Unterweisung Erste Hilfe – Herz-Lungen-Wiederbelebung (HLW): Rechtssicher & Praxisnah
Rechtssicher · Barrierefrei · Mit Zertifikat
Plötzlich bricht ein Mitarbeiter zusammen – Atmung und Puls fehlen. In den ersten Minuten entscheidet sich über Leben oder Tod. Die fachgerechte Herz-Lungen-Wiederbelebung (HLW) kann die Überlebenschance um das Dreifache erhöhen. Für Personalverantwortliche ist die Schulung aller Beschäftigten nicht nur ethisch geboten, sondern gesetzlich vorgeschrieben. Diese Unterweisung vermittelt das aktuelle Wissen nach ERC-Leitlinien und DGUV Information 205-033. Sie erhalten konkrete Handlungsanweisungen für den Ernstfall, lernen den rechtssicheren Einsatz eines AED und wissen danach, wie Sie den Notruf strukturiert absetzen – inklusive aller Nachweise für ArbStättV und BetrSichV.
Warum Unterweisungscenter?
📘 Inhalte der Unterweisung
- Sicherung der Unfallstelle und Eigenschutz
- Reaktionsprüfung: Ansprechen und sanftes Schütteln
- Atemkontrolle: „Sehen-Hören-Spüren“ maximal 10 Sekunden
- Notruf 112 absetzen: 5-W-Schema (Wo? Was? Wie viele? Welche Verletzungen? Warten?)
- Beginn der thorakalen Kompressionen: Handhaltung, Kompressionspunkt, Tiefe 5–6 cm, Frequenz 100–120/min
2. Beatmungstechniken
- Kopf-Hals-Überstreckung zur Freimachung der Atemwege
- Mund-zu-Mund-Beatmung: Abdichten der Nase, Zwerchfell-Atmung erkennen
- Möglichkeit der Mund-zu-Nase-Beatmung bei Verletzungen
- Einsatz von Beatmungsfolien und Beatmungsmasken (Infektionsschutz)
- 30:2-Schema (Erwachsene) vs. 15:2-Schema (Kinder) anwenden
3. Automatischer externer Defibrillator (AED)
- Standortkennzeichnung grün-weißes Symbol (ISO 7010)
- Ein-Aus-Schalter und Elektrodenanlage Schritt für Schritt
- Sicherheitsabstand während der Analyse und des Schocks
- Fortsetzung der HLW nach AED-Einsatz
4. Besonderheiten bei Kindern
- Erkennung kindlicher Atemnot (z. B. Einziehungen)
- Reduzierte Kompressionstiefe (etwa ein Drittel der Brusttiefe)
- Primäre Atemwegsprobleme vs. Kreislaufstillstand erkennen
5. Schockmanagement
- Unterschenkelhochlagerung und Wärmeerhalt
- Kein Flüssigkeitskonsum vor Notarzteinsatz
- Verhinderung eines sekundären Traumas
Praxisdemo mit Lern-App und VR-Brille sowie Kleingruppenübungen an Übungsmodellen runden die Schulung ab.
⚠️ Gefährdungen & Schutzmaßnahmen
Gefährdungen:
- Herz-Kreislauf-Stillstand durch Stress, Elektro-, Chemikalien- oder Erfrierungsunfälle
- Infektionsrisiko beim Beatmen ohne Schutz (Hepatitis, COVID-19)
- Rückenschäden durch falsche Hebeltechnik beim Drücken
- Psychische Belastung nach erfolgloser Reanimation (PTSD)
Schutzmaßnahmen (TOP-Prinzip):
- Technisch: Installierung von AEDs in maximal 3 Minuten erreichbarer Entfernung, klar gekennzeichnet; Defibrillator-Checklisten
- Organisatorisch: Festlegung von Ersthelfern und Vertretungsregelungen, jährliches Kriseninterventionstraining, Notfallpläne aushängen
- Personell: Ausschließlich zertifizierte Schulung durch ERC- oder DGUV-zugelassene Trainer, Bereitstellung von Schutzkleidung (Mundschutz, Einmalhandschuhe, Beatmungsfolien)
🎯 Zielgruppen & Branchen
- Industriebetriebe mit Maschinenlärm und Einschaltautomaten (z. B. Metall, Chemie)
- Großküchen und Lebensmittelproduktion (hohe Unfallrate durch Messer, Dampf)
- Bau- und Montagegewerbe (Stromunfälle, Absturz)
- Einzelhandel mit hohem Kundenverkehr (Kardiovaskuläre Notfälle im Alter)
- Bürostandorte mit überwiegend sitzender Tätigkeit (Herzinfarktrisiko)
Branchenspezifische Gefährdungsbeispiele und praxisnahe Übungen sind integrierbar.
