Thema · Allgemein
Unterweisung Gefährdungsbeurteilung: Rechtssicher, praxisnah & online
Rechtssicher · Barrierefrei · Mit Zertifikat
Steckbrief
- Dauer
- ca. 8 Minuten, jederzeit unterbrechbar
- Bereiche
- Allgemein · Schulungen allg.
- Rechtsgrundlage
- ArbSchG - Gesetz über die Durchführung von Maßnahmen des Arbeitsschutzes zur Verbesserung der Sicherheit und des Gesundheitsschutzes der Beschäftigten bei der Arbeit; DGUV Vorschrift 1 - Grundsätze der Prävention
- Nachweis
- Zertifikat automatisch als PDF
- Sprachen
- Deutsch, Englisch, Französisch und weitere
- Kennung
- UWC-Nr. 4028
Ihre Vorteile
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WCAG 2.2 AA
Auf dieser Seite
Abschnitt 1
Rechtliche Grundlagen
Die Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) konkretisiert diese Pflicht für Arbeitsmittel in § 3 („Gefährdungsbeurteilung“) und verlangt eine wiederkehrende Überprüfung. Die DGUV Vorschrift 1 „Grundsätze der Prävention“ regelt in § 4 Abs. 2 die Verantwortlichkeiten des Arbeitgebers und § 6 Abs. 2 die Beteiligung der betriebsärztlichen und sicherheitstechnischen Dienste. Für Gefahrstoffe gelten zusätzlich GefStoffV § 6 („Gefährdungsbeurteilung bei Tätigkeiten mit Gefahrstoffen“) und DGUV Regel 109-001 („Gefährdungsbeurteilung für Tätigkeiten mit Gefahrstoffen“). Lärm- und Vibrations-ArbSchV sowie die Bildschirmarbeitsverordnung enthalten branchenspezifische Anforderungen.
Zugrunde liegende Regelwerke
- ArbSchG - Gesetz über die Durchführung von Maßnahmen des Arbeitsschutzes zur Verbesserung der Sicherheit und des Gesundheitsschutzes der Beschäftigten bei der Arbeit
- DGUV Vorschrift 1 - Grundsätze der Prävention · Ausgabe 2013.11
- TRBS 1111 - Gefährdungsbeurteilung
Die Verweise führen zur jeweils herausgebenden Stelle.
Abschnitt 2
Pflichten des Arbeitgebers
Als Arbeitgeber müssen Sie laut ArbSchG § 12 die erforderlichen Maßnahmen des Arbeitsschutzes organisieren und dokumentieren. Dazu gehört:
- Systematische Unterweisung: Jede Führungskraft und jeder Sicherheitsbeauftragte muss die Methodik der Gefährdungsbeurteilung kennen und anwenden können.
- Dokumentationspflicht: Die Ergebnisse der Beurteilung – einschließlich festgelegter Schutzmaßnahmen – sind in geeigneter Form festzuhalten (ArbSchG § 6).
- Aktualisierung: Bei neuen Tätigkeiten, Arbeitsmitteln oder Vorfällen ist die Beurteilung unverzüglich zu überprüfen und ggf. anzupassen.
- Information der Belegschaft: Mitarbeitende und deren Vertretungen sind nach ArbSchG § 11 regelmäßig zu informieren und einzubeziehen.
- Verantwortung: Obwohl externe Fachkräfte unterstützen dürfen, bleibt die letztverantwortliche Verantwortung beim Arbeitgeber (DGUV Vorschrift 1 § 4 Abs. 3).
Abschnitt 3
Inhalte der Unterweisung
1. Rechtlicher Rahmen & Verantwortlichkeiten
Sie lernen, welche Gesetze und Vorschriften konkret gelten (ArbSchG § 5 & § 6, BetrSichV § 3, DGUV Vorschrift 1). Anhand echter Bußgeld-Fälle wird verdeutlicht, was bei Unterlassung droht.
