Thema · Allgemein
Unterweisung „Einfache Sprache – Erstunterweisung“: Rechtssicher & verständlich
Rechtssicher · Barrierefrei · Mit Zertifikat
Steckbrief
- Dauer
- ca. 16 Minuten, jederzeit unterbrechbar
- Bereiche
- Allgemein · Arbeitsschutz
- Rechtsgrundlage
- ArbSchG - Gesetz über die Durchführung von Maßnahmen des Arbeitsschutzes zur Verbesserung der Sicherheit und des Gesundheitsschutzes der Beschäftigten bei der Arbeit; DGUV Vorschrift 1 - Grundsätze der Prävention
- Nachweis
- Zertifikat automatisch als PDF
- Sprachen
- Deutsch, Englisch, Französisch und weitere
- Kennung
- UWC-Nr. 4039
Ihre Vorteile
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Rechtssicher
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DE, EN, FR u. a.
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Kurz und bündig
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Barrierefrei
WCAG 2.2 AA
Auf dieser Seite
Abschnitt 1
Rechtliche Grundlagen
Zugrunde liegende Regelwerke
- ArbSchG - Gesetz über die Durchführung von Maßnahmen des Arbeitsschutzes zur Verbesserung der Sicherheit und des Gesundheitsschutzes der Beschäftigten bei der Arbeit
- DGUV Vorschrift 1 - Grundsätze der Prävention · Ausgabe 2013.11
- SGB VII - Siebtes Buch Sozialgesetzbuch - Gesetzliche Unfallversicherung - (Artikel 1 des Gesetzes vom 7. August 1996, BGBl. I S. 1254)
Die Verweise führen zur jeweils herausgebenden Stelle.
Abschnitt 2
Pflichten des Arbeitgebers
Abschnitt 3
Inhalte der Unterweisung
2. Unfallverhütung – TOP-Prinzip leicht gemacht T – Technische Schutzmaßnahmen: Maschinen mit Schutzzaun. O – Organisatorische Maßnahmen: Schilder „Achtung Stufe!“. P – Persönliche Schutzmaßnahmen: „Ich trage meine Sicherheitsschuhe.“ Praxisbeispiel: Ein Mitarbeiter in der Metallfertigung demonstriert, wie er durch das Tragen von Schutzbrille und Gehörschutz Augen und Ohren schützt.
3. Verhalten im Notfall Schritt-für-Schritt-Anleitung:
- Ich sehe: „Da brennt etwas!“
- Ich rufe: Feuerwehr 112
- Ich rette: Nur wenn es sicher ist
- Ich lösche: Kleine Flammen mit Feuerlöscher
4. Sicherer Umgang mit Gefahrstoffen Eine Flasche mit orangem Symbol wird vorgezeigt. Erklärung in 10 Wörtern: „Giftig. Handschuhe tragen. Nicht essen. Augen schützen.“ Es folgt die Übung „Erkenne das Symbol – lege richtiges Piktogramm zu“.
5. Körperliche Belastungen verstehen „Schwer heben macht den Rücken kaputt. Ich frage nach Hilfe oder benutze Helfer.“ Kurze Checkliste „3 Fragen vor jedem Heben“: Ist es schwer? Ist es sperrig? Brauche ich Hilfe?
6. Digitaler Ausklang Ein 5-Fragen-Quiz in einfacher Sprache sichert, dass die Inhalte verstanden wurden. Abschlusszertifikat mit Symbolen statt langem Text.
Abschnitt 4
Gefährdungen & Schutzmaßnahmen
- Unkenntnis von Warnsymbolen: Gefahrstoffe werden falsch gelagert.
- Fehlende Notrufkenntnisse: Verzögerung bei Unfällen.
- Misverständnisse bei Arbeitsanweisungen: Falsche Handhabung von Maschinen.
Schutzmaßnahmen nach dem TOP-Prinzip: T: Verwendung von internationalen Piktogrammen und farbigen Bodenmarkierungen. O: Kurze, wiederholte Tageseinweisungen („Toolbox-Talks“) in einfacher Sprache. P: Persönliche Schutzausrüstung wird mit Symbolen erklärt und direkt am Arbeitsplatz durch den Vorgesetzten überprüft.
