Thema · Allgemein
Unterweisung Sicherer Umgang mit KI für kommunale Anwender*innen
Rechtssicher · Barrierefrei · Mit Zertifikat
Steckbrief
- Dauer
- ca. 31 Minuten, jederzeit unterbrechbar
- Bereiche
- Allgemein · IT Schulungen · Verwaltung, Büro
- Nachweis
- Zertifikat automatisch als PDF
- Sprachen
- Deutsch, Englisch, Französisch und weitere
- Kennung
- UWC-Nr. 5600
Ihre Vorteile
Warum Unterweisungscenter?
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Rechtssicher
ArbSchG-konform
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Mehrsprachig
DE, EN, FR u. a.
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Zertifikat
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KISS
Kurz und bündig
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Barrierefrei
WCAG 2.2 AA
Auf dieser Seite
Abschnitt 1
Rechtliche Grundlagen
Die Einführung und Nutzung KI-basierter Systeme in kommunalen Verwaltungen unterliegt mehreren rechtlichen Regelwerken:
- Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) §§ 5, 12 und 13: Der Arbeitgeber muss Gefährdungen für Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten erfassen und beurteilen sowie geeignete Schutzmaßnahmen festlegen und deren Wirksamkeit überprüfen. Die Unterweisung ist gemäß § 12 ArbSchG zwingend durchzuführen.
- Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) §§ 3, 4 und 6: Für sicherheitsrelevante KI-Anwendungen (z. B. Zugriffskontrollsysteme) ist eine Betriebsanweisung zu erstellen. Die Inbetriebnahme darf nur durch qualifizierte Person erfolgen.
- DGUV Vorschrift 2 (Unfallverhütungsvorschrift „Firmenärztlicher Dienst“) § 3: Bei KI-Systemen mit psychischer Belastung (z. B. automatisierte Leistungsüberwachung) ist die Einbindung des Betriebsarztes vorgeschrieben.
- EU-KI-Verordnung (KI-Verordnung VO [EU] 2024/1689): Ab 2. Februar 2025 gelten risikobasierte Anforderungen für KI-Systeme in der öffentlichen Verwaltung.
- DSGVO Art. 5, 6 und 32: Verarbeitung personenbezogener Daten ist nur auf Basis einer Rechtsgrundlage erlaubt; angemessene technische und organisatorische Maßnahmen sind umzusetzen.
Abschnitt 2
Pflichten des Arbeitgebers
Abschnitt 3
Inhalte der Unterweisung
1. Grundlagen Künstlicher Intelligenz (KI)
- Definition und Abgrenzung zu klassischer Software
- Maschinelles Lernen vs. Generative KI
- Einsatzfelder in der Kommunalverwaltung (Bürgerservice, Dokumentenmanagement, Ressourcenplanung)
2. Rechtliche Rahmenbedingungen
- EU-KI-Verordnung: Risikoklassen, Transparenzpflichten, Audit-Anforderungen
- DSGVO-Compliance: Rechtsgrundlagen, Datenminimierung, Betroffenenrechte
- Kommunalrechtliche Besonderheiten: Datenkategorien, Zuständigkeiten, Behördenwege
3. Typische Risiken und Bedrohungen
- Datenmanipulation: Prompt-Injection, Ransomware, Deepfake-Dokumente
- Verzerrung & Diskriminierung: Verzerrte Trainingsdaten führen zu Benachteiligung
- Shadow-IT: Unbefugte Nutzung von Online-KI-Tools (z. B. ChatGPT ohne Freigabe)
- Transparenzmängel: „Black-Box“-Entscheidungen ohne Nachvollziehbarkeit
4. Praxisnahe Anwendungsfälle
- Bürgerportal-Chatbot: Sichere Implementierung, Datenschutzerklärung, Eskalationspfade
- Automatische Dokumentenerfassung: Klassifizierung sensibler Daten, Löschfristen
- Personaleinsatzplanung: Ausschluss sensibler Merkmale (Gesundheitsdaten, Religion)
5. Schutzmaßnahmen und Best Practices
- Vier-Augen-Prinzip: KI-Ergebnisse vor Freigabe prüfen
- Pseudonymisierung: Klarnamen in Testumgebungen maskieren
