Thema · Arbeitsschutz

Arbeitssicherheit im Außendienst – komplette Unterweisung nach ArbSchG & DGUV

Rechtssicher · Barrierefrei · Mit Zertifikat

UWC-Nr. 4065 ca. 8 Minuten Lernzeit

Helles Großraumbüro einer Verwaltung mit Arbeitsplätzen

Steckbrief

Dauer
ca. 8 Minuten, jederzeit unterbrechbar
Bereiche
Arbeitsschutz · Ordnungsamt · Verwaltung, Büro
Rechtsgrundlage
DGUV Information 206-015 - Alles für den Kunden? Arbeitsbelastungen und Bedrohungen an Arbeitsplätzen mit Kundenkontakt; DGUV Vorschrift 70 - Fahrzeuge
Nachweis
Zertifikat automatisch als PDF
Sprachen
Deutsch, Englisch, Französisch und weitere
Kennung
UWC-Nr. 4065

Ihre Vorteile

Warum Unterweisungscenter?

  • Rechtssicher

    ArbSchG-konform

  • Mehrsprachig

    DE, EN, FR u. a.

  • Zertifikat

    Automatisch als PDF

  • Ein Klick

    Keine Registrierung

  • KISS

    Kurz und bündig

  • Barrierefrei

    WCAG 2.2 AA

Auf dieser Seite
Ob im Firmen-PKW auf dem Weg zum Kunden, in fremden Bürogebäuden oder im eigenen Homeoffice – für Außendienstmitarbeiter endet der sichere Arbeitsplatz nicht an der Betriebstür. Jedes Jahr verunglücken laut Statistischem Bundesamt über 50.000 beruflich mobile Mitarbeiter, weil Sicherheitsregeln unterschätzt oder gar nicht bekannt sind. Eine fundierte Unterweisung „Arbeitssicherheit im Außendienst“ ist daher nicht nur rechtliche Pflicht des Arbeitgebers (ArbSchG §12), sondern schützt vor Gesundheitsgefahren, reduziert Ausfallzeiten und steigert die Kundenzufriedenheit. Diese Online-Schulung vermittelt praxisnah das richtige Verhalten im Straßenverkehr, in Kundenräumen und während der mobilen Büroarbeit – inklusive Checklisten, Gefährdungsbeurteilung und Dokumentation.

Abschnitt 1

Rechtliche Grundlagen

Arbeitssicherheitsgesetz (ArbSchG) § 3 Pflichten des Arbeitgebers verlangt die Beschaffenheit von Arbeitsstätten, Arbeitsmittel und Arbeitsverfahren so zu gestalten, dass Gesundheit und Sicherheit der Beschäftigten nicht gefährdet werden – dies gilt auch für Fahrzeuge und mobile Arbeitsorte. § 5 Gefährdungsbeurteilung verpflichtet dazu, Gefährdungen zu ermitteln und Schutzmaßnahmen festzulegen. § 12 Unterweisung fordert, dass Arbeitgeber ihre Beschäftigten vor Beginn und regelmäßig über Sicherheit und Gesundheitsschutz unterweisen.

Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) DGUV Vorschrift 1 „Grundsätze der Prävention“ (vormals BGV A1) regelt in § 4 Unterweisung und § 11 mobile Tätigkeiten. DGUV Vorschrift 70 „Fahrzeuge“ (§ 8 technischer Zustand, § 10 Benutzung von Sicherheitsgurten, § 12 Verhalten im Straßenverkehr).

Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) § 3 Gefährdungsbeurteilung für Arbeitsmittel betrifft auch Dienstfahrzeuge und mobile IT-Ausstattung.

Abschnitt 2

Pflichten des Arbeitgebers

Unterweisungspflicht Der Arbeitgeber muss laut ArbSchG § 12 jede Außendienstkraft vor der ersten Einsatzfahrt und danach jährlich wiederkehrend in Theorie und Praxis unterweisen. Die Schulung ist anlassbezogen (neue Fahrzeugflotte, Kundenstandort im Ausland etc.) und verhaltensbezogen (unsichere Kundengelände, aggressiver Hund etc.) zu ergänzen.

Gefährdungsbeurteilung Im Sinne von ArbSchG § 5 sind alle typischen Gefährdungen des Außendiensts zu erfassen: Verkehrsunfälle, Stolperfallen auf Kundengrundstücken, psychische Belastung durch Zeitdruck, ergonomische Fehlbelastung im Homeoffice. Das Ergebnis ist schriftlich festzuhalten und den Beschäftigten zugänglich zu machen.

