeuge geprüft, keine improvisierten Hebel?
  • E-Fahrzeuge: Hochvolt-System abgeschaltet und gesichert?
  • Notfall: Erste-Hilfe-Kasten, Feuerlöscher, Notrufnummer erreichbar?
  • Dokumentation: Wartungsprotokoll ausgefüllt, Unterschrift geleistet?

Häufige Fehler

Das geht oft schief

  1. Fehlendes Unterbauen
    Fahrzeuge nur auf Hebebühne, aber keine zusätzlichen Sicherungsmaßnahmen. Ergebnis: Absturzgefahr.
  2. Falsche Handschuhe
    Nitril statt Lederhandschuhe bei scharfen Kanten verursachen Schnittverletzungen.
  3. Unzureichende Lüftung
    Arbeiten in geschlossenen Hallen ohne Abluft bei Bremsflüssigkeitswechsel führt zu Atemwegsreizungen.
  4. Batterie nicht abgeklemmt
    Arbeiten an der E-Anlage ohne Spannungsfreischaltung – erhebliche Stromschlaggefahr.
  5. Mangelnde Dokumentation
    Unterweisung erfolgte mündlich – bei Prüfung keine Nachweise vorhanden.

Sonderfälle

Das gilt zusätzlich

  • Auszubildende und Umschüler
    Erweiterte Unterweisung mit Praxisbegleitung durch Ausbilder, da fehlende Erfahrung erhöhte Unfallgefahr birgt. Leiharbeitnehmer: Zusätzliche Schulung zur betriebsspezifischen Ausstattung vor Ort durchführen.

Häufige Fragen

Fragen zur Unterweisung Fahrzeuginstandhaltung

Muss die Unterweisung für jeden Mitarbeitenden einzeln erfolgen?

Nein, Gruppenunterweisungen bis 12 Personen sind erlaubt, wenn die Gefährdungen gleich sind. Die Dokumentation erfolgt dennoch individuell.

Welche Zertifizierung erhalten die Teilnehmenden?

Ein digitales Zertifikat nach DGUV Vorschrift 1 mit Name, Datum, Unterweisungs-Nr. und Thema.

Was bei E-Fahrzeugen zusätzlich beachten?

Hochvoltschulung, zusätzliche Prüfpflichten und spezielle Rettungskarten.

Wie lange dauert die Online-Schulung?

Die Basisunterweisung umfasst 45 Minuten. Zusatzmodule für E-Fahrzeuge oder Gabelstapler weitere 15 Minuten.

Kann die Schulung auch vor Ort erfolgen?

Ja, auf Wunsch bieten wir Präsenz-Schulungen an. Die Inhalte bleiben identisch, die Dokumentation digital.

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