- Regelmäßige Audits: Schulungen, Penetrationstests, Datenschutz-Folgeabschätzung
6. Notfallmanagement
- Verdacht auf Datenleck: Sofortmaßnahmen, Meldepflicht an Datenschutzbeauftragte*n
- Fehlverhalten der KI erkannt: Eskalationsprotokoll, Rückverfolgbarkeit sicherstellen
Abschnitt 4
Gefährdungen & Schutzmaßnahmen
Hauptgefährdungen:
- Datenschutzverstöße durch Offenlegung personenbezogener Daten an Cloud-KI-Dienste
- Diskriminierung aufgrund verzerrter Algorithmen (z. B. bei Wohngeld-Anträgen)
- Psychische Belastung durch Überwachung oder Entscheidungsdruck durch KI
- Rechtsunsicherheit durch fehlende Dokumentation der KI-Entscheidungslogik
Schutzmaßnahmen nach TOP-Prinzip:
- Technisch: Verschlüsselte Datentransfers, Zero-Trust-Architektur, Rollen-basierte Zugriffsrechte
- Organisatorisch: Freigabeprozesse, Datenschutz-Folgeabschätzung, regelmäßige Kontrollen
- Personell: Schulung, Sensibilisierung, Verhaltenskodex für KI-Nutzung
Abschnitt 5
Zielgruppen & Branchen
- Kommunalverwaltungen (Stadt-, Kreis-, Gemeindeverwaltungen)
- Sozialämter mit KI-gestützter Antragsprüfung
- Bürgerbüros mit Chatbot- oder KI-Formular-Systemen
- IT-Abteilungen in öffentlichen Einrichtungen
Besonderheiten: Besonders hoher Datenschutz-Fokus, strenge Haftungsregelungen, häufige Interaktion mit besonders sensiblen Daten (Gesundheits-, Sozialdaten).
Abschnitt 6
Intervalle & Dokumentation
In der Praxis
Was Verantwortliche wissen müssen
Checkliste
Das sollten Sie prüfen
- KI-System in Gefährdungsbeurteilung erfasst und bewertet
- Datenschutz-Folgeabschätzung (DPIA) durchgeführt und aktuell
- Alle Mitarbeitenden vor erstmaliger Nutzung geschult und dokumentiert
- Verzeichnis der Verarbeitungstätigkeiten (Art. 30 DSGVO) geführt
- Notfallplan bei Datenschutzvorfall vorhanden und getestet
- Zugriffsrechte rollenbasiert vergeben und regelmäßig geprüft
- Dokumentierte Eskalationspfade für KI-Fehlverhalten
- Jährliche Schulung terminiert und im Kalender verankert
Häufige Fehler
Das geht oft schief
- Shadow-IT unentdecktMitarbeitende nutzen freie Online-KI-Tools wie ChatGPT, ohne Freigabe oder Datenschutzanalyse.
- Fehlende DPIAKI-Systeme mit hoch sensiblen Daten ohne Datenschutz-Folgeabschätzung eingeführt.
- Unklare VerantwortlichkeitenKein festgelegter Ansprechpartner für KI-Sicherheitsfragen.
- Versäumte WiederholungsschulungNach Software-Updates oder neuen Gesetzen keine Aktualisierung der Schulung.
- Fehlende DokumentationEntscheidungswege der KI werden nicht nachvollziehbar gespeichert.
- Unzureichende ZugriffsrechtePraktikant*in erhält Zugriff auf vollständige Bürgerakten via KI-Schnittstelle.
Sonderfälle
Das gilt zusätzlich
- Auszubildende Intensivere Einführung durch enge Betreuung, zusätzliche Feedback-Runden.
- Telearbeitende Schulung muss remote durchführbar sein, VPN- und Gerätesicherheit integrieren.
- Führungskräfte Vertiefung der Haftungs- und Compliance-Risiken, Fokus auf Eskalations- und Audit-Pflichten.
Häufige Fragen
Fragen zur Unterweisung Sicherer Umgang mit Künstlicher Intelligenz (KI) für kommunale Anwender
Dürfen wir ChatGPT zur internen Dokumentenvorbereitung nutzen?
Wie oft muss die Unterweisung wiederholt werden?
Ist eine DPIA für jedes KI-System Pflicht?
Wer haftet bei KI-Fehlentscheidungen?
Können Azubis eigenständig mit KI arbeiten?
Muss ein externer Dienstleister auditiert werden?
Wie dokumentiere ich eine KI-Entscheidung nachvollziehbar?
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