1. Gefährdungsbeurteilung und rechtliche Grundlagen Die Schulung beginnt mit der Einführung in die arbeitsrechtlichen Rahmenbedingungen: Welche Stoffe gelten als gefährlich (GHS-Kennzeichnung), wie erfolgt die Einstufung von Lacken und Lösemitteln, welche Expositionsgrenzwerte gelten und wie werden diese gemessen. Ein praktisches Beispiel zeigt, wie die Gefährdungsbeurteilung für einen Lackierraum mit Kreuzbahnkabine und integrierter Abluftanlage erstellt wird.
2. Sicherer Umgang mit Lackier- und Beschichtungsstoffen Die Teilnehmenden lernen, Sicherheitsdatenblätter richtig zu lesen, Gefahrstoffkennzeichnungen zu deuten und Lager- sowie Transportvorschriften anzuwenden. Dabei wird auf TRGS 510 („Lagerung von Gefahrstoffen in ortsbeweglichen Behältern“) und TRGS 600 („Substitution“) eingegangen. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Instandhaltung von Pumpen, Leitungen und Spritzpistolen zur Vermeidung von Leckagen und Explosionen.
3. Persönliche Schutzausrüstung (PSA) und Arbeitsorganisation Welche PSA ist bei welcher Tätigkeit erforderlich? Filternhalbmasken gegen Partikel, Kombinationsfilter ABEK-P3 gegen Lösemitteldämpfe oder umfassende Körperumhüllung beim Pulverbeschichten? Die Schulung vermittelt Auswahl-, Pflege- und Dichtheitsprüfungs-Kriterien. Ergänzend wird erläutert, wie Arbeitsabläufe so gestaltet werden, dass Ruhezeiten für Haut und Atemwege entstehen.
4. Umgang mit Trocknungs- und Aushärtungsprozessen Trockner und Umluftöfen bergen Explosionsrisiken. Die Teilnehmenden erfahren, wie Temperaturen, Zündtemperaturen und LEL-Grenzwerte (Lower Explosion Limit) gemessen und überwacht werden. Ein Beispiel zeigt die korrekte Beladung eines Trockners und die Notabschaltung bei Überschreitung der Grenzwerte.
5. Praktische Übungen und Fehlervermeidung Simulation eines Unfalls: Ein Mitarbeiter verschüttet Lösemittel und erleidet Hautirritationen. Die Gruppe übt Erste-Hilfe-Maßnahmen, Auslauf-Bekämpfung und Meldung gemäß GefStoffV § 16. Ein Quiz zu häufigen Fehlern (z. B. Mischen von Restlacken, falsche Entsorgung) rundet die Praxisphase ab.