2. Systematische Gefahrenermittlung
Wir zeigen Ihnen bewährte Methoden zur Identifikation körperlicher, psychischer und organisatorischer Gefährdungen:
- Arbeitsplatzbegehung mit strukturierter Checkliste (DIN EN ISO 45001 Anhang A)
- Arbeitsanalyse mithilfe des Leitfadens zur Gefährdungsermittlung der DGUV
- Mitarbeiterbefragung und Einbindung des Betriebsrats nach BetrVG § 87
3. Risikobewertung & Priorisierung
Nach dem 5-Schritt-Modell der DGUV bewerten Sie:
- Eintrittswahrscheinlichkeit
- Ausmaß möglicher Gesundheitsschäden
- Anzahl betroffener Personen
- Existierende Schutzmaßnahmen
Ein praxisnaher Excel-Score ermöglicht sofortige Priorisierung und nachvollziehbare Dokumentation.
4. Maßnahmenplanung nach TOP-Prinzip
Sie erarbeiten konkrete Maßnahmen:
- Technisch: Maschinen- oder Raumabsaugung, ergonomische Arbeitsmittel
- Organisatorisch: Schichtsysteme, Verhaltensregeln, Erste-Hilfe-Pläne
- Persönlich: PSA-Auswahl, medizinische Vorsorge, Schulungen
Ein Live-Beispiel zeigt, wie ein Büroarbeitsplatz innerhalb von 30 Minuten beurteilt und Lösungen umgesetzt werden.
5. Dokumentation & Nachweis
Lernen Sie, welche Angaben das Dokument enthalten muss und wie Sie digitale Tools nutzen, um die Aufbewahrungsfrist von 10 Jahren (DGUV Vorschrift 2 § 26) rechtskonform einzuhalten.
Abschnitt 4
Gefährdungen & Schutzmaßnahmen
- Physische Belastung (Heben, Tragen): Technisch – Hubwagen oder Hebehilfen; Organisatorisch – Schulung im richtigen Hebetechnik; Persönlich – rückenschonende PSA.
- Psychische Belastung (Zeitdruck, Schichtarbeit): Technisch – Software zur Arbeitszeitoptimierung; Organisatorisch – geregelte Pausen, psychologische Beratungsangebote; Persönlich – Achtsamkeits-Trainings.
- Lärm über 85 dB(A): Technisch – Schallschutz an der Quelle; Organisatorisch – Lärmmessung in regelmäßigen Abständen; Persönlich – Gehörschutz nach DGUV Regel 112-194.
- Biologische Arbeitsstoffe (Labor, Krankenhaus): Technisch – Sicherheitswerkbank, Abzug; Organisatorisch – Standardarbeitsanweisungen; Persönlich – Schutzkleidung, Impfungen.
Das TOP-Prinzip stellt sicher, dass Sie stets die wirksamsten Maßnahmen zuerst umsetzen und so Kosten minimieren.
Abschnitt 5
Zielgruppen & Branchen
Die Schulung richtet sich an Führungskräfte, Sicherheitsbeauftragte, Betriebsärzte und HR-Verantwortliche in allen Branchen. Besonders relevant ist sie für:
- Industrie & Fertigung (Maschinen, Fertigungslinien)
- Bau- und Logistikunternehmen (physische Belastungen, Baustellenlärm)
- Gesundheitswesen (biologische & psychische Gefährdungen)
- Büro- und Verwaltungsbereiche (Bildschirmarbeit, psychische Belastung)
- Einzelhandel & Gastronomie (Schichtarbeit, Kundeninteraktion)
Abschnitt 6
Intervalle & Dokumentation
- neuen Arbeitsmitteln oder Verfahren
- Unfällen oder arbeitsbedingten Erkrankungen
- Änderung der gesetzlichen Anforderungen
Die Dokumente sind 10 Jahre (DGUV Vorschrift 2 § 26) aufzubewahren. Unsere Online-Plattform erinnert automatisch an Fälligkeiten und erzeugt revisionsfeste PDF-Ausdrucke.
In der Praxis
Was Verantwortliche wissen müssen
Checkliste
Das sollten Sie prüfen
- Alle Arbeitsplätze/Tätigkeiten erfasst?
