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DGUV-Unterweisung pneumatische Klebetische (UWC-Nr. 7011)

Rechtssicher · Barrierefrei · Mit Zertifikat

UWC-Nr. 7011 ca. 4 Minuten Lernzeit

Beschäftigte an einer großen Maschine in einer Werkhalle

Steckbrief

Dauer
ca. 4 Minuten, jederzeit unterbrechbar
Bereiche
Maschinen, Geräte · Produktion
Rechtsgrundlage
BetrSichV - Verordnung über Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Verwendung von Arbeitsmitteln; DGUV Regel 100-500 - Betreiben von Arbeitsmitteln
Nachweis
Zertifikat automatisch als PDF
Sprachen
Deutsch, Englisch, Französisch und weitere
Kennung
UWC-Nr. 7011

Ihre Vorteile

Warum Unterweisungscenter?

  • Rechtssicher

    ArbSchG-konform

  • Mehrsprachig

    DE, EN, FR u. a.

  • Zertifikat

    Automatisch als PDF

  • Ein Klick

    Keine Registrierung

  • KISS

    Kurz und bündig

  • Barrierefrei

    WCAG 2.2 AA

Auf dieser Seite
Pneumatische Klebetische sind in vielen Produktionsbereichen Standard – und bergen doch erhebliche Unfallrisiken. Hohe Andruckkräfte, heiße Kleber und schnell rotierende Aggregate machen eine fundierte Unterweisung zur arbeitsrechtlichen Pflicht. Unsere praxisnahe Online-Schulung vermittelt Mitarbeitern sicheres Arbeiten, reduziert Ausfallzeiten und schützt Ihr Unternehmen vor Bußgeldern. In nur 35 Minuten schulen wir Ihr Team digital, nachweisbar und jederzeit wiederholbar – ohne Produktionsstillstand.

Abschnitt 1

Rechtliche Grundlagen

Die Nutzung pneumatischer Klebetische wird in Deutschland durch mehrere Rechtsquellen geregelt. ArbSchG § 3 verpflichtet Arbeitgeber, Gefährdungen systematisch zu ermitteln und zu beseitigen. Konkretisiert wird dies für Arbeitsmittel in BetrSichV § 3 in Verbindung mit § 4 BetrSichV, welche die Instandhaltung und Prüfung von Druckbehältern und pneumatischen Systemen vorschreibt. Die DGUV Vorschrift 1 „Grundsätze der Prävention“ fordert in § 4 und § 7 eine risikobasierte Unterweisung und Dokumentation. Die DGUV Regel 100-500 „Betreiben von Arbeitsmitteln“ konkretisiert die sichere Benutzung und Instandhaltung von Arbeitsmitteln wie pneumatischen Klebetischen. Ergänzend ist die Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV) zu beachten, wenn Klebetische in Fertigungsstraßen integriert sind; bei der Bearbeitung von Holz- und Kunststoffwerkstoffen gelten zusätzlich die einschlägigen Vorgaben der Gefahrstoffverordnung (GefStoffV).

Abschnitt 2

Pflichten des Arbeitgebers

Unterweisungspflicht nach ArbSchG § 12: Arbeitgeber müssen Mitarbeiter vor erstmaliger Tätigkeit und mindestens einmal jährlich unterweisen. Die Schulung muss arbeitsplatz-, gefährdungs- und persönbezogen erfolgen – Standard-Präsentationen reichen nicht aus. Gefährdungsbeurteilung nach ArbSchG § 5 erfordert die Dokumentation von Risiken wie heißer Kleber (> 200 °C), Druckluft (bis 6 bar) und Quetschstellen. Ergebnis sind betriebsanweisungsspezifische Schutzmaßnahmen (z. B. Handschuhe, Not-Aus, Wartungspläne). Dokumentationspflicht: Unterschriften der Mitarbeiter, Inhalt der Schulung und Datum müssen lückenlos fünf Jahre aufbewahrt werden (vgl. DGUV Vorschrift 1 Anlage 1). Bei Veränderungen der Technik oder nach Unfällen ist eine Sofortnachschulung erforderlich.

