Thema · Arbeitsschutz
DGUV Vorschrift 70 UVV Fahrzeuge – Kapitel IV „Betrieb“: Komplette Online-Unterweisung
Rechtssicher · Barrierefrei · Mit Zertifikat
Steckbrief
- Dauer
- ca. 3 Minuten, jederzeit unterbrechbar
- Bereiche
- Arbeitsschutz · Bauhof · Fahrzeuge
- Rechtsgrundlage
- DGUV Vorschrift 70 - Fahrzeuge
- Nachweis
- Zertifikat automatisch als PDF
- Sprachen
- Deutsch, Englisch, Französisch und weitere
- Kennung
- UWC-Nr. 7018
Ihre Vorteile
Warum Unterweisungscenter?
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Rechtssicher
ArbSchG-konform
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Mehrsprachig
DE, EN, FR u. a.
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Zertifikat
Automatisch als PDF
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Ein Klick
Keine Registrierung
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KISS
Kurz und bündig
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Barrierefrei
WCAG 2.2 AA
Auf dieser Seite
Abschnitt 1
Rechtliche Grundlagen
- §3 Verantwortlichkeit des Arbeitgebers für Sicherheit und Gesundheitsschutz
- §12 Unterweisungspflicht der Beschäftigten
- §17 Bußgeldvorschriften bei Verstoß
- §3 Gefährdungsbeurteilung auch für Fahrzeuge und Flurförderzeuge
- §10 wiederkehrende Prüfungen durch qualifizierte Person
- Kapitel IV „Betrieb“ – konkrete Betriebsanweisungen, Verhaltensregeln und Prüfvorgaben für alle Fahrzeugarten
Zugrunde liegende Regelwerke
- DGUV Vorschrift 70 - Fahrzeuge · Ausgabe 1990.10 aktualisierte
Die Verweise führen zur jeweils herausgebenden Stelle.
Abschnitt 2
Pflichten des Arbeitgebers
- Unterweisungspflicht: Jeder Fahrzeugnutzer muss vor Erstbenutzung und mindestens einmal jährlich wiederkehrend über „Betrieb“ nach Kapitel IV DGUV V70 unterwiesen werden.
- Gefährdungsbeurteilung: Nach BetrSichV §3 ist für jedes Fahrzeug eine schriftliche Gefährdungsbeurteilung erforderlich, die Lebenszyklusphasen wie Betrieb, Wartung und Reparatur abdeckt.
- Dokumentation: Nach DGUV V70 §4 muss die Unterweisung schriftlich oder digital festgehalten und 10 Jahre lang aufbewahrt werden. Die wiederkehrende Prüfung nach BetrSichV §10 (BG-Prüfung) ist nur für Fahrzeuge mit Hubarbeitsbühnen zwingend, für reine Stapler gelten die Dauerfahrt-Prüfungen nach DGUV V70 Anhang 2.
- Organisation: Festlegung von Verantwortlichen (Sicherheitsfachkraft, Sachkundiger für Betriebssicherheit), Erstellung eines Fahrzeugbetriebshandbuchs und Festlegung von Dienstwegen.
Abschnitt 3
Inhalte der Unterweisung
Lerneinheit 1 – Grundlagen des Betriebs
Inhalt: Aufbau und Funktion wichtiger Betriebsmittel (Lenkung, Bremse, Hub- und Zusatzaggregate). Kennzeichnung und Typenschilder gemäß DGUV V70 §20. Betriebsanleitung als rechtlich verpflichtende Arbeitsanweisung.
Lerneinheit 2 – Betriebsanweisung und Fahrauftrag
Inhalt: Wie wird ein Fahrauftrag korrekt erstellt? Welche Angaben müssen enthalten sein (Ladungsschwerpunkt, Streckenbeschreibung, Gefahrgutklassen)? Praxisbeispiel: Ausfüllen eines digitalen Fahrauftrags in der App „BG eCheck“. Vier-Augen-Prinzip bei kritischen Transporten.
Lerneinheit 3 – Fahrverhalten und Verkehrsregeln am Betriebsplatz
Inhalt: Geschwindigkeitsbegrenzungen (Flurförderzeuge max. 6 km/h, Personenaufzüge max. 3 km/h), Durchfahrtsbreiten, Wendekreise und Sichtweiten. Rechts-vor-links-Regel im Betriebshof. Verhalten an Engstellen und Rampen. Praxisvideo: richtiges Rangieren mit Anhänger.
