Kerninhalte einer ganzheitlichen PSA-Unterweisung
Eine Unterweisung "PSA Kopf bis Fuß" muss systematisch alle Körperbereiche abdecken und das Wissen praxisnah vermitteln. Sie beginnt mit den grundlegenden Prinzipien: Was ist PSA? Welche Rolle spielt sie im TOP-Prinzip (Technisch, Organisatorisch, Persönlich)? Warum ist sie die letzte Schutzmaßnahme? Die Teilnehmer müssen verstehen, dass PSA Gefährdungen nicht beseitigt, sondern den Träger schützt.
Schutz für den Kopf
Die Unterweisung behandelt die Auswahlkriterien für Schutzhelme (DIN EN 397): Schutz gegen herabfallende Gegenstände, Stoßfestigkeit, Isolierung. Wichtig ist die Erläuterung der Tragezeit, der Prüfintervalle und der korrekten Einstellung des Innenausbaus. Für Augen- und Gesichtsschutz (DIN EN 166) müssen die verschiedenen Schutzstufen (z.B. gegen mechanische Gefährdungen, Flüssigkeitsspritzer, optische Strahlung) und die Passform thematisiert werden. Bei Gehörschutz (DIN EN 352) steht die korrekte Anwendung von Ohrstöpseln und Kapselgehörschützern im Vordergrund, einschließlich der Unterweisung zur Ermittlung der Tragezeit bei unterschiedlichen Lärmpegeln.
Schutz für den Körper und die Extremitäten
Für den Atemschutz (DIN EN 149) muss streng zwischen filtrierenden Halbmasken (FFP-Masken) und isolierenden Geräten unterschieden werden. Die Unterweisung muss die Grenzen der filtrierenden Masken, die Dichtheitsprobe und die Lagerung beinhalten. Beim Handschutz (DIN EN 388, 374, 407) ist die Zuordnung der Schutzhandschuhe zur konkreten Gefährdung (Schnitt, Chemikalien, Hitze) zentral. Die Tragezeit, das Durchbruchverhalten von Chemikalienschutzhandschuhen und das richtige Ausziehen müssen praktisch geübt werden.
Der Schutz des Rumpfes umfasst Warnkleidung (DIN EN ISO 20471), Schutzkleidung gegen Chemikalien (DIN EN 13034: Typ 6) oder Hitze (DIN EN 11612). Hier sind Passform, Kennzeichnung und Pflege wichtige Themen. Für den Fußschutz (DIN EN ISO 20345) müssen die Sicherheitsklassen (SB, S1-S5) und die jeweiligen Schutzprofile (durchtrittsicher, antistatisch, wasserdicht) erklärt werden. Die Unterweisung schließt mit dem Höhenschutz (DIN EN 361) ab, wo die Komponenten des Auffangsystems (Gurt, Verbindungsmittel, Anschlagpunkt), die korrekte Anlegereihenfolge und die Überprüfung vor jedem Einsatz im Mittelpunkt stehen.
Ein integraler Bestandteil ist die praktische Anprobe und Handhabung. Die Beschäftigten müssen jede PSA-Komponente unter Anleitung anlegen, justieren und auf korrekten Sitz prüfen. Nur so können Fehlanwendungen im Arbeitsalltag vermieden werden.