Thema · Arbeitsschutz
Unterweisung Mechanische Gefährdung: Roll-, Gleit- und Kippbewegungen
Rechtssicher · Barrierefrei · Mit Zertifikat
Steckbrief
- Dauer
- ca. 6 Minuten, jederzeit unterbrechbar
- Bereiche
- Arbeitsschutz · Bäderbetrieb · Bauhof · Friedhof · Hausmeister · Maschinen, Geräte · Produktion · Wasserwirtschaft, Kläranlage
- Rechtsgrundlage
- DGUV Regel 100-500 - Betreiben von Arbeitsmitteln
- Nachweis
- Zertifikat automatisch als PDF
- Sprachen
- Deutsch, Englisch, Französisch und weitere
- Kennung
- UWC-Nr. 7036
Ihre Vorteile
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WCAG 2.2 AA
Auf dieser Seite
Abschnitt 1
Rechtliche Grundlagen
Zugrunde liegende Regelwerke
- DGUV Regel 100-500 - Betreiben von Arbeitsmitteln · Ausgabe 2008.04 aktualisierte
Die Verweise führen zur jeweils herausgebenden Stelle.
Abschnitt 2
Pflichten des Arbeitgebers
Abschnitt 3
Inhalte der Unterweisung
Abschnitt 4
Gefährdungen & Schutzmaßnahmen
Abschnitt 5
Zielgruppen & Branchen
Die Unterweisung ist insbesondere für Branchen relevant, in denen bewegte Maschinenteile alltäglich sind: Metallverarbeitung und Maschinenbau (Dreh- und Fräsmaschinen, Pressen), Holzverarbeitung (Sägen, Hobelmaschinen), Lebensmittelindustrie (Förderbänder, Abfüllanlagen), Logistik und Lagerhubwagenbetrieb sowie die Automobilzulieferindustrie (Montagebänder, Roboterzellen). Auch im Bereich der Bauwirtschaft (Betonschrauber, Rüttelplatten) und in der Textilproduktion (Webmaschinen, Spinnmaschinen) treten Roll-, Gleit- und Kippbewegungen auf. Besondere Anforderungen ergeben sich bei der Handhabung von schweren Lasten, bei denen Kippgefahr durch unsachgemäße Beladung oder unebenen Untergrund erhöht ist. In allen genannten Bereichen gilt es, die Unterweisung an die spezifischen Maschinen und Prozesse anzupassen, um die größtmögliche Wirkung zu erzielen.
Abschnitt 6
Intervalle & Dokumentation
Nach DGUV Vorschrift 1 und § 10 ArbSchG muss die Unterweisung mindestens einmal jährlich wiederholt werden. Zusätzlich ist sie bei folgenden Anlässen durchzuführen: bei Einstellung neuer Mitarbeiter, bei Veränderung der Arbeitsmittel oder des Arbeitsablaufs, nach Unfällen oder Near-Misses sowie bei Erkenntnissen aus der Gefährdungsbeurteilung, die neue Schutzmaßnahmen erfordern. Die Dokumentation umfasst den Unterweisungsplan, die Teilnehmerliste mit Unterschriften, die verwendeten Unterlagen (Folien, Handouts) sowie eine kurze Inhaltszusammenfassung. Diese Unterlagen sind laut § 6 ArbSchG in Verbindung mit § 8 BetrSichV mindestens fünf Jahre aufzubewahren. Bei elektronischer Führung muss die Integrität und Lesbarkeit der Daten gewährleistet sein (z. B. durch regelmäßige Backups und Zugriffsschutz). Bei Änderungen der Rechtslage oder bei neuen technischen Erkenntnissen ist die Unterweisung unverzüglich zu aktualisieren und die Dokumentation entsprechend anzupassen. Eine lückenlose Dokumentation erleichtert nicht nur die interne Kontrolle, sondern dient auch als Nachweis gegenüber Aufsichtsbehörden und Berufsgenossenschaften.
In der Praxis
Was Verantwortliche wissen müssen
Checkliste
Das sollten Sie prüfen
- Sind alle gefährdenden rollenden, gleitenden oder kippenden Teile ausreichend umschützt oder abgeschirmt?
- Geben Not-Aus-Schalter innerhalb erreichbarer Reichweite und sind sie deutlich gekennzeichnet?
- Werden Sperrvorrichtungen (Lockout-Tagout) vor Wartungs- oder Reinigungsarbeiten konsequent angewendet?
- Ist die persönliche Schutzausrüstung (Handschuhe, Sicherheitsschuhe, Helm) für die jeweiligen Tätigkeiten verfügbar und getragen?