- Gefährdungen nach Körperbereichen (Gehör, Rücken, Atmung) systematisch identifiziert?
- Ermittlungsergebnisse mit Betriebsrat abgestimmt (BetrVG § 87)?
- Risiko-Score transparent nachvollziehbar?
- TOP-Maßnahmen konkret benannt, Verantwortliche und Fristen festgelegt?
- Dokument digital signiert und revisionssicher hinterlegt?
- Mitarbeiter über Ergebnisse informiert und geschult (ArbSchG § 12)?
- Nächste Überprüfungstermin im Kalender verankert?
Häufige Fehler
Das geht oft schief
- Nur "Papier-Bearbeitung"Viele Betriebe erstellen Excel-Listen, die nie mit der Realität abgeglichen werden. Führen Sie regelmäßige Begehungen durch.
- Fehlende Einbeziehung der MitarbeitendenOhne Befragung der Betroffenen bleiben subtile Gefährdungen wie psychische Belastungen unentdeckt.
- Unklare Verantwortlichkeiten„Jeder irgendwie zuständig“ führt zu Lücken. Legen Sie klar fest, wer wann prüft und wer Maßnahmen umsetzt.
- Nicht aktualisierte DokumenteNeue Maschine angeschafft? Die Beurteilung muss sofort angepasst werden, sonst sind Sie bei Prüfungen im Risiko.
- Verwechslung mit UnfallanalyseGefährdungsbeurteilung ist vorsorgend, keine Nachbetrachtung von Unfällen.
- Fehlende PriorisierungAlle Risiken als „mittel“ einstufen verhindert effiziente Ressourcenallokation.
Sonderfälle
Das gilt zusätzlich
- Schwangere Beschäftigte & Jugendliche
Für Schwangere und stillende Mütter gelten Mutterschutzgesetz § 10 und ArbSchG § 13. Jugendliche unterliegen besonderen Jugendarbeitsschutzregelungen. Im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung sind separate Bewertungen mit erweiterten Kriterien erforderlich. Unsere Schulung integriert Checklisten für diese Zielgruppen und liefert konkrete Handlungsempfehlungen.
Häufige Fragen
Fragen zur Unterweisung Gefährdungsbeurteilung
F: Muss jeder einzelne Arbeitsplatz beurteilt werden?
A: Ja, jeder Arbeitsplatz und jede Tätigkeit – auch mobile Einsätze – sind erfasst. Gruppenbeurteilungen sind zulässig, wenn die Gefährdungen identisch sind (ArbSchG § 5 Abs. 1).
F: Wer ist für die Beurteilung zuständig, wenn wir externe Dienstleister einsetzen?
A: Der Arbeitgeber bleibt verantwortlich. Er muss sicherstellen, dass die externe Fachkraft die Beurteilung vornimmt und er die Ergebnisse absegnet (DGUV Vorschrift 1 § 4 Abs. 3).
F: Wie lange darf eine Gefährdungsbeurteilung maximal „alt“ sein?
A: Ohne Änderungen maximal ein Jahr. Bei relevanten Änderungen sofort.
F: Können wir die Schulung auch für Home-Office-Arbeitsplätze nutzen?
A: Ja. Der Kurs enthält ein eigenes Modul „Mobile Arbeitsplätze & Home-Office“, das die spezifischen Gefährdungen und Datenschutzaspekte abdeckt.
F: Muss die Beurteilung öffentlich einsehbar sein?
A: Nicht öffentlich, aber betriebsintern zugänglich. Mitarbeitende und Betriebsrat haben ein Informationsrecht (ArbSchG § 11).
F: Was kostet die Online-Unterweisung pro Teilnehmenden?
A: Preise starten ab 29 € netto pro Person. Volumenrabatte für Firmenlizenzen verfügbar. Probieren Sie 14 Tage kostenfrei.
F: Gibt es eine Zertifizierung nach Abschluss?
A: Ja, Sie erhalten ein offizielles Teilnahmezertifikat gemäß DGUV-I 100-052, das bei Betriebsprüfungen als Nachweis dient.
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