Thema · Arbeitsschutz
Unterweisung Sicherheit im Feuerwehrdienst: Rechtssicher unterweisen und Gefahren minimieren
Rechtssicher · Barrierefrei · Mit Zertifikat
Steckbrief
- Dauer
- ca. 10 Minuten, jederzeit unterbrechbar
- Bereiche
- Arbeitsschutz · Feuerwehr, Rettungsdienst
- Rechtsgrundlage
- DGUV Information 205-010 - Sicherheit im Feuerwehrdienst; DGUV Information 205-014 - Auswahl von persönlicher Schutzausrüstung für Einsätze bei der Feuerwehr
- Nachweis
- Zertifikat automatisch als PDF
- Sprachen
- Deutsch, Englisch, Französisch und weitere
- Kennung
- UWC-Nr. 7205
Ihre Vorteile
Warum Unterweisungscenter?
-
Rechtssicher
ArbSchG-konform
-
Mehrsprachig
DE, EN, FR u. a.
-
Zertifikat
Automatisch als PDF
-
Ein Klick
Keine Registrierung
-
KISS
Kurz und bündig
-
Barrierefrei
WCAG 2.2 AA
Auf dieser Seite
Abschnitt 1
Rechtliche Grundlagen
Die Unterweisung im Feuerwehrdienst ist nicht freiwillig – sie folgt aus mehreren einschlägigen Vorschriften:
- ArbSchG § 12 – Auftraggeber müssen Arbeitnehmer über Gefährdungen und Schutzmaßnahmen informieren.
- ArbSchG § 13 – regelt die Durchführung und Dokumentation von Unterweisungen.
- BetrSichV § 3 – verlangt eine Beurteilung der Arbeitsmittel (z. B. Atemschutzgeräte, Löschfahrzeuge) und die Schulung der Nutzer.
- DGUV Vorschrift 1 (Grundsätze der Prävention) – fordert regelmäßige Unterweisung und Schulung aller Beschäftigten.
- DGUV Vorschrift 2 (Ermittlung und Bewertung von Gefährdungen) – verlangt eine erneute Unterweisung bei veränderten Gefährdungen.
- DGUV Regel 100-001 (Betriebsärztlicher Dienst) – betont die Notwendigkeit von Gesundheitsvorsorge und arbeitsmedizinischer Betreuung im Einsatzdienst.
- DGUV Regel 113-004 (Feuerwehr) – konkretisiert Sicherheitsanforderungen und Schulungsinhalte für freiwillige und hauptamtliche Feuerwehren.
Zugrunde liegende Regelwerke
- DGUV Information 205-010 - Sicherheit im Feuerwehrdienst · Ausgabe 2006.01 aktualisierte
- DGUV Information 205-014 - Auswahl von persönlicher Schutzausrüstung für Einsätze bei der Feuerwehr · Ausgabe 2024.08
- DGUV Vorschrift 49 - Feuerwehren · Ausgabe 2018.06
Die Verweise führen zur jeweils herausgebenden Stelle.
Abschnitt 2
Pflichten des Arbeitgebers
Arbeitgeber und Führungskräfte in Feuerwehren haben weitreichende Pflichten:
- Gefährdungsbeurteilung nach ArbSchG § 5 für jedes Einsatzszenario (Brand, Technische Hilfeleistung, Gefahrstoffeinsatz) erstellen und jährlich aktualisieren.
- Unterweisungspflicht nach ArbSchG § 13: jede neue Einsatzkraft muss vor dem ersten Einsatz geschult werden.
- Dokumentation der Unterweisung mit Datum, Inhalten, Teilnehmern und Unterschriften – Aufbewahrung mindestens fünf Jahre.
- Regelmäßige Nachschulung alle 12–24 Monate, bei neuen Gerätschaften oder veränderten Einsatzkonzepten sofort.
- Personal- und Schutzausrüstung bereitstellen, einschließlich Wartung und Einführungsschulungen (BetrSichV § 6).
