Die praxisorientierte Schulung gliedert sich in mehrere thematische Blöcke, die auf die typischen Gefahren und Abläufe im Feuerwehrhaus zugeschnitten sind:
1. Sichere Bewegungswege und Stolperfallen vermeiden
Feuerwehrleute eilen häufig unter Zeitdruck durch das Gebäude. Daher werden die wichtigsten Routen (vom Dienstzimmer über Umkleide bis zum Fahrzeug) besonders betrachtet: Beleuchtung, Bodenbeschaffenheit, Markierung von Kanten, Absicherung von Treppen und Podesten sowie konsequentes Verbot von Gegenständen auf Gehwegen. Praxisbeispiel: Eine rote Bodenmarkierung kennzeichnet den „Fast Lane“-Bereich, der während der Alarmzeit freizuhalten ist.
2. Hof und Fahrzeugbewegungen
Rückwärtsfahren mit schweren Fahrzeugen, enge Hofeinfahrten und Fußgänger:innen erfordern klare Regelungen. Inhalte sind: - Kreiselfahrten und Einweiser bei Rangierfahrten, - Verwendung von Rückfahrkameras und Warntönen, - Geh- und Fahrwegtrennung durch Leitplanken und Bodenmarkierungen, - Festlegung von Wendemöglichkeiten und Parkpositionen.
3. Handling von Ausrüstung und Material
Atemschutzgeräte, Schläuche und tragbare Leitern sind schwer und unhandlich. Die Schulung zeigt: - ergonomisches Heben und Tragen nach DGUV 1 Grundsätzen, - richtige Lagerung auf definierten Flächen (z. B. Leitern horizontal in Halterungen), - regelmäßige Kontrolle auf Beschädigungen und Pflegehinweise, - sicherer Umgang mit Druckflaschen gemäß DruckbehV.
4. Chemische und biologische Gefährdungen
In Wasch- und Reinigungsbereichen werden Reinigungs- und Desinfektionsmittel genutzt. Inhalte: - richtige Lagerung und Kennzeichnung nach GHS, - persönliche Schutzausrüstung (Handschuhe, Schutzbrillen), - Verhalten bei Verschüttungen und Erste-Hilfe-Maßnahmen, - Entsorgung kontaminierter Putzlappen und Filter.
5. Notfall- und Evakuierungspläne
Brand, Stromausfall oder technische Störung im Feuerwehrhaus? Die Schulung vermittelt: - Aufbau und Inhalt eines Hausnotfallplans, - Funktion und Prüfung von Notbeleuchtung und Fluchtwegen, - Verhalten bei Personenalarm im Gebäude, - regelmäßige Übungen und Dokumentation der Ergebnisse.
6. Psychische Belastung und Stressprävention
Der ständige Bereitschaftszustand kann zu Erschöpfung führen. Inhalte: - Erkennen von Ermüdungserscheinungen, - Pausenregelungen und Schichtplanung, - Ansprechpartner für psychische Belastungen (Führungskraft, Betriebsarzt).