Thema · Bäderbetrieb
Legionellen-Unterweisung für Bauhof & Facility Management – gesetzlich vorgeschrieben & digital verfügbar
Rechtssicher · Barrierefrei · Mit Zertifikat
Steckbrief
- Dauer
- ca. 6 Minuten, jederzeit unterbrechbar
- Bereiche
- Bäderbetrieb · Hausmeister · Schulungen allg. · Wasserwirtschaft, Kläranlage
- Rechtsgrundlage
- BioStoffV - Verordnung über Sicherheit und Gesundheitsschutz bei Tätigkeiten mit Biologischen Arbeitsstoffen; IfSG - Gesetz zur Verhütung und Bekämpfung von Infektionskrankheiten beim Menschen
- Nachweis
- Zertifikat automatisch als PDF
- Sprachen
- Deutsch, Englisch, Französisch und weitere
- Kennung
- UWC-Nr. 4079
Ihre Vorteile
Warum Unterweisungscenter?
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Rechtssicher
ArbSchG-konform
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Mehrsprachig
DE, EN, FR u. a.
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Zertifikat
Automatisch als PDF
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Ein Klick
Keine Registrierung
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KISS
Kurz und bündig
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Barrierefrei
WCAG 2.2 AA
Auf dieser Seite
Abschnitt 1
Rechtliche Grundlagen
Zugrunde liegende Regelwerke
- BioStoffV - Verordnung über Sicherheit und Gesundheitsschutz bei Tätigkeiten mit Biologischen Arbeitsstoffen
- IfSG - Gesetz zur Verhütung und Bekämpfung von Infektionskrankheiten beim Menschen
Die Verweise führen zur jeweils herausgebenden Stelle.
Abschnitt 2
Pflichten des Arbeitgebers
Abschnitt 3
Inhalte der Unterweisung
- Was sind Legionellen? Bakterien der Gattung Legionella pneumophila und verwandte Arten, natürlich im Trinkwasser vorhanden
- Verbreitungswege: Aerosole aus Duschen, Brausearmaturen, Klimaanlagen, Springbrunnen, Kühltürme
- Krankheitsbilder: Legionärskrankheit (schwere Pneumonie), Pontiac-Fieber (leichter Verlauf)
Gefährdungserkennung am Bauhof
- Kritische Anlagen: Warmwasserspeicher, Leitungsnetze, Not- und Löschwasserleitungen, mobile Duschanlagen auf Baustellen
- Risikofaktoren: Stagnation, Temperaturlücken, biofilmbildung, mangelnde Wartung
- Praxisbeispiel: Bauhof stellt mobile Sanitärcontainer auf Großbaustelle – Stagnation über Wochenende führt zu Keimwachstum
Vorbeugende Maßnahmen (TOP-Prinzip)
- Technische Maßnahmen: Temperaturführung > 60 °C im Speicher, < 20 °C im Kaltwasser, Durchflussbegrenzer, regelmäßiges Spülen
- Organisatorische Maßnahmen: Wartungspläne, Stagnationsvermeidung, Kennzeichnung risikobehafteter Stellen, Betriebsanleitungen
- Personelle Schutzausrüstung: Atemschutz bei Arbeiten in Kühltürmen, Handschuhe, ggf. Augenschutz
Verhalten bei Verdacht
- Sofortmaßnahmen: Abbruch der Tätigkeit, Absperren der Anlage, Meldung an Vorgesetzten
- Probenahme und Labordiagnostik: Koordination durch Fachfirma
- Dokumentation: Ereignisprotokoll, ggf. Arbeitsmedizinische Vorsorge
Abschnitt 4
Gefährdungen & Schutzmaßnahmen
- Stagnation: Wochenende/Betriebsferien – Wasser steht still, Legionellen vermehren sich
- Temperaturlücken: Heizungsausfall, defekte Thermostatventile, fehlende Nachheizung
- Nicht oder falsch gereinigte Brausearmaturen, Ablagerungen (Kalk, Biofilm)
- Mobile Sanitäreinheiten ohne regelmäßige Desinfektion
Schutzmaßnahmen nach TOP-Prinzip
- Technisch: Durchflusstemperatur über 55 °C nach jeder Zapfstelle, regelmäßiger Thermische Desinfektions-Durchlauf (70 °C für 3 Minuten), Kaltdurchlauf < 25 °C, Einbau von Punkt-of-Use-Filtern bei Risikobereichen
- Organisatorisch: Wartungs- und Spülpläne (z. B. alle 2 Wochen für selten genutzte Leitungen), Kennzeichnung „Nicht für Trinkzwecke“ bei Notwasserleitungen, Schulung externer Monteure
- Personell: Atemschutz FFP2 bei Reinigung von Kühltürmen, Schutzhandschuhe, ggf. Vollschutzanzug, arbeitsmedizinische Vorsorge bei häufigem Umgang mit Legionellen-Risikoanlagen
Abschnitt 5
Zielgruppen & Branchen
Abschnitt 6
Intervalle & Dokumentation
In der Praxis
Was Verantwortliche wissen müssen
Checkliste
Das sollten Sie prüfen
- Gefährdungsbeurteilung aller Trinkwasser-Installationen liegt schriftlich vor und ist aktuell?