- Sind Fußwege und Arbeitsbereiche frei von lose liegenden Teilen, die rollen oder kippen könnten?
- Werden Wartungs- und Prüfintervalle gemäß Herstellervorgaben und betrieblichen Vorgaben eingehalten?
- Sind Warnschilder und Bodenmarkierungen in Gefährdungsbereichen eindeutig sichtbar?
- Gibt es eine aktuelle Gefährdungsbeurteilung, die Roll-, Gleit- und Kippbewegungen berücksichtigt?
- Werden Mitarbeitende regelmäßig (mindestens jährlich) unterwiesen und erfolgt eine Unterschrift zur Bestätigung?
- Wird bei Unfällen oder Near-Misses eine Ursachenanalyse durchgeführt und die Unterweisung ggf. angepasst?
Häufige Fehler
Das geht oft schief
- Fehlende oder unvollständige GefährdungsbeurteilungOft wird lediglich die Maschinensicherheit überprüft, ohne spezifische Roll-, Gleit- und Kippgefahren zu erfassen, was zu ungenügenden Schutzmaßnahmen führt.2. Unregelmäßige Unterweisungen: Obwohl jährlich vorgeschrieben, finden Unterweisungen nur bei Einstellung oder nach Unfällen statt, wodurch Wissen schnell verloren geht.3. Unzureichende Lockout-Tagout-Anwendung: Mitarbeiter entfernen Schutzvorrichtungen, ohne die Energiezufuhr zu sperren, was zu schweren Einfangverletzungen führt.4. Fehlende oder falsche PSA: Statt geeigneter Schutzhandschuhe werden beispielsweise Baumwollhandschuhe getragen, die bei bewegten Teilen keinerlei Schutz bieten.5. Blockierte Not-Aus-Schalter: Not-Aus-Einrichtungen werden durch Materialien oder Lagergegenstände verdeckt und sind im Notfall nicht erreichbar.6. Mangelnde Dokumentation: Unterweisungen werden mündlich durchgeführt, ohne Unterschriften oder Unterlagen, wodurch der Nachweis gegenüber der Aufsichtsbehörde fehlt.
Sonderfälle
Das gilt zusätzlich
Häufige Fragen
Fragen zur Unterweisung Mechanische Gefährdung: Roll-, Gleit- und Kippbewegungen
Wie oft muss die Unterweisung zu Roll-, Gleit- und Kippbewegungen wiederholt werden?
Mindestens einmal jährlich gemäß DGUV Vorschrift 1 und § 10 ArbSchG, zudem bei Einstellung, Änderungen der Arbeitsmittel oder nach Unfällen.
Welche Unterlagen müssen für die Dokumentation aufbewahrt werden?
Unterweisungsplan, Teilnehmerliste mit Unterschriften, verwendete Schulungsunterlagen und eine Inhaltszusammenfassung – mindestens fünf Jahre aufbewahrungsfähig.
Sind Schutzhauben immer ausreichend, oder sind zusätzliche Maßnahmen nötig?
Schutzhauben sind technische Grundschutzmaßnahmen; ergänzend sind organisatorische Vorgaben wie Lockout-Tagout und klare Arbeitsanweisungen erforderlich.
Was ist bei einer Kippgefahr bei Hubwagen zu beachten?
Die Last muss zentriert und gesichert sein, der Untergrund eben und tragfähig, und das Fahrzeug darf nur auf dafür vorgesehenen Strecken betrieben werden.
Dürfen Lehrlinge unmittelbar an gefährlichen Maschinen arbeiten?
Nur nach erfolgter Unterweisung und unter Aufsicht eines qualifizierten Fachkrafts; eigenständiges Arbeiten ist erst nach ausreichender Qualifikation erlaubt.
Wie unterscheidet man eine Gleit- von einer Rollbewegung bei Schutzmaßnahmen?
Gleitbewegungen benötigen häufig Führungen und Abstandhalter, Rollbewegungen erfordern Umbauten, die das Wegrollen verhindern (z. B. Sperrklötze oder Anschläge).
Welche Rolle spielt die PSA bei bewegten Teilen?
PSA ist die letzte Schutzlinie nach technischen und organisatorischen Maßnahmen und darf niemals als alleiniger Schutz angesehen werden.
Wie soll bei einem Near-Miss verfahren werden?
Der Vorfall muss unverzüglich gemeldet, analysiert und die Unterweisung sowie ggf. technische Schutzmaßnahmen angepasst werden.
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