Thema · Arbeitsschutz
Unterweisung Fußschutz: Schuhe richtig wählen, prüfen & pflegen
Rechtssicher · Barrierefrei · Mit Zertifikat
Steckbrief
- Dauer
- ca. 7 Minuten, jederzeit unterbrechbar
- Bereiche
- Arbeitsschutz · Außenbereich, Grünfläche · Bauhof · Schutzausrüstung
- Rechtsgrundlage
- DGUV Regel 112-191 - Benutzung von Fuß- und Knieschutz; PSA-BV - Verordnung über Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Benutzung persönlicher Schutzausrüstungen bei der Arbeit
- Nachweis
- Zertifikat automatisch als PDF
- Sprachen
- Deutsch, Englisch, Französisch und weitere
- Kennung
- UWC-Nr. 4026
Ihre Vorteile
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Auf dieser Seite
Abschnitt 1
Rechtliche Grundlagen
Zugrunde liegende Regelwerke
- DGUV Regel 112-191 - Benutzung von Fuß- und Knieschutz · Ausgabe 2025.12
- PSA-BV - Verordnung über Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Benutzung persönlicher Schutzausrüstungen bei der Arbeit
Die Verweise führen zur jeweils herausgebenden Stelle.
Abschnitt 2
Pflichten des Arbeitgebers
Abschnitt 3
Inhalte der Unterweisung
1. Aufbau und Kennzeichnung von Arbeitsschutzschuhen
Die Teilnehmenden lernen die europäische Norm EN ISO 20345 und die Sicherheitsklassen kennen:
- S1: geschlossene Ferse, energiespeichernde Ferse (E), antistatische Eigenschaften (A)
- S2: wie S1 + wasserdichtes Obermaterial (WRU)
- S3: wie S2 + durchtrittsichere Zwischensohle (P)
- Zusatzkennzeichen: HI (Hitzeisolierung), CI (Kälteisolierung), HRO (Heißluft- und Flammenbeständigkeit), ESD (elektrostatische Ableitung)
2. Praxis-Check: richtig anziehen und Sitz prüfen
Mit Hands-on-Videos wird demonstriert, wie man die richtige Schuhgröße ermittelt, Verschlusssysteme richtig schließt und Druckstellen frühzeitig erkennt. Ein Check-Template für die tägliche Sichtprüfung (Sohlen, Naht, Metallschutzkappe) wird ausgehändigt.
3. Pflege und Hygiene
- Reinigungsintervalle je nach Einsatzfeld (täglich in der Lebensmittelindustrie, wöchentlich im Büro)
- geeignete Reinigungsmittel (pH-neutrale Seifen, keine Lösungsmittel)
- Trocknung bei Raumtemperatur, keine Heizungswärme
- Einlegesohlen regelmäßig tauschen (max. 6 Monate)
4. Lebensdauer und Ausmusterung
Die Teilnehmenden erfahren, dass die Lebensdauer nicht nur von der Laufleistung, sondern auch von mechanischen und chemischen Belastungen abhängt. Als Faustregel gilt: nach 500–1000 km Laufleistung oder spätestens nach 2 Jahren Austausch. Schuhe mit Rissbildung, durchgetretener Sohle oder lockerer Kappe sind sofort zu ersetzen.
5. Spezialfälle: Diabetiker und Schwangere
Diabetiker benötigen oft orthopädische Sonderanfertigungen; hier wird auf die Notwendigkeit eines ärztlichen Attests und die Kooperation mit dem Sicherheitsbeauftragten hingewiesen.
Abschnitt 4
Gefährdungen & Schutzmaßnahmen
Typische Gefährdungen
- Quetsch- und Stichverletzungen: Umherliegende Teile, Hubwagen, Paletten – Schutz durch Kappe (SB) und durchtrittsichere Sohle (P) gemäß TOP-Prinzip (Technisch-organisatorisch-persönliche Maßnahmen).
- Rutsch- und Sturzgefahr: Öl- oder Wasserpfützen – Antirutsch-Profil (SRC) und Arbeitsplatzreinigung.
- Kälteschäden: Tiefkühllager – isolierte Sohle (CI) und Arbeitszeitbegrenzung.
- Elektrische Gefährdung: Arbeit an offenen Stromkreisen – isolierendes Überschuhwerk (EH) nach DGUV Vorschrift 3 § 8.
Die Reihenfolge des TOP-Prinzips wird in der Schulung vermittelt: Zuerst technische (z. B. Ablageflächen erhöhen), dann organisatorische (z. B. Begehungswege festlegen) und erst danach persönliche Maßnahmen (Sicherheitsschuhe).
Abschnitt 5
Zielgruppen & Branchen
Abschnitt 6
Intervalle & Dokumentation
In der Praxis
Was Verantwortliche wissen müssen
Checkliste
Das sollten Sie prüfen
- Sicherheitsklasse (S1, S2, S3) passt zur Gefährdungsbeurteilung?
- Zusatzkennzeichen (P, CI, HRO, ESD) vorhanden und aktuell?
- Sichtprüfung: Sohle intakt, Kappe ohne Riss, Schnürung fest?
- Einlegesohle ausgetauscht (max. 6 Monate)?
- Reinigungs- und Trocknungsprotokoll geführt?
- Unterweisung dokumentiert und unterschrieben?
- Ersatzschuhe vorrätig?
- Spezialfälle (Diabetiker) geklärt?
Häufige Fehler
Das geht oft schief
- Falsche SchuhgrößeEin Spiel von 10–15 mm vor den Zehen wird oft vergessen – führt zu Druckstellen und Blasen.
- Vernachlässigte SichtprüfungTäglicher Blick auf Sohle und Verschluss wird als „überflüssig“ abgetan – Risiko: durchgetretene Sohle = durchtrittsicher verloren.
- Lösungsmittel zur ReinigungAceton oder Benzin verätzten das Obermaterial und lösen Klebungen – Folge: vorzeitiger Schuhbruch.
- Kein Ersatz nach SturzSchuhe werden nach einem schweren Sturz weitergetragen, obwohl die Kappe deformiert ist – Schutz leidet massiv.
- Unvollständige UnterweisungNur Klassen genannt, aber keine Pflegehinweise – Mängel werden im Audit bemängelt.
Sonderfälle
Das gilt zusätzlich
- Diabetiker und orthopädische Maßnahmen Diabetiker haben ein erhöhtes Risiko für Fußläsionen. Sind Sicherheitsschuhe nach EN ISO 20345 nicht tragbar, kann eine ärztliche Verordnung für orthopädische Sonderanfertigungen vorliegen. Diese müssen trotzdem die Sicherheitsmerkmale (z. B. Kappe) erfüllen oder durch technische Maßnahmen ersetzt werden. Der Sicherheitsbeauftragte dokumentiert die Abweichung und prüft regelmäßig, ob die Maßnahme weiterhin ausreicht.
Häufige Fragen
Fragen zur Unterweisung Fußschutz
Mein Mitarbeiter trägt bereits Sicherheits-Sneaker privat – reicht das aus?
Wie oft muss die Sichtprüfung stattfinden?
Wer zahlt die Sicherheitsschuhe?
Gibt es eine Altersgrenze für Sicherheitsschuhe?
Müssen Sicherheitsschuhe im Trockenraum getragen werden?
Kann die Schulung auch online stattfinden?
Was tun bei allergischen Reaktionen?
Wie dokumentiere ich die Unterweisung?
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