Abschnitt 5
Zielgruppen & Branchen
Abschnitt 6
Intervalle & Dokumentation
In der Praxis
Was Verantwortliche wissen müssen
Checkliste
Das sollten Sie prüfen
- Inhalte auf maximal A2-Sprachniveau geprüft?
- Piktogramme zu jedem Gefahrstoff vorhanden?
- Notrufnummern als Aufkleber auf jedem Handy?
- Kurze tägliche 2-Minuten-Sicherheitsfragen etabliert?
- Dokumentation in elektronischem System abgelegt (mind. 10 Jahre)?
- Unterweisungsbögen in Muttersprache als Backup?
- Sicherheitsbeauftragter spricht langsam und prüft Verständnis?
- Toolbox-Talk-Themen für die nächsten 12 Monate geplant?
Häufige Fehler
Das geht oft schief
- Zu komplexe SpracheViele Arbeitgeber nutzen Standardformulare auf C1-Niveau – das führt zu Unverständlichkeit und erhöhtem Unfallrisiko.
- Nur einmalig unterweisenTrotz DGUV-Vorgabe wird auf jährliche Wiederholung verzichtet – Bußgeld bis 5.000 Euro möglich.
- Keine SymbolikWarnschilder fehlen oder sind nur in deutscher Sprache – internationale Mitarbeiter erkennen Gefahren nicht.
- Fehlende DokumentationTeilnahme wird nicht nachgewiesen – im Schadensfall ist der Arbeitgeber beweispflichtig.
- Keine Integration in ArbeitsalltagUnterweisung findet am ersten Tag statt und wird nie wiederholt – das Wissen verblasst.
Sonderfälle
Das gilt zusätzlich
- Anerkannte Flüchtlinge und Asylbewerber Zusätzliche kulturelle Sensibilisierung nötig, da Sicherheitsvorstellungen aus Herkunftsländern abweichen können. Unterweisung in einfacher Sprache plus visuelle Hilfen (z. B. Fotoserien) empfohlen.
- Menschen mit Lernbehinderung Inhalte in Leichter Sprache (A1) und Einführung eines „Sicherheits-Buddys“ am Arbeitsplatz. Dokumentation per Video-Zustimmung möglich (DSGVO-konform).
Häufige Fragen
Fragen zur Unterweisung EINFACHE SPRACHE – Erstunterweisung
Muss ich für jeden Mitarbeiter eine eigene Version in seiner Muttersprache erstellen?
Nein. Die DGUV fordert eine verständliche Form, nicht zwingend die Muttersprache. Eine klar strukturierte Version in einfacher deutscher Sprache plus Piktogramme erfüllt die Pflicht.
Was passiert, wenn ein Mitarbeiter die Unterweisung nicht versteht?
Dann ist die Unterweisung nach DGUV 1 §25 als nicht wirksam anzusehen. Der Arbeitgeber muss Ersatzmaßnahmen (z. B. Dolmetscher, visuelle Schulung) ergreifen und erneut dokumentieren.
Darf ich die Unterweisung digital durchführen?
Ja, wenn die Software die Verständniskontrolle (z. B. Quiz) und die elektronische Signatur sicherstellt. Die DGUV akzeptiert Online-Nachweise seit 2018.
Wie oft muss ich die Inhalte aktualisieren?
Mindestens jährlich oder bei Änderung von Arbeitsabläufen. Neue Gefahrstoffe oder Maschinen erfordern sofortige Nachunterweisung.
Kann ich die Dokumentation digital speichern?
Ja, elektronische Speicherung ist erlaubt, wenn sie rückverfolgbar und manipulationssicher ist (DGUV 1 §26).
Welche Bußgelder drohen bei fehlender Unterweisung?
ArbSchG §23: bis zu 30.000 Euro für Verstoß gegen §12; bei Verletzung der Gefährdungsbeurteilung bis zu 10.000 Euro.
Muss ich die Unterweisung auch für Aushilfs- und Saisonkräfte machen?
Ja, unabhängig von Vertragslaufzeit und Stundenanzahl. Der erste Arbeitstag zählt.
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