Abschnitt 3

Inhalte der Unterweisung

1. Technische Grundlagen & Aufbau

Erläuterung der pneumatischen Komponenten: Druckluftversorgung, Regelventile, Klebeaggregate, Heizplatten, Andruckvorrichtungen. Korrektes An- und Abschalten der Anlage, Reaktion auf Druckluftausfall.

2. Gefährdungen & Unfallarten

  • Verbrennungen durch heißen Schmelzkleber (180–220 °C)
  • Quetsch- und Scherkräfte an Andruckwalzen
  • Druckluftunfälle bei Leckagen oder unsachgemäßem Umgang
  • Schnittverletzungen durch Schabemesser oder Reinigungswerkzeuge

3. Persönliche Schutzausrüstung (PSA)

Einsatz hitzebeständiger Handschuhe (EN 407), sicherer Arbeitskleidung, Schutzbrille bei Spritzgefahr. Vermeidung lockerer Kleidung oder Schmuck.

4. Bedien- & Wartungsabläufe

  • Start-Check: Druckluft, Temperatur, Not-Aus-Funktion
  • Materialvorbereitung: Kleber-Typ, Vorheizzeit, Reinigung
  • Wartungszyklen nach Hersteller: Tägliche Sichtprüfung, wöchentliche Filter- und Schmierstoffkontrolle, jährliche DGUV-Prüfung

5. Störungsbehandlung & Notfall

Reagiertabelle für Kleberaustritt, Temperaturabweichung oder Druckluftverlust. Verhalten bei Verletzungen: Erste-Hilfe-Maßnahmen, Notarzt, Unfallmeldung.

6. Praxis-Workshop

Interaktives Quiz „Finde den Fehler“: Mitarbeiter bewerten Fotos realer Fehlbedienungen und diskutieren Verbesserungen. Abschlusstest mit 10 Fragen, Mindestnote 80 %.

Abschnitt 4

Gefährdungen & Schutzmaßnahmen

TOP-Prinzip (Technische, Organisatorische, Persönliche Maßnahmen) systematisch anwenden:

T – Technische Maßnahmen • Zwei-Hand-Steuerung oder Lichtgitter an Andruckstellen • Temperaturbegrenzer auf 230 °C max. • Druckluft-Not-Aus-Ventile, erreichbar in 1 s • Automatische Abschaltung bei Leckage

O – Organisatorische Maßnahmen • Betriebsanweisung verankern, jährlich reviewen • Kennzeichnung von Heißflächen (Warnsymbol „Verbrennungsgefahr“) • Einsatzplanung: nur geschultes Personal (UWC 7011 vorweisen) • Wartungsprotokoll digital führen (BetrSichV)

P – Persönliche Schutzausrüstung • Hitzebeständige Schutzhandschuhe (Kategorie III, EN 407:2020) • Langärmlige Arbeitskleidung aus Baumwolle • Bei Reinigungsarbeiten zusätzlich Schutzbrille und Gesichtsschutz

Abschnitt 5

Zielgruppen & Branchen

Die Unterweisung richtet sich an:

  • Möbel- & Holzindustrie: Kantenanleimung, Furnieren
  • Automobil-Zulieferer: Interieur-Klebeverbindungen
  • Verpackungsindustrie: Kartonagen-Klebestationen
  • Kunststoffverarbeiter: Folien-, Profil-Klebearbeiten

Besonderheit: In kleinen Betrieben (< 10 MA) übernimmt oft der Meister parallel die Schulung – hier muss die Dokumentation besonders sorgfältig erfolgen.

Abschnitt 6

Intervalle & Dokumentation

Erstunterweisung: vor Aufnahme der Tätigkeit. Nachschulung: mindestens jährlich gemäß DGUV Vorschrift 1 § 7 oder sofort nach Unfällen/Technikänderung. Dokumentation: Teilnahmeliste mit Inhalten, Datum, Ort, Unterschrift Mitarbeiter und Unterweisender. Aufbewahrung 5 Jahre (§ 24 ArbSchG). Bei Online-Schulung: PDF-Zertifikat und Lernprotokoll automatisch archiviert, revisionssicher.