Lerneinheit 4 – Ladungssicherung und Hubvorgang
Inhalt: Ladungssicherung nach VDI 2700 – Spannmittel, Anschlagwinkel, Sicherheitsfaktor. Schwerpunktbestimmung, Tragfähigkeitsdiagramme und Gefahren durch Überladung. Praxisübung: Hubvorgang mit Teleskopstapler – Absenksicherung, automatische Lastmoment-Begrenzung.
Lerneinheit 5 – Betriebsunterbrechung, Wartung und Störungsbeseitigung
Inhalt: Sicheres Abstellen (Handbremse, Keile, Batterie-Trennung). Belehrung zur „Sachkundigen Person“ für Kleinwartungen wie Hydrauliköl nachfüllen. Störungsmeldung per QR-Code am Fahrzeug – digitale Störungsdatenbank.
Lerneinheit 6 – Notfall- und Unfallmanagement
Inhalt: Erste-Hilfe-Maßnahmen bei Quetschungen, Stromunfall. Unfallmeldung nach DGUV V1 §23. Rettungswege freihalten, Absperrung der Unfallstelle. Übung: Notruf 112 – was muss ich durchgeben?
Am Ende jeder Lerneinheit folgt ein kurzer Wissenstest (Multiple-Choice). Bei 80 % richtiger Antworten erhält der Teilnehmer das Zertifikat „DGUV V70 Kapitel IV Betrieb“.
Abschnitt 4
Gefährdungen & Schutzmaßnahmen
Typische Gefährdungen im Betrieb von Fahrzeugen und geeignete Schutzmaßnahmen nach dem TOP-Prinzip:
Gefährdung: Umkippen durch überhöhte Geschwindigkeit oder ungleichmäßige Ladung
- Technisch: Geschwindigkeitsbegrenzer einstellen, Hubbegrenzung aktivieren, Lastmoment-Kontrolle (LMI).
- Organisatorisch: Fahrwege kennzeichnen, Ampeln an Engstellen, Fahrverbotszonen für Fußgänger.
- Personell: Schulung zur richtigen Beladung, regelmäßige Fahrtechnik-Checks.
Gefährdung: Zusammenstoß mit Fußgängern oder anderen Fahrzeugen
- Technisch: Rückfahrwarner, LED-Markierungsleuchten, 360°-Kamera-Systeme.
- Organisatorisch: Verkehrswege trennen (Fahrzeug/Fußgänger), Belehrung zur Sichtverhältnisse beachten.
- Personell: Kommunikationspflicht Funkgerät, Schulung zur Beobachtungspflicht.
Gefährdung: Stromschlag bei Arbeiten an Elektroflurförderzeugen
- Technisch: Fehlerstrom-Schutzschalter (RCD), Isolationsüberwachung, Warnhinweise „Hochspannung“.
- Organisatorisch: „Sperrvermerk“ für Elektroarbeiten, nur Elektrofachkraft darf Batterie abklemmen.
- Personell: Elektrofachkraft ausbilden, Erste-Hilfe-Training für Stromunfall.
Gefährdung: Sturz aus der Kabine oder vom Hubgerüst
- Technisch: 3-Punkt-Sicherheitsgurt, Zugangsklappe mit automatischem Schließsystem.
- Organisatorisch: regelmäßige Kabinenreinigung, Verbot von „Drittverwendern“.
- Personell: Schulung „3-Punkt-Kontakt“ beim Ein-/Aussteigen.
Abschnitt 5
Zielgruppen & Branchen
- Logistik & Lager: Staplerfahrer, Kommissionierer mit Hubarbeitsbühnen
- Bau & Handwerk: Radlader, Teleskopstapler, Kranmonteure
- Industrie & Produktion: Werksverkehr mit Elektro-Transportern
- Kommunal & Entsorgung: Müllfahrzeuge, Kehrmaschinen
- Großküchen & Krankenhäuser: Speise- und Wäschewagen
Abschnitt 6
Intervalle & Dokumentation
- Erstunterweisung: vor Aufnahme der Tätigkeit (ArbSchG §12 Abs. 1)
- Wiederholungsunterweisung: mindestens alle 12 Monate oder bei Änderungen (neue Fahrzeugtypen, Störfälle)
- Gefährdungsbeurteilung: bei jeder technischen Änderung oder spätestens alle 3 Jahre (BetrSichV §3)
In der Praxis
Was Verantwortliche wissen müssen
Checkliste
Das sollten Sie prüfen
- Teilnahmebestätigung DGUV V70 Kapitel IV liegt vor und ist unterschrieben
- Fahrzeug-Betriebsanleitung ist aktuell und am Arbeitsplatz verfügbar
- Gefährdungsbeurteilung wurde erstellt und alle Mitarbeiter wurden informiert
- Fahrwege sind beschildert und von Fußgängerwegen getrennt
- Zweitjahresprüfung (BG-Prüfung) ist für Hubarbeitsbühnen fristgerecht durchgeführt
- Störungsmeldungen werden digital erfasst und nachverfolgt
- Erste-Hilfe-Kasten ist im Fahrzeugbereich ausreichend bestückt und zugänglich
- Einweisungsunterlagen sind 10 Jahre archiviert
Häufige Fehler
Das geht oft schief
- Fehlende oder veraltete BetriebsanleitungViele Fahrzeuge werden mit der allgemeinen Gebrauchsanweisung ausgeliefert, nicht aber mit der arbeitsplatzspezifischen Betriebsanleitung. Diese muss jedoch die konkreten Strecken, Ladungsarten und Sonderregelungen enthalten.