Dokumentation Unterweisungsnachweise sind mindestens fünf Jahre (DGUV Vorschrift 1 § 6) aufzubewahren. Digitale Signaturen oder E-Learning-Systeme erfüllen die Formvorschrift, wenn sie rückverfolgbar sind.

Abschnitt 3

Inhalte der Unterweisung

1. Mobiles Arbeiten & Reisen

Kraftfahrzeug:

  • Kontrolle von Reifen, Beleuchtung, Erste-Hilfe-Kasten vor jeder Fahrt (DGUV Vorschrift 70 § 8).
  • Sicherheitsgurtpflicht auch auf dem Beifahrersitz bei Fahrgemeinschaften (§ 10).
  • Einsatz von Fahrassistenzsystemen und Umgang mit Fahrtenbuch-App.

Bahn & ÖPNV:

  • Notfallpläne bei Gleisveränderungen, Verhalten in S-Bahn-Notbremsbereichen.
  • Schutz elektronischer Geräte vor Diebstahl und Datenklau.

2. Verhalten auf Kundenräumen

Beim Kunden: Akquisition, Beratung, Service, Verkauf

  • Einweisung durch Kunden oder Sicherheitsbeauftragten bei Betreten des Geländes: Fluchtwege, Rauchverbot, Fotografieren verboten.
  • Stolperfreiheit prüfen: Kabel, nasse Böden, ungesicherte Baustellen.
  • Personenschutz: richtiges Heben und Tragen von Geräten (DGUV Vorschrift 1 § 22), Schutzkleidung anlegen (Sicherheitsschuhe ggf. Warnweste).
  • Datenschutz: Verschlüsselung von Kundendaten auf Notebooks, „Clean-Desk“ am Kundenarbeitsplatz.

3. Homeoffice – mobiles Büro

Gemäß:

  • Ergonomic-Check: Bildschirm in Augenhöhe, Stuhl mit Lordosenstütze, ausreichende Beleuchtung.
  • Elektrische Sicherheit: regelmäßige Prüfung von Verlängerungsleitungen und Mehrfachsteckern durch Fachkraft.
  • Gefährdungsbeurteilung Homeoffice: Brandmelder, Erste-Hilfe-Kasten, Notfallnummern im Blickfeld.

4. Kommunikation & Dokumentation

  • Benutzung von Notfall-App (GPS-Tracking nur dienstlich).
  • Reisekosten-App zur Nachweis von Arbeitszeit und Fahrten (ArbZG § 16).

Abschnitt 4

Gefährdungen & Schutzmaßnahmen

Häufige Gefährdungen

  • Verkehrsunfälle: Zeitdruck, Telefonieren am Steuer.
  • Stolper- und Rutschunfälle: unbeleuchtte Parkplätze, glatte Eingangsbereiche.
  • Gewalt am Arbeitsplatz: aggressive Kunden oder Passanten.
  • Erkrankungen: Stress, Rückenbeschwerden durch langes Sitzen.

TOP-Prinzip – Technik, Organisation, Persönliche Schutzausrüstung

  • Technik: Assistenzsysteme (Spurhalteassistent, Notbremsassistent), geprüfte Laptops nach TCO-Standard.
  • Organisation: Fahrtzeitpuffer einplanen, Pausen gemäß ArbZG § 5, Einzelnachweise im Fahrtenbuch.
  • Persönliche Schutzausrüstung: Sicherheitsschuhe S1P, Warnweste nach EN ISO 20471, ggf. Einmalhandschuhe im Kundeneinsatz.

Abschnitt 5

Zielgruppen & Branchen

Diese Unterweisung ist besonders relevant für:

  • Vertriebsmitarbeiter (Industrie, Pharma, IT-Dienstleistungen)
  • Kundendiensttechniker (Heizung, Klima, EDV)
  • Berater & Coaches mit wechselnden Kundenstandorten
  • Mobility-Services & Fuhrparkpersonal

Branchenspezifische Besonderheiten z. B. in der Chemieindustrie (Explosionsschutz auf Kundenanlagen) oder Energiewirtschaft (Arbeiten unter Spannung) werden modulergänzt.

Abschnitt 6

Intervalle & Dokumentation

Regelmäßige Wiederholung: jährlich gemäß DGUV Vorschrift 1 § 4 Abs. 4, bei neuen Technologien (z. B. E-Auto-Fuhrpark) oder neuen Kundenstandorten innerhalb von drei Monaten nach Einführung.

