Thema · Arbeitsschutz
DGUV Schweißen – Rechtssichere Unterweisung für Produktion und Handwerk
Rechtssicher · Barrierefrei · Mit Zertifikat
Steckbrief
- Dauer
- ca. 4 Minuten, jederzeit unterbrechbar
- Bereiche
- Arbeitsschutz · Bauhof · Hausmeister · Maschinen, Geräte · Produktion
- Rechtsgrundlage
- DGUV Information 209-010 - Lichtbogenschweißen; DGUV Information 209-011 - Gasschweißen
- Nachweis
- Zertifikat automatisch als PDF
- Sprachen
- Deutsch, Englisch, Französisch und weitere
- Kennung
- UWC-Nr. 7019
Ihre Vorteile
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DE, EN, FR u. a.
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Zertifikat
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Kurz und bündig
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Barrierefrei
WCAG 2.2 AA
Auf dieser Seite
Abschnitt 1
Rechtliche Grundlagen
Zugrunde liegende Regelwerke
- DGUV Information 209-010 - Lichtbogenschweißen · Ausgabe 2017.03
- DGUV Information 209-011 - Gasschweißen · Ausgabe 2018.10
Die Verweise führen zur jeweils herausgebenden Stelle.
Abschnitt 2
Pflichten des Arbeitgebers
Abschnitt 3
Inhalte der Unterweisung
Abschnitt 4
Gefährdungen & Schutzmaßnahmen
- Thermische Gefährdungen: Funkenflug, Strahlungswärme und Kontakt mit heißen Werkstücken können Verbrennungen zweiten und dritten Grades verursachen.
- Optische Strahlung: Ultraviolette (UV) und infrarote (IR) Strahlung vom Schweißbogen führt zu Augenentzündungen (Lichtbogenkonjunktivitis) und Hautschäden.
- Schweißgase und -dämpfe: Bei allen Verfahren entstehen gesundheitsschädliche Gase wie Ozon, Stickoxide, Kohlenmonoxid und bei bestimmten Werkstoffen Schwermetalle (z. B. Chrom(VI)-Verbindungen beim Schweißen von rostfreiem Stahl). Diese können akute Reizungen der Atemwege sowie langfristig Krebs erzeugen.
- Elektrische Gefährdungen: Beim Lichtbogen-Schweißen besteht Gefahr von Stromschlag bei fehlerhafter Isolierung oder unsachgemäßer Erdung.
- Lärm: Besonders beim Plasmaschweißen und Schleifen nach dem Schweißen können Lärmpegel über 85 dB(A) erreicht werden.
- Brand- und Explosionsgefahr: Funken können brennbare Materialien, Lösungsmittel oder Gasleitungen entzünden.
Als technische Schutzmaßnahmen werden unter anderem Lokale Absauganlagen gemäß DGUV Regel 112-190 eingesetzt, die Schweißgase direkt am Entstehungspunkt erfassen. Weiterhin sind SchutzvorrichtungenSchweißzonen, die Beschränkung der Schweißzeit anhand von Expositionswerte „Benutzung von Atemschutzgeräten“, die Einführung von Pausenplänen und die regelmäßige Wartung von Schweißgeräten. Auf persönlicher Ebene ist die konsequente Nutzung von PSA zwingend erforderlich: Schweißhelm mit automatisch verdunkelndem Filter (ADF), Schweißschutzhandschuhe, feuerhemmende Oberbekleidung, Sicherheitsschuhe und bei Bedarf Atemschutz. Zusätzlich müssen alle Beschäftigten über die richtige Lagerung und Wartung der PSA informiert werden, um deren Schutzfunktion zu erhalten. Durch die konsequente Anwendung des TOP-Prinzips lassen sich die meisten Gefährdungen auf ein akzeptables Minimum reduzieren.
Abschnitt 5
Zielgruppen & Branchen
Abschnitt 6
Intervalle & Dokumentation
In der Praxis
Was Verantwortliche wissen müssen
Checkliste
Das sollten Sie prüfen
- Gefährdungsbeurteilung vor Schweißarbeiten liegt vor und ist aktuell.
- Geeignete lokale Absauganlage ist vorhanden und funktioniert.
- Schweißhelm mit korrekt eingestellter Dunkelstufenschutzstufe (ADF) wird getragen.
- Schweißschutzhandschuhe und feuerhemmende Oberbekleidung werden verwendet.
- Sicherheitsschuhe mit Stahlkappe und antistatischer Sohle sind getragen.
- Brennbare Materialien sind in einem Radius von mindestens 5 m entfernt.
