Thema · Arbeitsschutz
Arbeitssicherheit und Überfallprävention für kommunale Kassen gemäß DGUV Regel 115-005 – Online-Unterweisung
Rechtssicher · Barrierefrei · Mit Zertifikat
Steckbrief
- Dauer
- ca. 24 Minuten, jederzeit unterbrechbar
- Bereiche
- Arbeitsschutz · kommunale Kassen, Kassen · Verwaltung, Büro
- Rechtsgrundlage
- DGUV Regel 115-005 - Überfallprävention in Kassen und Zahlstellen der öffentlichen Hand; DGUV Vorschrift 25 - Überfallprävention
- Nachweis
- Zertifikat automatisch als PDF
- Sprachen
- Deutsch, Englisch, Französisch und weitere
- Kennung
- UWC-Nr. 4060
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Auf dieser Seite
Abschnitt 1
Rechtliche Grundlagen
Die Arbeitssicherheit kommunaler Kassen ist in mehreren Regelwerken detailliert geregelt:
- ArbSchG §4 – allgemeine Pflicht zur Gefährdungsbeurteilung und Abwehr von Gefahren für Leben und Gesundheit.
- ArbSchG §12 – arbeitgeberische Pflicht zur Unterweisung über Gefährdungen und Schutzmaßnahmen.
- ArbSchG §5 – Mitwirkungsrechte der Arbeitsschutzausschüsse und Integrations der Betriebsärzte.
- DGUV Vorschrift 2 §§ 8–12 – allgemeine Anforderungen an Unterweisung, Gefährdungsbeurteilung und Unfallverhütung.
- DGUV Regel 115-005 – konkrete Regelungen zu Sicherheitsanforderungen an Kassen und ähnliche Bargeldbearbeitungsstellen.
- DGUV Vorschrift 1 § 4 – allgemeine Verhaltenspflicht der Beschäftigten („Sorgfaltspflicht“).
- BetrSichV §3 – Gefährdungsbeurteilung auch für bauliche und technische Schutzeinrichtungen.
Zugrunde liegende Regelwerke
- DGUV Regel 115-005 - Überfallprävention in Kassen und Zahlstellen der öffentlichen Hand · Ausgabe 2021.04
- DGUV Vorschrift 25 - Überfallprävention · Ausgabe 2020.08
Die Verweise führen zur jeweils herausgebenden Stelle.
Abschnitt 2
Pflichten des Arbeitgebers
Abschnitt 3
Inhalte der Unterweisung
1. Rechtlicher Rahmen und Sinn der Unterweisung
Einführung in ArbSchG §§ 4, 12, DGUV Vorschrift 2, DGUV Regel 115-005. Warum Prävention Leben rettet und wie Mitarbeitende rechtlich abgesichert sind.
2. Bauliche und technische Schutzeinrichtungen
- Panzerglas, Sprechschlitze, Schiebefenster: Anforderungen nach DGUV 115-005 Abschnitt 4.2.
- Videoüberwachung: rechtliche Voraussetzungen gemäß DSGVO §4 BDSG-neu, Hinweisschilder, Datenzugriff.
- Notrufeinrichtungen: Stillalarm-Taster, Fußschalter, Mobilfunk-Notfall-Apps im Vergleich.
- Geldschleusen & Tresore: EN 1143-1-Klassen, Tageswertbegrenzung, Schlüsselverwaltung.
- Zutrittskontrollen: Codetüren, Zeitschließanlagen, Besucherleitsysteme.
3. Organisatorische Schutzmaßnahmen
- Personalplanung: Doppelbesetzung in Hochrisikozeiten, Außenkommunikation, Pausenregelung.
- Arbeitsanweisungen: Bargeldannahme, Quittungsdruck, Tresorabschluss, Schichtwechsel.
- Alarmpläne: Eskalationsstufen (Stiller Alarm, offener Alarm), Kontaktliste Polizei, Kriseninterventionsteam.
4. Persönliche Schutzmaßnahmen und Verhaltensregeln
- Deeskalation: Körpersprache, Stimmlage, Distanz halten, kontrollierte Geldausgabe.
- Verhalten bei Überfall: Hände sichtbar, keine plötzlichen Bewegungen, genau beobachten, sofortige Meldung.
- Psychologische Nachsorge: Anlaufstellen (Betriebsarzt, Psychologe, PAST-Programm der Polizei).
- Rauch- & Notfallmelder: tägliche Funktionsprüfung, Fluchtwege freihalten.
5. Praxisbeispiele und Fallbeispiele
Simulation eines bewaffneten Überfalls: Was tun, wenn der Täter die Geldschleuse nutzt? Rollenspiel „verdächtige Person abwehren“. Gruppenübung „Stillalarm auslösen ohne Täter zu provozieren“. Lernziel: Automatisierte Reaktion sichern.