Dokumentation: Die Teilnahme wird digital protokolliert mit Name, Datum, Inhalte, Prüffragen. Die Aufbewahrungsfrist beträgt 5 Jahre (ArbSchG § 12 Abs. 5). Bei E-Learning wird zusätzlich die Lernzeit dokumentiert und durch Multiple-Choice-Test bestätigt.

In der Praxis

Was Verantwortliche wissen müssen

Checkliste

Das sollten Sie prüfen

  • Fahrzeugkontrolle vor jeder Tour (Reifen, Licht, Erste-Hilfe-Kasten)
  • Sicherheitsgurt auch als Beifahrer angelegt
  • Homeoffice-Arbeitsplatz ergonomisch eingerichtet
  • Kundeneinweisung vor Ort erhalten (Fluchtwege, Notfallnummern)
  • Persönliche Schutzausrüstung (Sicherheitsschuhe, Warnweste) dabei
  • Datenschutz auf Notebook und Smartphone aktiviert
  • Pausenzeiten und Lenkzeiten eingehalten
  • Unfall- oder Störungsmeldung an zentrale Stelle gemeldet

Häufige Fehler

Das geht oft schief

  1. „Unfall passiert schon nicht“-Mentalität
    Viele Mitarbeiter verzichten auf Sicherheitsschuhe, wenn sie nur „kurz“ beim Kunden sind – 30 % der Sturzverletzungen passieren beim ersten Betreten.
  2. Fehlende Pausenplanung
    Zeitdruck führt zu übermüdungsbedingten Unfällen. ArbZG-Lenkzeit wird ignoriert.
  3. Homeoffice ohne Prüfung
    Verlängerungskabel versteckt unter Teppichen, keine regelmäßigen Elektroprüfungen.
  4. Smartphone am Steuer
    Trotz Freisprechanlage Ablenkung – Bußgeld und Unfallrisiko steigen erheblich.
  5. Keine Notfallnummern
    Mitarbeiter kennen weder interne Notfallhotline noch die 112 bei Kunden im Ausland.

Sonderfälle

Das gilt zusätzlich

  • Auszubildende und Werksstudenten
    Erhalten dieselbe Schulung wie festangestellte Mitarbeiter, zusätzlich Begleitfahrten durch erfahrene Kollegen in den ersten drei Monaten.
  • Schwangere und stillende Mitarbeiterinnen
    Anpassung der Fahrzeuge (Gurtverlauf, Sitzhöhe) und Homeoffice-Ausstattung (verstellbarer Schreibtisch) gemäß MuSchG.

Häufige Fragen

Fragen zur Unterweisung Arbeitssicherheit im Außendienst

Muss mein Arbeitgeber mir einen Firmen-PKW zur Verfügung stellen?

Nein, aber er muss sicherstellen, dass das genutzte Fahrzeug den technischen Anforderungen der DGUV Vorschrift 70 entspricht und eine Gefährdungsbeurteilung für private Nutzung vorliegt.

Darf ich im Homeoffice die privaten Steckdosen nutzen?

Ja, der Arbeitgeber muss aber die elektrische Sicherheit prüfen und ggf. eine Prüfplakette anbringen lassen .

Was tun bei Gewalt auf Kundenräumen?

Sofort den Ort verlassen, 112 rufen und Vorgesetzten informieren. Der Arbeitgeber muss ein Notfallkonzept und Schulung zum Deeskalationsverhalten anbieten.

Wie oft muss ich die Schulung wiederholen?

Mindestens jährlich und bei wesentlichen Änderungen (neuer Fuhrpark, neue Kundenregion).

Muss ich die Schulungsunterlagen mitnehmen?

Die Nachweise sind digital abrufbar; ein Ausdruck ist nicht nötig. Bei Prüfungen durch Berufsgenossenschaft reicht die elektronische Einsichtnahme.

Gilt die Schulung auch für Fahrten ins Ausland?

Ja, zusätzlich sind nationale Vorschriften (z. B. französische Warnwestenpflicht) zu beachten – diese werden in der Unterweisung aufgegriffen.

Was kostet mich als Arbeitgeber eine Online-Schulung?

Deutlich weniger als Präsenzschulungen – keine Reisekosten, sofortige Dokumentation und Skalierbarkeit für alle Mitarbeiter.

Wer haftet bei Unfällen durch unterlassene Schulung?

Der Arbeitgeber trägt die volle Haftung nach ArbSchG § 3 und kann zusätzlich Bußgelder nach § 25 riskieren.

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