📅 Intervalle & Dokumentation
🛠️ In der Praxis
✅ Checkliste
- Notrufpläne mit 5-W-Schema an zentralen Orten aushängen
- AED-Wartung alle 12 Monate durch Fachbetrieb protokolliert
- Erste-Hilfe-Koffer alle 3 Monate auf Vollständigkeit kontrolliert
- Schulungsnachweise signiert und archiviert
- Mitarbeiterliste der Ersthelfer aktuell (Vertretungsregelung)
- VR-Trainingseinheiten zweimal jährlich durchführen
- Beatmungsmasken und Folien nicht älter als Haltbarkeitsdatum
- Notfallübung mit AED-Simulation mindestens einmal jährlich
⚠️ Häufige Fehler
1. Fehlender AED oder versteckter Standort: Mehr als 3 Minuten bis zum Gerät verkürzen die Überlebenschance drastisch.
2. Keine jährliche Wiederholung: Kompressionsfrequenz und Handhaltung verlernen sich schnell.
3. Unvollständige Dokumentation: Fehlende Trainer-Qualifikation oder fehlende Unterschriften führen zu Bußgeldern.
4. Kein Infektionsschutz: Mundschutz und Beatmungsfolien fehlen, sodass Mitarbeiter sich weigern zu helfen.
5. Fehlende Vertretung: Nur ein Ersthelfer pro Schicht – bei Urlaub oder Krankheit Lücke im Notfallplan.
6. „Kinder sind hier irrelevant“: Besucher, Auszubildende oder Mitarbeiter mit Kindern werden übersehen.
ℹ️ Sonderfälle
Schwangere Beschäftigte: Kompressionspunkt etwas höher legen, Beatmung mit geringerem Druck.
Mitarbeiter mit körperlichen Einschränkungen: Stuhlhöhe anpassen, Partner für Kompressionen benennen.
Menschen mit Implantaten (Schrittmacher, ICD):strong> AED-Elektroden nicht direkt darüber platzieren, seitlich 8 cm versetzt.
💬 Häufige Fragen
FAQ – HLW-Unterweisung
Frage: Muss jeder Mitarbeiter HLW beherrschen?
Antwort: Nicht jeder muss „perfekt“ reanimieren können, aber nach ArbStättV und DGUV Vorschrift 1 muss jeder Beschäftigte Grundkenntnisse besitzen. Der Arbeitgeber legt im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung fest, wer intensiver geschult wird.
Frage: Darf ich als Arbeitgeber Online-Schulungen nutzen?
Antwort: Ja, wenn die DGUV-konforme Inhalte (Praxisanteil mit Übungsmodellen) integriert sind. Reine Videos reichen nicht aus. Unsere Plattform bietet kombinierte E-Learning- und Präsenzphasen.
Frage: Wie teuer ist eine AED-Wartung jährlich?
Antwort: Etwa 150–250 EUR inkl. Elektroden- und Batterie-Check; Betriebskosten sind lohnsteuerfrei nach EStG.
Frage: Welche Bußgelder drohen bei unterlassener Schulung?
Antwort: Bis zu 5.000 EUR nach § 25 ArbStättV plus Haftungsrisiken im Schadensfall.
Frage: Muss die HLW-Unterweisung in der Arbeitszeit stattfinden?
Antwort: Ja, § 5 ArbSchG schreibt vor, dass die Schulung kostenlos während der Arbeitszeit erfolgen muss.
Frage: Sind Online-Erste-Hilfe-Kurse anerkannt?
Antwort: Nur mit praktischem Nachweis (z. B. Video-Upload oder Präsenz-Workshop) – reine Multiple-Choice-Tests reichen nicht.
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