Diese praxisorientierte Unterweisung vermittelt das erforderliche Wissen und Können, um Menschen sicher, ergonomisch und rechtssicher zu bewegen. Die Schulung ist modular aufgebaut und orientiert sich an den Empfehlungen der DGUV:
1. Anatomische und physiologische Grundlagen
Kurze Einführung in den Aufbau der Wirbelsäule, der Bandscheiben sowie der Gelenke der Schulter und Hüfte. Beschäftigte verstehen, warum bestimmte Bewegungsabläufe gefährlich sind und wie übermäßige Zug- und Druckbelastung entsteht.
2. Gefährdungserkennung und Risikobeurteilung vor Ort
Die Teilnehmenden lernen, vor jedem Transfer schnell folgende Fragen zu beantworten:
- Wie hoch ist das Gewicht und die Hilflosigkeit des Menschen?
- Wie groß ist der Bewegungsradius (z. B. Bett ↔ Rollstuhl, Rollstuhl ↔ Toilette)?
- Welche Hilfsmittel stehen zur Verfügung?
- Ist zusätzliche Hilfe durch Kolleg:innen erforderlich?
3. Grundprinzipien des Hebens und Tragens nach dem TOP-Prinzip
T – Technik: Rückengerechtes Einbeinstand, gerader Rücken, Knie beugen, Gewicht nah am Körper halten.
O – Organisation: Absprachen im Team, Checkliste vorab, klare Rollenverteilung.
P – Personal: Ausreichende Anzahl an Personen, Einweisung in Hilfsmittel und Transferablauf.
4. Spezielle Techniken und Hilfsmittel
- Einsatz von Lifter-Systemen (Stand- und Bodenliften, Deckenliften)
- Verwendung von Schiebeunterlagen und Transfergürtel
- Seitlagerung und Betten mit integrierter Hubfunktion
- Bewegen von Menschen mit Implantaten oder Schmerzen (z. B. Hüft-TEP)
- Spezielle Situationen: Sturzprophylaxe, Transport über Rampen oder Treppen
5. Praktische Übungen und Fallbeispiele
Die Schulung enthält mindestens drei praktische Übungen:
- Rollstuhl ↔ Bett mit Lifter
- Transfer von Bett auf Stuhl mit Schiebeunterlage und 2-Personen-Technik
- Umgang mit plötzlichem Gewichtsverlust des Patienten (Simulation mit Schwerpunktverlagerung)
Die Übungen werden videobasiert oder – falls vor Ort – mit entsprechenden Attrappen durchgeführt und anschließend reflektiert.
6. Kommunikation und Verhaltensregeln
Berührungsangste abbauen, Einverständnis einholen, Ankündigung von Bewegungen, Umgang mit ablehnenden oder ängstlichen Menschen. Die Teilnehmenden erlernen achtsame Kommunikationsstrukturen, um Stress für alle Beteiligten zu reduzieren.