In der Praxis

Was Verantwortliche wissen müssen

Checkliste

Das sollten Sie prüfen

  • Mitarbeiter besitzt gültiges UWC 7011-Zertifikat (nicht älter als 12 Monate)
  • Betriebsanweisung „Pneumatische Klebetische“ liegt aktuell vor (Datum ≤ 1 Jahr)
  • Not-Aus-Vorrichtung funktioniert (monatlicher Funktionstest dokumentiert)
  • Hitzebeständige Handschuhe (EN 407) sind einsatzbereit und unbeschädigt
  • Temperaturanzeige zeigt ≤ 230 °C an
  • Druckluftleitungen dicht, keine Ölverschmutzung
  • Warnschild „Heiße Oberfläche“ und „Quetschgefahr“ vorhanden und lesbar
  • Letzte DGUV-Prüfung der Anlage liegt vor (max. 12 Monate alt)

Häufige Fehler

Das geht oft schief

  1. Unterweisung nur „mal eben“ beim Kollegen machen lassen
    Ohne dokumentierte Schulung fehlt im Schadensfall der Nachweis – Bußgeld bis 30.000 € nach ArbSchG § 22.
  2. Persönliche Schutzausrüstung „darf heute mal wegfallen“
    Hitzebeständige Handschuhe werden als „unhandlich“ abgelegt – Risiko schwerer Verbrennungen steigt um 400 %.
  3. Wartungsintervalle verlängern
    Filter nur „bei Gelegenheit“ getauscht – Druckluftverschmutzung führt zu Ventil-Ausfall und Produktionsstillstand.
  4. Temperaturbegrenzer überbrückt
    Um „schneller kleben“ zu können, wird der Sicherheitsbegrenzer außer Kraft gesetzt – Brand- und Explosionsgefahr.

Sonderfälle

Das gilt zusätzlich

  • Auszubildende & Leiharbeitnehmer
    Müssen vor ersten Einsatz auf einer pneumatischen Klebetisch-Anlage nach DGUV Vorschrift 1 § 11 und Ausbildungsplan geschult werden. Schulungsnachweis liegt beim Ausbilder bzw. Entleiher.

Häufige Fragen

Fragen zur Unterweisung DGUV Pneumatische Klebetische

Muss ich die Unterweisung auch machen, wenn ich nur „mal kurz“ nachhelfen soll?

Ja. Bereits das erste Einschalten der Anlage erfordert einen gültigen UWC 7011-Nachweis – Ausnahmen gibt es nicht.

Kann die Schulung online erfolgen, auch wenn wir eine reine Präsenzwerkstatt sind?

Ja. DGUV Vorschrift 1 § 7 erlaubt digitale Formate, wenn Inhalte, Prüfung und Dokumentation den Präsenzstandards entsprechen.

Wie lange dauert die Online-Schulung?

35 Minuten Lernzeit plus 10 Minuten Abschlusstest – flexibel pausierbar.

Was passiert bei einem Unfall ohne Nachweis?

Berufsgenossenschaft prüft die Unterweisungsdokumentation. Fehlt der Nachweis, erfolgt Bußgeld und ggf. Schadenersatzforderungen.

Darf ich als Sicherheitsbeauftragter selbst unterweisen?

Ja, wenn Sie die Anlage kennen und die Inhalte gemäß DGUV Vorschrift 1 didaktisch vermitteln können. Praxiserfahrung wird vorausgesetzt.

Mehrere Klebetische im Betrieb – muss jede Anlage einzeln geschult werden?

Nein, wenn Aufbau und Gefährdungen identisch sind. In der Schulung sind aber unterschiedliche Modelle zu erwähnen.

Welche Aufbewahrungsfrist gilt für die Teilnahmenachweise?

5 Jahre ab Unterweisungsdatum – digital oder in Papierform archiviert.

Was tun bei Technik-Upgrade (neues Temperatur-Display)?

Unverzügliche Nachschulung aller betroffenen Mitarbeiter – auch kurzfristig per Online-Modul möglich.

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