Die DGUV Regel 109-607 bündelt die zentralen Inhalte in fünf Lerneinheiten:
1. Gefährdungserkennung am Arbeitsplatz
Teilnehmende lernen typische elektrische Gefährdungen zu identifieren: freiliegende Leiter, fehlende Schutzleiter, beschädigte Kabelisolierungen, unsachgemäße Verlängerungsleitungen, feuchte Umgebungen, fehlende Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen. Anhand von Fotos und Beispielen aus Metall-, Holz- und Chemie-Betrieben wird ein praxisnaher Blick geschult.
2. Funktionsweise von Schutzmaßnahmen
Aufklärung über Schutzklassen (Schutzklasse I mit Schutzleiter, Schutzklasse II doppelt isoliert, Schutzkleinspannung), Erdung und Potentialausgleich, Fehlerstrom-Schutzschalter (RCD), Überspannungsschutz und Brandschutz durch Fehlererkennung. Kurze Übungen zeigen, wie ein RCD-Test und ein Isolationsmessgerät funktionieren.
3. Prüfung und Instandhaltung elektrischer Geräte
VIS-Prinzip: Visualprüfung (Kabel, Stecker, Gehäuse), Isolationstest, Schutzleiterprüfung. Die Teilnehmenden erhalten eine Schritt-für-Schritt-Anleitung samt Checkliste. Die Regel „Nicht autorisiertes Öffnen verboten“ wird betont; Reparaturen dürfen nur durch Elektrofachkräfte erfolgen.
4. Verhalten bei Stromunfällen und Notfallmaßnahmen
Reihenfolge der Ersten Hilfe: Unfallstelle sichern → Strom ausschalten → Unfallmeldung → Erste Hilfe leisten. Schulung der Herz-Lungen-Wiederbelebung und des richtigen Umgangs mit Unfallverletzten. Einbindung des betrieblichen Ersthelfer-Teams wird erklärt.
5. Persönliche Schutzausrüstung (PSA) und Verhaltensregeln
Einsatz von isolierenden Schutzhandschuhen, Schutzschuhen mit elektrischer Durchgangsfestigkeit, Feuerwehrschläuchen und – wenn erforderlich – Atemschutz. Verhaltensregeln wie „Nasse Hände keinen Kontakt“, „Gerät ausschalten vor Reinigung“, „Keine Adapterschäden ignorieren“ werden mit praktischen Übungen gefestigt.