- „Schnell mal fahren“ ohne FahrauftragUnplanmäßige Transporte führen zu Unfällen, weil Sichtverhältnisse und Gewicht nicht bekannt sind. Ein Fahrauftrag ist auch für Kurzstrecken Pflicht.
- Verwechslung von Führerschein und UVV-UnterweisungEin Staplerschein (nach DGUV 308-001) ersetzt nicht die jährliche DGUV V70-Betriebsunterweisung – die Inhalte überlappen sich nur teilweise.
- Prüfintervall verpasst
Die wiederkehrende Prüfung (BG-Prüfung) darf nur bei Hubarbeitsbühnen maximal 12 Monate überschritten werden. Bei Staplern ist die Dauerfahrt-Prüfung (DGUV V70 Anhang 2) freiwillig, aber empfohlen und wird oft vergessen.
5. Keine Dokumentation der Störungsbeseitigung
Wird eine Störung „nebenbei“ behoben, fehlt häufig der Nachweis, dass nur Sachkundige tätig wurden – ein Punkt, den Prüfer besonders kritisch sehen.
Sonderfälle
Das gilt zusätzlich
- Jugendliche und Auszubildende
Bei Minderjährigen gelten strengere Altersgrenzen: Elektroflurförderzeuge erst ab 18 Jahren (JArbSchG §22). Die Unterweisung muss durch eine zusätzliche Erklärung des Ausbilders erfolgen.
Häufige Fragen
Fragen zur Unterweisung DGUV Vorschrift 70 UVV Fahrzeuge – Kapitel IV: Betrieb
Muss ich den Kurs auch machen, wenn ich nur gelegentlich einen Elektro-Hubwagen nutze?
Ja. Sobald Sie ein Fahrzeug am Arbeitsplatz führen, fällt DGUV V70 Kapitel IV „Betrieb“ an – unabhängig von der Häufigkeit oder des Fahrzeugtyps.
Kann ich die Unterweisung komplett digital durchführen?
Ja, wenn die Lernplattform interaktive Elemente, Praxisvideos und abschließende Kenntniskontrollen bietet. Die DGUV erkennt Online-Schulungen an, wenn sie die Inhalte Kapitel IV vollständig abdecken.
Was ist der Unterschied zwischen DGUV V70 und DGUV 308-001?
DGUV V70 Kapitel IV regelt den Betrieb, DGUV 308-001 die Ausbildung und Prüfung zum Staplerführerschein. Beide unterscheiden sich inhaltlich und rechtlich – Sie brauchen beides.
Wie lange dauert die Online-Unterweisung?
Ca. 45 Minuten netto Lernzeit. Die Lerneinheiten sind in kurze Module aufgeteilt, so dass Sie jederzeit pausieren können.
Was passiert, wenn ich den Test nicht bestehe?
Sie können die Prüfung beliebig oft wiederholen. Erst nach Bestehen (80 % richtige Antworten) wird das Zertifikat ausgestellt.
Benötige ich eine zusätzliche Schulung für Gefahrguttransport?
Wenn Sie gefährliche Güter transportieren, benötigen Sie zusätzlich die Gefahrgut-Schulung nach ADR oder nationalen Regelwerken. Diese deckt DGUV V70 Kapitel IV nicht ab.
Darf die Unterweisung von einer internen Sicherheitsfachkraft durchgeführt werden?
Ja, sofern die Fachkraft die DGUV-qualifizierte Schulung absolviert hat und die Inhalte Kapitel IV beherrscht. Alternativ nutzen viele Unternehmen zertifizierte Online-Programme aus Effizienzgründen.
Muss ich die Unterweisungsunterlagen auf Papier vorhalten?
Nein, digitale Signaturen sind ausreichend. Achten Sie jedoch auf revisionssichere Archivierung (z. B. PDF/A) und Zugriff für Prüfer.
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