Abschnitt 3
Inhalte der Unterweisung
Die praxisorientierte Unterweisung „Sicherheit im Feuerwehrdienst“ gliedert sich in sechs zentrale Module, die den gesamten Einsatzzyklus abdecken:
1. Alarmierung & Vorbereitung
- Rechtliche Grundlagen der Alarmierung (Brandmeldeanlagen, Notruf)
- Verhalten beim Verlassen des Arbeitsplatzes / der Wache
- Kontrolle persönlicher Schutzausrüstung (PSA): Atemschutzmaske, Einsatzkleidung, Helm, Handschuhe
- Checkliste „Fahrzeug & Ausrüstung“ vor dem Ausrücken
2. Anfahrt & Einsatzstelle sichern
- Verhalten im Feuerwehrfahrzeug: Anschnallpflicht, Kommunikation über Bordsprechanlage
- Aufstellen von Sicherheitszonen: Gefahrenbereiche, Zugwege, Rückzugswege
- Signalwirkung von Warnwesten und Absperrband
- Einsatz von Absicherungskegeln und Warnblinkern
3. Löschen & Retten – Gefahren erkennen und reduzieren
- Topf-Lärm-Check vor dem Einsatz: Temperaturentwicklung, Oxymangel, Produktgas, Lebensgefahr, Abschottung, Rauchgas, Messung
- Richtiger Umgang mit Löschmitteln: Wasser, Schaum, Pulver – Auswahl nach Brandklasse
- Trupp-Einsatz: Zweimann-Regel, Sicht- und Funkkontakt, Rückzugsleine
- Körperliche Belastung erkennen: Überwärmung, Erschöpfung, Zeichen von Kreislaufkollaps
4. Atemschutz & Chemikalienschutz
- Aufsitzen & Dichtheitsprüfung von Atemschutzgeräten (AG)
- Grenzwerte für Einsatzdauer: Restdruck, Flaschenwechsel, Notfallprotokoll
- Umgang mit Chemikalien: Gefahrensymbole (GHM) erkennen, Dekontaminationsmaßnahmen
- Verhalten bei Gasalarm: Auslöser, Alarmstufen, Evakuierung
5. Rückzug & Nachbereitung
- Sauberung von Ausrüstung: Schmutz, Chemikalienrückstände, Geruchsbelastung
- Gesundheitscheck: Fremdkörper, Hautirritationen, psychische Auffälligkeiten
- Fahrzeugpflichten: Nachschub prüfen, Schäden protokollieren
- Einsatznachbesprechung: Lessons-Learned-Workshop, Dokumentation im Einsatzprotokoll
6. Psychosoziale Betreuung
- Erste-Hilfe bei Erschütterungen und Traumata
- Griff zur Einsatznachsorge (Kollegiale Krisenintervention, psychologische Notfallversorgung)
- Vertraulichkeit und Datenschutz bei Einsatzpsychologen
Abschnitt 4
Gefährdungen & Schutzmaßnahmen
Typische Gefährdungen im Feuerwehrdienst lassen sich nach dem TOP-Prinzip (Technisch, Organisatorisch, Persönlich) systematisch bekämpfen:
- T – Technische Schutzmaßnahmen - Atemschutzgeräte mit Druckluftzufuhr und akustischem Restdruckwarner - Hitzeschutzanzüge nach EN 469 - Gasmessgeräte (O2, CO, H2S, LEL) vor Ort - Automatische Löschanlagen in Fahrzeugen und Lagerräumen
- O – Organisatorische Maßnahmen - Festlegung von Einsatzabschnitten und Gruppenführern - Einsatzleitwagen mit digitalem Lagebild - Regelmäßige Funk- und Sichtkontrolle im Minutentakt - Ersatzschichten bei Extremlagen (Hitzewellen, Großschadensereignisse)
- P – Persönliche Schutzausrüstung & Verhalten - Gehörschutz (Gehörschutzstöpsel bei Sirene und Lärmkegel) - Erste-Hilfe-Kenntnisse vor jeder Schicht auffrischen - Flüssigkeitshaushalt kontrollieren: 0,5 l Wasser vor Einsatzbeginn - Eigenverantwortliche Belastungsgrenze erkennen und kommunizieren
Abschnitt 5
Zielgruppen & Branchen
Abschnitt 6
Intervalle & Dokumentation
In der Praxis
Was Verantwortliche wissen müssen
Checkliste
Das sollten Sie prüfen
- Atemschutzmaske Dichtheitsprüfung durchgeführt?