Abschnitt 4
Gefährdungen & Schutzmaßnahmen
- Technik: Panzerglas mindert Verletzungsrisiko durch Waffengewalt um bis zu 90 %, Geldschleuse reduziert Bargeldaussetzung.
- Organisation: Bargeldlimit 1.000 € senkt Anreiz, Tresor-Zeitschloss verhindert spontane Zutritte außerhalb der Öffnungszeiten.
- Person: Deeskalations-Training reduziert Eskalationen um 55 % (Studie BGHM 2022), regelmäßige Supervision vermindert PTBS-Risiko.
Typische Gefährdungen: bewaffnete Überfälle, Diebstähle nach Öffnung, Drohungen gegen Mitarbeitende, Erpressung durch gestohlene Daten, psychische Traumata. Die Gefährdungsbeurteilung wird halbjährlich aktualisiert und bei Vorfällen sofort angepasst.
Abschnitt 5
Zielgruppen & Branchen
Abschnitt 6
Intervalle & Dokumentation
In der Praxis
Was Verantwortliche wissen müssen
Checkliste
Das sollten Sie prüfen
- Gefährdungsbeurteilung Kasse liegt aktuell vor (<12 Monate)
- Panzerglasprüfung nach DGUV Regel 115-005 erfolgt (Bescheinigung)
- Notrufeinrichtungen funktionsgeprüft (Protokoll)
- Bargeldlimit und Tresor-Richtwerte eingehalten
- Schriftliche Arbeitsanleitung „Verhalten bei Überfall“ ausgehängt
- Kassenpersonal vollständig unterwiesen und dokumentiert
- Kriseninterventionsteam mit Kontaktdaten bekannt
- Flucht- und Rettungswege frei und beleuchtet
Häufige Fehler
Das geht oft schief
- Fehlende Dokumentation der UnterweisungOft fehlt die Unterschrift oder das Datum – bei Prüfungen droht Bußgeld nach ArbSchG §23.
- Panzerglas nie kontrolliertScheiben ohne Prüfbuch oder veraltetes Gutachten (< 5 Jahre) gelten als nicht nachweisbar.
- Bargeldlimit nur „auf dem Papier“Praxis zeigt häufig höhere Tageswerte – Risiko steigt erheblich.
- Notrufeinrichtung stumm geschaltetTestalarme vergessen oder Stillalarm über Funkloch ohne Empfang.
- Keine psychologische Nachsorge vereinbartNach Überfällen leiden 30 % der Betroffenen an PTBS – Betriebsarzt und externe Beratung fehlen.
Sonderfälle
Das gilt zusätzlich
- Aushilfs- und Werkstudent:innen Da diese Personengruppe oft nur befristet beschäftigt ist, muss die Unterweisung vor Dienstantritt erfolgen und darf nicht „mit erledigt“ werden. Kurz-Checkliste „Kasse-Sicherheit“ als Handout ausgeben.
- Beschäftigte mit Behinderung Anpassung der Flucht- und Rettungswege, evakuationsfähige Notrufschalter in erreichbarer Höhe, Assistenzperson einplanen.
Häufige Fragen
Fragen zur Unterweisung Arbeitssicherheit und Überfallprävention für kommunale Kassen DGUV Regel 115-005
Muss die Unterweisung auch für Home-Office-Kräfte erfolgen?
Nein, sofern keine Kassentätigkeit im Home-Office stattfindet. Bei flexiblen Schichtsystemen mit gelegentlicher Kassenvertretung ist aber dennoch eine Unterweisung erforderlich.
Wie lange dauert die Online-Schulung?
Ca. 45 Minuten netto. Zusätzliche Praxisübungen vor Ort (Stillalarm-Test, Evakuierungsweg) können 15 Minuten hinzufügen.
Erkennt die IHK die Online-Bescheinigung an?
Ja, die Bescheinigung erfüllt die Dokumentationsanforderungen des ArbSchG und der DGUV Vorschrift 2.
Kann ich die Schulung pausieren und später fortsetzen?
Ja, der Lernfortschritt wird automatisch gespeichert. Sie können beliebig oft Ein- und Ausloggen.
Gilt die DGUV Regel 115-005 auch für kleine Gemeindekassen?
Ja, sofern Bargeld in nennenswertem Umfang (< 500 € Tageswert) bearbeitet wird. Die Intensität der Maßnahmen richtet sich nach der Gefährdungsbeurteilung.
Muss die Polizei bei jedem Überfall informiert werden?
Ja, jeder bewaffnete oder unbewaffnete Überfall ist sofort der Polizei und dem Arbeitgeber zu melden .
Welche Bußgelder drohen bei Nichtunterweisung?
Bis zu 30.000 € nach ArbSchG §23, zuzüglich Haftungsrisiko bei Personenschäden.
Kann die Online-Schulung auf Smartphones absolviert werden?
Ja, die Plattform ist voll responsive. Für die Abschlussprüfung empfehlen wir jedoch eine größere Bildschirmdiagonale.
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