Thema · Arbeitsschutz

Unterweisung „Arbeiten in EX-Bereichen“ (UWC 7050) – Vorsorge statt Explosion

Rechtssicher · Barrierefrei · Mit Zertifikat

UWC-Nr. 7050 ca. 6 Minuten Lernzeit

Fachkraft mit Schutzbrille, Atemschutz und Handschuhen an einer Anlage

Steckbrief

Dauer
ca. 6 Minuten, jederzeit unterbrechbar
Bereiche
Arbeitsschutz · Gefahrstoffe, Stoffe
Rechtsgrundlage
BetrSichV - Verordnung über Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Verwendung von Arbeitsmitteln; DGUV Regel 113-001 - Explosionsschutz-Regeln (EX-RL)
Nachweis
Zertifikat automatisch als PDF
Sprachen
Deutsch, Englisch, Französisch und weitere
Kennung
UWC-Nr. 7050

Ihre Vorteile

Warum Unterweisungscenter?

  • Rechtssicher

    ArbSchG-konform

  • Mehrsprachig

    DE, EN, FR u. a.

  • Zertifikat

    Automatisch als PDF

  • Ein Klick

    Keine Registrierung

  • KISS

    Kurz und bündig

  • Barrierefrei

    WCAG 2.2 AA

Auf dieser Seite
Explosionsgefährdete Bereiche sind in vielen Betrieben, von Tankstellen über Lackierereien bis zu Mühlen und Chemieanlagen, allgegenwärtig. Schon eine einzige Funkenzündung kann verheerende Folgen haben – für Menschenleben, Sachwerte und Betriebsfortführung. Die gesetzliche Verpflichtung, Beschäftigte vor jeder Tätigkeit in diesen Zonen zu unterweisen, ist deshalb mehr als Bürokratie: Sie schützt Leib und Leben und schirmt Arbeitgeber vor Bußgeldern und Haftung. Unsere Online-Schulung nach UWC 7050 vermittelt Ihrem Team das notwendige Basiswissen, um EX-Zonen sicher zu betreten, Zündquellen zu erkennen und explosionsfähige Atmosphäre rechtzeitig zu identifizieren – flexibel, nachvollziehbar dokumentiert und sofort umsetzbar.

Abschnitt 1

Rechtliche Grundlagen

Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) § 3 ArbSchG – Allgemeine Fürsorgepflicht: Der Arbeitgeber hat Schutzmaßnahmen so zu treffen, dass eine Explosionsgefährdung vermieden oder auf das Mindestmaß beschränkt wird. § 12 Abs. 1 und 2 ArbSchG – Unterweisungspflicht: Beschäftigte sind vor erstmaliger Tätigkeit und bei sich ändernden Gefährdungen zuverlässig über Explosionsrisiken und Schutzmaßnahmen zu unterweisen.

Verordnung über Betriebssicherheit (BetrSichV) § 3 BetrSichV – Gefährdungsbeurteilung: Arbeitgeber müssen explosionsfähige Atmosphären identifizieren und Schutzmaßnahmen festlegen. § 4 BetrSichV – Maßgaben für explosionsgefährdete Bereiche: Einrichtung und Betriebsmittel müssen den Anforderungen der ATEX-Produkterordnung entsprechen.

DGUV Vorschriften und Regeln DGUV Vorschrift 1 – Grundsätze der Prävention: Explosionsschutz ist integraler Bestandteil der Arbeitssicherheit. DGUV Regel 113-020 – Explosionsschutz: Konkrete Maßnahmen zur Vermeidung von Zündquellen und Einteilung von EX-Zonen. DGUV Information 213-036 – Merkblatt „Explosionsschutz“: Arbeitgeber und Beschäftigte erhalten Handlungshilfen zur Umsetzung.

Abschnitt 2

Pflichten des Arbeitgebers

Gefährdungsbeurteilung Arbeitgeber müssen gemäß BetrSichV § 3 jede Tätigkeit systematisch analysieren, in der explosionsfähige Stoffe anfallen oder gelagert werden können. Dabei sind Gemische aus Luft und brennbaren Gasen, Dämpfen, Nebeln oder Stäuben zu berücksichtigen.

