Thema · Allgemein
Verkehrssicherheit: DGUV-konforme Unterweisung für alle Verkehrsteilnehmer
Rechtssicher · Barrierefrei · Mit Zertifikat
Steckbrief
- Dauer
- ca. 11 Minuten, jederzeit unterbrechbar
- Bereiche
- Allgemein · Arbeitsschutz · Außenbereich, Grünfläche · Bauhof · Fahrzeuge · Hausmeister
- Nachweis
- Zertifikat automatisch als PDF
- Sprachen
- Deutsch, Englisch, Französisch und weitere
- Kennung
- UWC-Nr. 4061
Ihre Vorteile
Warum Unterweisungscenter?
-
Rechtssicher
ArbSchG-konform
-
Mehrsprachig
DE, EN, FR u. a.
-
Zertifikat
Automatisch als PDF
-
Ein Klick
Keine Registrierung
-
KISS
Kurz und bündig
-
Barrierefrei
WCAG 2.2 AA
Auf dieser Seite
Abschnitt 1
Rechtliche Grundlagen
Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) § 3 BetrSichV verlangt eine Gefährdungsbeurteilung für innerbetriebliche Verkehrswege inklusive der dort eingesetzten Fahrzeuge. § 10 BetrSichV regelt die wiederkehrenden Prüfungen von Flurförderzeugen und anderen Verkehrsmitteln.
DGUV Vorschriften
- DGUV Vorschrift 1 – Grundsätze der Prävention: § 4 verlangt die Gefährdungsbeurteilung, § 6 regelt die Unterweisungspflicht.
- DGUV Vorschrift 70 – Betriebsverkehr: Kapitel 3 definiert Verkehrsregeln, Kapitel 4 regelt die Betriebspflichten.
- DGUV Regel 100-001 – „Verkehrssicherheit“: Konkrete Maßnahmen zur Vermeidung von Unfällen durch innerbetrieblichen Verkehr.
Straßenverkehrsordnung (StVO) gilt, sobald Mitarbeitende mit betriebseigenen Fahrzeugen außerhalb des Betriebsgeländes fahren (§ 1 StVO). Unfallverhütungsvorschriften der DGUV ergänzen die Vorschriften bei innerbetrieblicher Nutzung.
Abschnitt 2
Pflichten des Arbeitgebers
Unterweisungspflicht § 6 DGUV Vorschrift 1 verpflichtet zur erstmaligen Unterweisung vor Inbetriebnahme und zur jährlichen Auffrischung. Die Unterweisung muss dokumentiert werden (§ 24 ArbSchG). Bei Verstoß drohen Bußgelder bis 30.000 € (§ 25 ArbSchG).
Dokumentation Arbeitgeber führen ein Verkehrssicherheitsheft mit Unterweisungsnachweisen, Fahrzeugprüfbescheinigungen und Unfallprotokollen. Die Aufbewahrungsfrist beträgt 10 Jahre (§ 24 Abs. 3 ArbSchG), bei Unfällen bis 30 Jahre (DGUV Vorschrift 1).
Abschnitt 3
Inhalte der Unterweisung
1. Einführung
Die Unterweisung beginnt mit einem praxisnahen Überblick über den innerbetrieblichen Verkehr. Durch kurze Videos wird gezeigt, welche Fahrzeuge (Gabelstapler, Elektro-Transporter, Radlader) und welche Personengruppen (Fahrer, Fußgänger, Ladehelfer) beteiligt sind. Ein Quiz zu Beginn verankert die aktuelle Unfallstatistik der DGUV.
2. Rechtsgrundlagen & Versicherungsschutz
- Wann greift der Versicherungsschutz? – Abgrenzung zwischen Arbeitsweg, privater Fahrt und betrieblicher Nutzung nach DGUV Vorschrift 70.
- Inner- vs. außerbetriebliche Regelungen: Anwendung der StVO außerhalb des Betriebes, Betriebsverkehrsregeln auf dem Gelände.
- Verkehrsschilder & Markierungen: Bedeutung von Haltverbotszonen, Kreuzungskennzeichnungen und Fußgängerüberwegen.