- Temperaturprotokoll: Kaltwasser < 20 °C, Warmwasser > 60 °C in Speicher und Leitungen?
- Spülplan für selten genutzte Leitungen (z. B. Notduschen, Baucontainer) vorhanden und umgesetzt?
- Alle Mitarbeiter haben die Erst-Unterweisung UWC-4079 und ggf. Nachschulung erhalten?
- Externe Monteure und Reinigungsfirmen haben gültige Unterweisungsnachweise vorgelegt?
- Mobile Sanitäreinheiten nach jedem Einsatz thermisch desinfiziert und protokolliert?
- Auffällige Proben (Legionellen > 100 KBE/100 ml) gemeldet und Gegenmaßnahmen eingeleitet?
- Dokumente (Gefährdungsbeurteilung, Unterweisungsnachweise, Temperatur- und Spülprotokolle) 10 Jahre archiviert?
Häufige Fehler
Das geht oft schief
- Keine Gefährdungsbeurteilung für mobile SanitäreinheitenViele Bauhöfe vergessen, dass Veranstaltungs- oder Baustellencontainer ebenfalls zu beurteilen sind.
- Temperaturprotokoll nur auf Papier ohne KonsequenzenGemessene Auffälligkeiten werden nicht abgestellt (Thermostatventil defekt), sodass das Protokoll nur "Alibi-Papierkram" darstellt.
- Unterweisungsnachweis fehlt für externe ReinigungskräfteDie Reinigung von Klimaanlagen oder Brauseanlagen wird ausgelagert, aber die Schulungsnachweise der Fremdfirmen werden nicht eingefordert.
- Spülplan nur aufgestellt, aber nicht gelebtAm Freitag wird die Baustelle verlassen – die Leitung „Brause Container C“ bleibt ungespült bis Montag, Legionellen haben 48 Stunden Wachstumszeit.
- Nachschulung vergessenDie Erstunterweisung liegt vor, aber das 24-Monats-Intervall wird überschritten, weil kein Erinnerungssystem existiert.
Sonderfälle
Das gilt zusätzlich
- Schwangere & Immungeschwächte Für diese Personengruppen gelten verschärfte Schutzmaßnahmen. So sollte an Arbeitsplätzen mit erhöhtem Legionellenrisiko (z. B. Klinik-Bauhof) ein individuelles Risiko-Assessment erfolgen. Bei Schwangeren kann ein Versetzungsanspruch nach MuSchG bestehen, wenn keine ausreichenden technischen Schutzmaßnahmen getroffen werden können.
- Jugendliche & Auszubildende § 10 Jugendarbeitsschutzgesetz (JArbSchG) verlangt eine verstärkte Aufklärung und Betreuung. Die Unterweisung muss altersgerecht gestaltet sein – ggf. in Kleingruppen oder mit erklärenden Videos.
Häufige Fragen
Fragen zur Unterweisung Legionellen
Wie oft muss die Unterweisung wiederholt werden?
Grundsätzlich alle 12 bis 24 Monate. Bei konkreten Auffälligkeiten (z. B. Legionellen-Fund > 1.000 KBE/100 ml) sofort wiederholen.
Ist die Online-Schulung UWC-4079 anerkannt?
Ja, sie erfüllt die Anforderungen der DGUV Vorschrift 1 § 12 und ist von der DGUV als Online-Format akzeptiert.
Müssen auch externe Monteure unterwiesen werden?
Der Arbeitgeber muss sicherstellen, dass externe Personen adäquat geschult sind. Akzeptiert werden gültige Nachweise (z. B. Bescheinigung eines anerkannten Trägers).
Was tun bei positivem Legionellen-Befund?
Sofort: Verbrauch verbieten, Technische Desinfektion (70 °C, 3 min) oder chemische Desinfektion, erneute Probe, ggf. Arbeitsmedizinische Vorsorge.
Gilt die Schulung nur für Bauhof-Mitarbeiter?
Nein, auch Reinigungskräfte, Helfer auf Baustellen, Techniker und Facility-Manager sind einzubeziehen, wenn sie Zugang zu Trinkwasser-Installationen haben.
Wie dokumentiere ich die Temperaturkontrolle?
Verwenden Sie ein einfaches Formular mit Datum, Uhrzeit, Messstelle, Temperaturwert und Unterschrift. Mindestens monatlich prüfen.
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