Unterweisungspflicht Gemäß ArbSchG § 12 ist die Unterweisung vor jeder erstmaligen Tätigkeit und bei Änderung von Arbeitsverfahren oder EX-Zonen zwingend. Inhalte müssen der aktuellen Betriebssituation entsprechen und in deutscher Sprache erfolgen.

Dokumentation & Nachweis Unterweisungen sind in einer Unterweisungsliste oder digitalem Nachweis festzuhalten (Name, Datum, Thema, Dauer, Unterschrift oder E-Signature). Aufbewahrungsfrist: mindestens drei Jahre nach Beendigung des Beschäftigungsverhältnisses (DGUV V1 § 24).

Abschnitt 3

Inhalte der Unterweisung

1. Grundlagen explosionsgefährdeter Bereiche

Definition EX-Bereich nach BetrSichV: „Bereich, in dem eine explosionsfähige Atmosphäre vorhanden sein oder entstehen kann“. Die Einteilung erfolgt in Zone 0, 1 und 2 (Gas) bzw. Zone 20, 21 und 22 (Staub) gemäß TRBS 2152. Teilnehmende lernen, anhand von Verfahrensanweisungen und EX-Kennzeichnung die jeweilige Zone sofort zu erkennen.

2. Erkennung von Zündquellen

  • Mechanische Funken (Schleifarbeiten, Metallschläge)
  • Elektrische Funken (defekte Leitungen, Schaltvorgänge)
  • Heiße Oberflächen (Reibung, überlastete Motoren)
  • Elektrostatische Entladungen (ungeerdete Kleidung)
  • Offenes Feuer (Schweißen, Rauchen)
  • Ultraschall- und Laserstrahlung

3. Prävention nach dem TOP-Prinzip

Technische Maßnahmen: geeignete zertifizierte Geräte (ATEX-Zulassung), ordnungsgemäße Erdungskonzepte. Organisatorische Maßnahmen: Zutrittsregelungen, Arbeitsgenehmigungen, regelmäßige Messprotokolle. Personelle Maßnahmen: Tragen explosionsgeschützter Kleidung, Schulung, Verhalten bei Störungen.

4. Verhalten bei Anomalien

  • Gasalarm: sofortige Evakuierung, Abschalten von Zündquellen
  • Verdacht auf Defekt an EX-Geräten: Meldung an Vorgesetzten, Kennzeichnen, Sperren
  • Erste-Hilfe-Maßnahmen: stabile Seitenlage, Notfallnummern

5. Praxisbeispiel Lackiererei

Mitarbeiter reinigen einen Spritzraum. Durch Lösemitteldämpfe herrscht Zone 1. Die Schulung vermittelt, dass ATEX-geprüfte Staubsauger und antistatische Schutzkleidung obligatorisch sind; Handy und Standardwerkzeuge bleiben außerhalb des Bereichs.

Abschnitt 4

Gefährdungen & Schutzmaßnahmen

Häufige konkrete Gefährdungen

  • Gas-/Dampfgemische: bei Tankreinigungen, Lackierarbeiten, Chemikalienlager
  • Staubexplosionen: in Holz-, Getreide-, Metall- und Kunststoffverarbeitung
  • Flüssigkeiten mit niedrigem Flammpunkt: Reinigungsmittel, Lösemittel, Treibstoffe

TOP-Prinzip konkret

Technisch: Installation von Gaswarmsystemen, Einsatz von Ex-e-Motoren (enhanced safety) oder Ex-d-Gehäusen (explosionsdruckfeste Kapselung). Organisatorisch: Arbeiten nur unter Arbeitsgenehmigung, abgeschlossene Tätigkeitsanweisungen, Schichtwechsel mit Übergabegesprächen. Personell: regelmäßige Gasspurgeräte-Schulung, jährliche arbeitsmedizinische Vorsorge nach DGUV Vorschrift 2.