- Feuerlöscher oder Löschdecke ist griffbereit und funktionsfähig.
- Not-Aus-Schalter und Not-Stop-Einrichtungen am Schweißgerät sind gekennzeichnet und getestet.
- Elektroden, Drähte und Gasflaschen sind sachgemäß gelagert und gekennzeichnet.
- Nach Schweißen wird das Werkstück auf Resthitze und Funken geprüft, bevor es verlassen wird.
Häufige Fehler
Das geht oft schief
- Fehlende oder falsche PSABeschäftigte tragen lediglich einen gewöhnlichen Handschuh statt eines zertifizierten Schweißschutzhandschuhs oder verzichten auf den Schweißhelm, was zu Verbrennungen und Augenschäden führt.2. Unzureichende Absaugung: Das Schweißen erfolgt ohne lokale Absauganlage oder mit verstopften Filtern, wodurch Schweißgase und -dämpfe unbeabsichtigt eingeatmet werden.3. Brennbare Materialien nicht entfernt: Lösungsmittel, Ölreste oder Holzspäne in der Nähe des Schweißbereichs entzünden sich durch Funkenflug und verursachen Brände.4. Fehlende Erdung des Werkstücks: Bei Lichtbogen-Schweißen fehlt die korrekte Masseverbindung, wodurch das Risiko eines Stromschlags erhöht wird.5. Unregelmäßige Wartung der Schweißgeräte: Undichte Gasanschlüsse, abgenutzte Elektrodenhalterungen oder defekte Kabel werden nicht ersetzt, was zu Gaslecks oder elektrischen Gefährdungen führt.6. fehlende Dokumentation: Unterweisungen werden mündlich durchgeführt, ohne schriftlichen Nachweis, wodurch bei Prüfungen kein Beweis für die Erfüllung der Unterweisungspflicht vorliegt.
Sonderfälle
Das gilt zusätzlich
Häufige Fragen
Fragen zur Unterweisung DGUV- Schweißen
Wie oft muss die Unterweisung zum Schweißen wiederholt werden?
Die Unterweisung muss vor Aufnahme der Tätigkeit, bei Wechsel des Arbeitsplatzes, bei Einführung neuer Schweißverfahren oder Änderungen der Arbeitsbedingungen sowie mindestens einmal jährlich erfolgen. Zusätzlich ist sie nach Unfällen oder Near‑Miss‑Events unverzüglich nachzuholen.
Welche persönliche Schutzausrüstung (PSA) ist beim Schweißen verpflichtend?
Pflicht sind ein Schweißhelm mit geeigneter Dunkelstufenschutzstufe (ADF oder fest), Schweißschutzhandschuhe nach EN 12477, feuerhemmende Schweißjacke oder -overall nach EN ISO 11611, Sicherheitsschuhe mit Stahlkappe und bei Bedarf Atemschutz (Partikelfilter P2/P3 oder Gasfilter gemäß Gefahrstoffbeurteilung).
Welche gesetzlichen Vorgaben gelten für die Absaugung von Schweißgasen?
Die DGUV Regel 112-190 verlangt, dass bei Schweißarbeiten lokale Absauganlagen eingesetzt werden, die Schweißgase und -dämpfe am Entstehungspunkt erfassen. Die Anlage muss regelmäßig gewartet und ihre Leistungsfähigkeit geprüft werden.
Was ist beim Schweißen von Edelstahl besonders zu beachten?
Beim Schweißen von Edelstahl können gesundheitsschädliche Chrom„Benutzung von Atemschutzgeräten“-Verbindungen entstehen. Es ist daher eine effektive Absaugung erforderlich, und bei nicht ausreichender Reduktion muss ein geeigneter Atemschutz (Partikelfilter mit Zusatz für Chrom(VI)) getragen werden. Zusätzlich sollte die Werkstücktemperatur überwacht werden, um eine Überhitzung zu vermeiden.
Wie lange müssen Unterweisungsunterlagen aufbewahrt werden?
Unterweisungsunterlagen sind gemäß DGUV Vorschrift 1, § 12 mindestens 10 Jahre aufzubewahren, unabhängig davon, ob sie schriftlich oder elektronisch vorliegen.
Was ist zu tun, wenn ein Funken ein brennbares Material entzündet?
Unverzüglich den Not-Aus bzw. Not-Schalter betätigen, den Brand mit einem geeigneten Feuerlöscher (Klasse B oder C) löschen, die Feuerwehr rufen, wenn der Brand nicht innerhalb weniger Sekunden unter Kontrolle ist, und den Vorfall im Unfallbuch dokumentieren.
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