3. Typische Unfallrisiken für alle Verkehrsteilnehmer
a) Fußgänger
- Unübersichtliche Kreuzungen bei Ablenkung durch Smartphone
- Stoßstelle an Laderampe bei gleichzeitigem Rangieren von LKW
- „Sichtverdeckung“ durch Stapelware am Übergang
b) Staplerfahrer
- „Toter Winkel“ beim Rückwärtsfahren, besonders bei Elektrostaplern
- Überladung führt zu Kippen und Sturz
- „Kurzzeitblindheit“ durch Gabelbewegung
c) LKW-Fahrer
- Überroll-Unfall bei unachtsamen Fußgängern während Einparken
- „Blinder Fleck“ an Laderampen
- Fehlende Absperrung während Be- und Entladung
4. Praxisbeispiele & Maßnahmen
Fallbeispiel Laderampe: Simulation zeigt, wie eine Leitplanke und zusätzliche Beleuchtung Unfälle reduzieren. Teilnehmer lösen interaktive Aufgaben, z. B. „Gefahrenstelle markieren“ oder „Fahrtroute optimieren“.
5. Check-up & Zertifikat
Ein abschließender Test prüft das Wissen zu Verkehrsregeln und persönlicher Schutzausrüstung (Sicherheitsschuhe, Warnweste). Nach 80 % richtiger Antworten erhalten die Mitarbeitenden ein DGUV-konformes Zertifikat mit QR-Code zur Dokumentation.
Abschnitt 4
Gefährdungen & Schutzmaßnahmen
- Technische Maßnahmen: Kreisverkehr statt Kreuzung, Leitplanke an Rampen, Lichtschranke an Toren, Beschilderung „Hochspannungsbereich“.
- Organisatorische Maßnahmen: Einbahnstraßenregelung, getrennte Fuß- und Fahrwege, feste Ladezeiten, Sichtkontaktpflicht zwischen Fahrer und Fußgängern.
- Personelle Maßnahmen: Schulung aller Verkehrsteilnehmer, regelmäßige Refresher-Trainings, Einführung von Verkehrssicherheitsbeauftragten.
Typische Gefährdungen & konkrete Schutzmaßnahmen:
- Stöße mit Fußgängern: Seitenschutzgitter an Staplergabeln, Warnweste für Fußgänger, Akustikwarnung beim Rangieren.
- Kippen von Lasten: Ladungssicherung nach VDI 2700, Stapler mit Neigungsanzeige, Schulung „stabile Fahrbahn“.
- Verdunkelung durch LKW: Zusätzliche Beleuchtung an Rampen, Reflektoren auf Rampenrändern, Einweisung der LKW-Fahrer in Betriebsabläufe.
Abschnitt 5
Zielgruppen & Branchen
- Logistik & Lager: Staplerfahrer, LKW-Fahrer, Lagerhelfer
- Industrie & Produktion: Werksverkehr, Elektro-Transporterfahrer
- Bau & Gartenbau: Radladerfahrer, Minikranbediener
- Einzelhandel: Lieferanten, Mitarbeiter im Versandlager
Besonderheiten: In der Logistik sind häufig Leihkräfte beteiligt, die ebenfalls unterwiesen werden müssen (§ 12 AÜG). Baustellen erfordern zusätzlich die Verkehrssicherung nach StVO und separate Übergabeprotokolle.
Abschnitt 6
Intervalle & Dokumentation
Dokumentation:
- Unterweisungsnachweise mit Datum, Inhalt und Teilnehmern
- Unterschrift des/der Beschäftigten und des Unterweisenden
- Verwendung von Online-Plattformen mit digitaler Signatur zulässig
Aufbewahrungsfristen: 10 Jahre nach Unterweisung, bei Unfällen 30 Jahre (DGUV Vorschrift 1). Das digitale Zertifikat enthält QR-Code und Zeitstempel zur späteren Nachprüfung.
In der Praxis
Was Verantwortliche wissen müssen
Checkliste
Das sollten Sie prüfen
- Gefährdungsbeurteilung für innerbetrieblichen Verkehr liegt vor
- Alle Verkehrsteilnehmer (Fußgänger, Fahrer, Ladehelfer) identifiziert
- Unterweisung vor Erstinbetriebnahme durchgeführt
- Jährliche Auffrischung terminiert und dokumentiert
- Verkehrsregeln (Betriebsanweisung) ausgehängt
- Sichtschutz & Beleuchtung an kritischen Stellen überprüft
- Unfallprotokoll und Maßnahmenliste aktualisiert
- Digitaler Nachweis (Zertifikat) im Personalakte hinterlegt
Häufige Fehler
Das geht oft schief
- Keine getrennten Fuß- und FahrwegeOft verlaufen Fußgänger und Stapler auf derselben Route – eine häufige Unfallursache. Lösung: Einbahnstraßen oder getrennte Wege markieren.
