Die DV 1-Unterweisung basiert auf der aktuellen Fassung vom März 2007. Sie gliedert sich in fünf zentrale Module, die praxisnah vermittelt werden:
1. Allgemeiner Teil – Grundlagen und Begriffe
Ziel: Gemeinsames Verständnis sichern. Inhalte: – Definitionen: Brand, Brandfall, Gefahrenstufen, Einsatzgruppe, Trupp, Gruppe – Aufgaben der Feuerwehr nach § 1 Brand- und Katastrophenschutzgesetz (BKatSchG) – Organisationseinheiten: Gruppe (1/1), Staffel (2/2), Zug (3/3), Verband – Führung und Leitung: Einsatzleiter, Gruppenführer, Melder, Wassertrupp, Löschtrupp – Grundsätze der Zusammenarbeit mit anderen Hilfsorganisationen (THW, DRK, Polizei)
2. Taktische Grundlagen – Einsatzplanung und Ablauf
Ziel: Strukturiertes und sicheres Vorgehen. Inhalte: – Six-Step-Modell: Gefahren- und Lageerkennung → Maßnahmenplanung → Truppaufteilung → Rückzugswege → Umsetzung → Nachbesprechung – Einsatzziel festlegen: Menschenrettung vor Sachschutz, Brandbekämpfung unter Atemschutz nur mit Rückzugsmöglichkeit – Truppsicherung: Mindestbesetzung (Truppführer + 1 Helfer), Leinenführung, Notrufknopf – Wasser- und Schaumeinsatz: Löschwasserbedarf ermitteln (Formel Q = A × B × C), Schaumeinsatz bei Flüssigkeiten – Digitalfunk: Sprechfunkverfahren nach DV 1: Kurzbericht „MUSTERMANN, Gruppe 1, Lage: Kellerbrand, Maßnahme: Innenangriff, Rückmeldung in 5 Minuten“
3. Sicherheitsregeln – Persönlicher Schutz
Ziel: Gesundheit und Leben schützen. Inhalte: – PSA-Check: Vollschutzanzug (EN 469), Stiefel (EN 15090), Helm (EN 443), Handschuhe (EN 659), Atemschutzgerät (EN 137) – Tragzeitbegrenzung: 2 × 30 min Atemschutzleistung, anschließend Erholungsphase (DGUV Regel 112-194) – Wärmebelastung erkennen: Anzeichen Hitzschlag, Dehydrierung, Kälteschock – Explosions- und Einsturzrisiken: Kennzeichnung durch Gefahrenkennzeichen „G“, Erkundung mit Wärmebildkamera – Gefahrstoffe: Chemikalienkennzeichnung nach GHS, Schutzmaßnahmen ABC-Einsatz
4. Spezielle Einsatzlagen – Praxisbeispiele
Ziel: Anwendung der DV 1 in realen Szenarien. Beispiele: – Wohnungsbrand: Erkundung „von außen nach innen“, Wassertrupp sichert Treppenhaus, Löschtrupp Innenangriff mit C-Rohr – Verkehrsunfall: Absicherung durch Leitkegel, hydraulisches Rettungsgerät nach Herstelleranweisung (BetrSichV § 10 Betriebsanweisung) – Flächenbrand im Wald: Löschgürtel, Flankenlöschung, Koordination mit Forstbehörde – ABC-Gefahrstoffe: Umschlag mit Vollschutz, Dekontamination, ABC-Zug alarmieren
5. Nachbesprechung und Dokumentation – Lernen aus dem Einsatz
Ziel: Erfahrungen sichern und Maßnahmen optimieren. Inhalte: – Hot-Debrief: Sofort nach Einsatzende: Was lief gut, was muss verbessert werden? – Kälte- und Wärmebehandlung: Erste-Hilfe-Maßnahmen, Sanitätstrupp – Gerätepflege: Atemschutzgeräte in Werkstatt prüfen (DGUV Vorschrift 3), Erhaltungsprüfung alle 12 Monate – Unterweisungsnachweis: Teilnehmerliste, Themen, Unterschrift Ausbilder und Teilnehmer, Eintrag ins Feuerwehrausbildungsbuch