- Warnwesten und Signalwesten verfügbar und unbeschädigt?
- Gasmessgeräte kalibriert und Batterien geladen?
- Erste-Hilfe-Koffer im Fahrzeug vollständig befüllt?
- Schlauch- und Kupplungsprüfung laut Prüfbuch erledigt?
- Einsatzprotokoll aktuell und ausgefüllt?
- Psychosoziales Einsatznachsorgeangebot bekannt?
- Letzte Unterweisung vor weniger als 12 Monaten?
Häufige Fehler
Das geht oft schief
- Unterschätzen der HitzebelastungOhne regelmäßige Pausen und Kühlmaßnahmen droht Hitzschlag.
- Fehlende Dichtheitsprüfung der AtemschutzgeräteUndichte Masken führen zu CO-Vergiftungen.
- Kein FunkkontaktTrupps verlieren sich in Rauch, Kommandant verliert Kontrolle.
- Verwechseln von LöschmittelnPulver auf Metallbrand (Brandklasse D) kann Explosionen auslösen.
- Vernachlässigung der NachbesprechungFehler werden nicht korrigiert, potenzielle Traumata bleiben unerkannt.
- Nicht dokumentierte UnterweisungIm Schadensfall drohen Bußgelder und Regress.
Sonderfälle
Das gilt zusätzlich
- Besondere Personengruppen Auszubildende und Praktikanten dürfen erst nach absolvierter Erstunterweisung an Einsätzen teilnehmen und müssen stets von erfahrenen Einsatzkräften betreut werden. Schwangere Einsatzkräfte sind nach MuSchG § 4 von hohen körperlichen Belastungen und Gefahrstoffexposition auszuschließen; eine individuelle Gefährdungsbeurteilung ist zwingend.
Häufige Fragen
Fragen zur Unterweisung Sicherheit im Feuerwehrdienst
Muss ich die Unterweisung auch für freiwillige Feuerwehrleute durchführen?
Wie lange darf die Unterweisung dauern?
Kann die Unterweisung online erfolgen?
Wer darf unterweisen?Ausbilder mit Sachkunde nach DGUV Regel 113-004 oder amtlich bestellte Sicherheitsbeauftragte der Feuerwehr. Wie reagiere ich bei Unfällen infolge mangelnder Unterweisung?
Gibt es kostenlose Schulungsunterlagen?
Weiterlesen
Ähnliche Unterweisungen
- UWC 4006
Alkohol, Rauchen, Drogen und Medikamente
AllgemeinArbeitsschutz - UWC 4004
Alleinarbeit bei Arbeit mit erhöhter oder kritischer Gefährdung
ArbeitsschutzAußenbereich, GrünflächeBauhof - UWC 4063
Arbeiten an Gasleitungen
ArbeitsschutzFeuerwehr, RettungsdienstGefahrstoffe, Stoffe - UWC 7050
Arbeiten in EX-Bereichen
ArbeitsschutzGefahrstoffe, Stoffe
Jetzt rechtssicher online unterweisen
Sparen Sie Zeit und Bürokratie: Führen Sie die vorgeschriebene Feuerwehr-Unterweisung digital durch – inklusive automatischer Dokumentation und Erinnerungsfunktion.
Kostenfreies Strategiegespräch vereinbaren