- Unterweisung nur für StaplerfahrerFußgänger und Ladehelfer werden vergessen, obwohl sie ebenfalls Risiken tragen. Lösung: Ganzheitliche Unterweisung aller Verkehrsteilnehmer.
- Mangelnde DokumentationUnterschriften fehlen oder der Inhalt ist nicht nachvollziehbar. Lösung: Digitale Plattform mit Feststellung, dass Inhalte verstanden wurden.
- Veraltete VerkehrsregelnBetriebsanweisungen wurden vor Jahren erstellt und nicht an neue Flotten angepasst. Lösung: Jährliche Überprüfung und Aktualisierung.
- Keine Schulung für LeasingfahrzeugeNeue Elektro-Transporter werden angemietet, aber die Fahrer nicht geschult. Lösung: Vorab-Unterweisung beim Leasinganbieter vereinbaren.
Sonderfälle
Das gilt zusätzlich
- Leiharbeitnehmer und Aushilfen Leihkräfte müssen vor Arbeitsantritt nach § 12 AÜG unterwiesen werden. Der Verleiher schuldt die Unterweisung, der Entleiher überprüft die Nachweise. Bei Aushilfen reicht eine verkürzte Unterweisung, wenn sie nur Fußgängerzonen betreten.
- Fahrlehrlinge und Azubis Jugendliche unter 18 Jahren benötigen zusätzliche Elterninformation nach § 32 Abs. 2 JArbSchG. Schulung muss schriftlich erfolgen und von einer Fachkraft (Meister/in) durchgeführt werden.
Häufige Fragen
Fragen zur Unterweisung Verkehrssicherheit
Wie oft muss ich die Verkehrssicherheit unterweisen?
Mindestens einmal jährlich nach DGUV Vorschrift 1. Bei neuen Fahrzeugen, Verkehrsunfällen oder Baustellen sofortige Nachschulung.
Gilt die StVO auch auf dem Betriebsgelände?
Nein, innerhalb des Betriebsgeländes gelten die Betriebsverkehrsregeln nach DGUV Vorschrift 70. Die StVO greift erst außerhalb.
Müssen auch Fußgänger unterwiesen werden?
Ja, § 6 DGUV Vorschrift 1 betrifft alle Verkehrsteilnehmer – also auch Lagerarbeiter, die nur zu Fuß unterwegs sind.
Kann ich die Unterweisung online durchführen?
Ja, digital ist erlaubt, wenn eine Interaktion (Quiz, Video-Check) vorhanden ist und die Signatur digital erfolgt.
Wie lange ist das Zertifikat gültig?
Das digitale Zertifikat ist ein Jahr gültig und enthält QR-Code für die Prüfung durch Behörden.
Wer haftet bei Leiharbeitnehmern?
Der Verleiher schuldet die Unterweisung, aber der Entleiher muss die Nachweise prüfen. Bei Unfällen haften beide.
Welche Dokumente brauche ich für die Prüfung?
Unterweisungsnachweise, Gefährdungsbeurteilung, Prüfbescheinigungen der Fahrzeuge und Unfallprotokolle.
Weiterlesen
Ähnliche Unterweisungen
- UWC 4006
Alkohol, Rauchen, Drogen und Medikamente
AllgemeinArbeitsschutz - UWC 4004
Alleinarbeit bei Arbeit mit erhöhter oder kritischer Gefährdung
ArbeitsschutzAußenbereich, GrünflächeBauhof - UWC 5003
Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz (AGG)
AllgemeinRechtliches - UWC 4063
Arbeiten an Gasleitungen
ArbeitsschutzFeuerwehr, RettungsdienstGefahrstoffe, Stoffe
Jetzt rechtssicher online unterweisen
Sparen Sie Zeit und Geld: Unsere DGUV-konforme Online-Unterweisung Verkehrssicherheit ist in 30 Minuten abgeschlossen, liefert sofort ein digitales Zertifikat und erfüllt alle Dokumentationspflichten.
Kostenfreies Strategiegespräch vereinbaren