Abschnitt 5

Zielgruppen & Branchen

Die Schulung wendet sich primär an Personalverantwortliche und Sicherheitsbeauftragte in folgenden Branchen:

  • Chemie-, Pharma- und Lackindustrie (Zone 1/2)
  • Lebensmittel- und Futtermittelindustrie (Staub-EX)
  • Holz- und Metallverarbeitung
  • Kraftwerke und Raffinerien
  • Tankstellenbetreiber und Mineralölhändler

Besonderheit: Bei Leiharbeitnehmern trägt der Entleiher nach AEntG § 12 (3) die Mitverantwortung für die Unterweisung.

Abschnitt 6

Intervalle & Dokumentation

Regelintervall: Erstunterweisung vor Arbeitsaufnahme, anschließend jährliche Auffrischung oder bei Änderung von Arbeitsverfahren, Anlagen oder EX-Zonenklassifizierung. Dokumentation: Verwendung eines digitalen Unterweisungsnachweises mit automatischer E-Mail-Erinnerung an Fälligkeit. Aufbewahrungsfrist 3 Jahre nach Ausscheiden – länger bei Unfallverdacht (DGUV V1 § 24).

In der Praxis

Was Verantwortliche wissen müssen

Checkliste

Das sollten Sie prüfen

  • EX-Zonenplan aktuell und im Werk aushängen
  • ATEX-Kennzeichnung aller Geräte vollständig und lesbar
  • Unterweisungsnachweise in digitaler Form archiviert & aktuell
  • Gaswarmsystem regelmäßig gewartet (Prüfbuch)
  • Arbeitserlaubnisse für Tätigkeiten in Zone 0/20 vorhanden
  • Erste-Hilfe-Ausrüstung explosionsgeschützt (Zone 1)
  • Letzte Auffrischung liegt nicht länger als 12 Monate zurück

Häufige Fehler

Das geht oft schief

  1. „Wir haben keine EX-Zonen“
    viele Betriebe unterschätzen Lösemitteldämpfe in Reinigungsbereichen – fehlende Gefährdungsbeurteilung führt zu Bußgeld.
  2. Standardwerkzeuge in Zone 1
    Verwendung nicht zertifizierter Akkuschrauber statt Ex-e- oder Ex-d-Ausführung.
  3. Unterweisung nur einmalig
    Verfahrensänderungen oder neue Lagerstoffe werden nicht nachgeschult – Verstoß gegen ArbSchG § 12.
  4. Dokumentation nur handschriftlich
    fehlende Nachvollziehbarkeit bei Kontrollen – digitale Lösungen bieten Zeitstempel & Zugriffsprotokoll.

Sonderfälle

Das gilt zusätzlich

  • Leiharbeitnehmer

    Der Entleiher muss sicherstellen, dass die Unterweisung vor Einsatzbeginn erfolgt (AEntG § 12). Die Online-Schulung ermöglicht zeitnahe Verifizierung durch QR-Code-Check.

Häufige Fragen

Fragen zur Unterweisung Arbeiten in EX-Bereichen

Muss jeder Mitarbeiter die Schulung absolvieren, auch Bürokraft?

Nur Personen, die Zutritt zu EX-Zonen erhalten oder dort tätig werden. Bürokräfte ohne Zutritt sind ausgenommen.

Kann die Schulung komplett online erfolgen?

Ja, für Grundlagenwissen gemäß ArbSchG § 12 genügt die Online-Unterweisung. Praxisbezogene Ortskenntnisse (z. B. Rettungswege) werden ergänzend vor Ort geschult.

Wie lange dauert die Online-Schulung?

ca. 35–45 Minuten, inklusive abschließender Wissensprüfung.

Welche Zertifikate erhält der Mitarbeiter?

Ein digitales Zertifikat „Unterweisung nach UWC 7050 – Arbeiten in EX-Bereichen“ mit QR-Code und Gültigkeitsdatum.

Was tun bei Verdacht auf Defekt an ATEX-Gerät?

Gerät sofort außer Betrieb nehmen, kennzeichnen und an E-Prüfstelle melden. Keine Eigenreparatur.

Wer haftet bei Verstoß gegen EX-Schutz?

Der Unternehmer bzw. Arbeitgeber – inklusive Bußgeld bis 50.000 € und ggf. persönliche Haftung bei Personenschaden.

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