Thema · Arbeitsschutz
Unterweisung Ladungssicherung – Rechtssicher & Praxisnah
Rechtssicher · Barrierefrei · Mit Zertifikat
Steckbrief
- Dauer
- ca. 5 Minuten, jederzeit unterbrechbar
- Bereiche
- Arbeitsschutz · Bauhof · Fahrzeuge · Hausmeister · Maschinen, Geräte
- Rechtsgrundlage
- DGUV Information 208-048 - Sicherung palettierter Ladeeinheiten; DGUV Regel 114-615 - Branche Güterkraftverkehr – Gütertransport im Straßenverkehr
- Nachweis
- Zertifikat automatisch als PDF
- Sprachen
- Deutsch, Englisch, Französisch und weitere
- Kennung
- UWC-Nr. 4043
Ihre Vorteile
Warum Unterweisungscenter?
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Rechtssicher
ArbSchG-konform
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Mehrsprachig
DE, EN, FR u. a.
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Zertifikat
Automatisch als PDF
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Keine Registrierung
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Kurz und bündig
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Barrierefrei
WCAG 2.2 AA
Auf dieser Seite
Abschnitt 1
Rechtliche Grundlagen
Zugrunde liegende Regelwerke
- DGUV Information 208-048 - Sicherung palettierter Ladeeinheiten · Ausgabe 2017.06
- DGUV Regel 114-615 - Branche Güterkraftverkehr – Gütertransport im Straßenverkehr · Ausgabe 2021.04
- DGUV Vorschrift 70 - Fahrzeuge · Ausgabe 1990.10 aktualisierte
Die Verweise führen zur jeweils herausgebenden Stelle.
Abschnitt 2
Pflichten des Arbeitgebers
Abschnitt 3
Inhalte der Unterweisung
1. Rechtsrahmen & Haftung verstehen
Die Teilnehmer lernen die Bedeutung von § 22 StVO, DIN EN 12195 und ArbSchG § 6 kennen. Anhand realer Bußgeld- und Schadensfälle wird verdeutlicht, wer (Halter, Fahrer, Lagerpersonal) wann haftet.
2. Form- und kraftschlüssige Ladungssicherung
- Formschluss: Ladegut wird durch Lkw-Wand oder Rungen seitlich gehalten (z. B. Europool-Paletten an Stirnwand).
- Kraftschluss: Ladung wird durch Reibkraft gesichert – hier spielen Reibwert, Gewichtskraft und Vorspannkraft eine zentrale Rolle.
- Berechnung der erforderlichen Vorspannkraft nach DIN EN 12195-1, Formel: F ≥ 0,8 × m × g × (c - μ).
3. Sicherungsmittel richtig auswählen, prüfen und einsetzen
- Spanngurte: Erkennen von GS-Kennzeichen, Prüfetikett, Bruchkraft (LC 2 500 daN).
- Antirutschmatten: Reibwert μ ≥ 0,6, regelmäßige UV-Schäden prüfen.
- Rungen, Lochböden, Gurtschienen: Montagevorschrift Hersteller beachten.
4. Praxisbeispiele Be- und Entladung
- Palettenware: Reihenfolge „schwer unten / leicht oben“, Richtung der Palette parallel zur Fahrtrichtung, 30-cm-Abstand zur Stirnwand.
- Langgut (Stahlträger): Auflagepunkte gleichmäßig verteilen, zusätzliche Rungen einsetzen, mindestens zwei Gurte pro Lademeter.
- Maschinen: Zentrierung über Radblocker, zusätzliche Keile gegen Wegrollen, Sicherung gegen Verrutschen mit Formschlossätzen.
5. Sicherheit während Be- und Entladung
- Nutzung von Laderampen mit Geländer und Anti-Rutsch-Belag.
- Fahrzeug vor dem Be- und Entladen sichern: Feststellbremse, Radkeile, Warnweste.
6. Dokumentation & Nachweis
Teilnehmer erhalten eine Checkliste „Ladungssicherung“ und lernen, wie der digitale Nachweis im Online-Tool erbracht wird – inklusive Upload von Fotos der gesicherten Ladung für Audits.
Abschnitt 4
Gefährdungen & Schutzmaßnahmen
- Rutschen / Kippen: Verlust der Standsicherheit bei abruptem Bremsen oder Kurvenfahrt.
- Sturz aus Höhe: Mitarbeiter fallen beim Be- und Entladen aus Laderaum (≥ 1 m).
- Quetsch- & Scherkräfte: Unzureichende Abstände zwischen Ladung und Kabine.
- UV-Schäden an Gurten: Verringerte Bruchkraft durch längere Sonneneinstrahlung.
TOP-Prinzip anwenden:
- Technische Maßnahmen: Antirutschmatten, rutschfeste Ladeflächen, Gurtschienen.
- Organisatorische Maßnahmen: feste Ladepläne, Kennzeichnung des Ladungsschwerpunkts, regelmäßige Sichtkontrollen.
- Personliche Schutzausrüstung: Sicherheitsschuhe mit rutschhemmender Sohle (EN ISO 20345), Warnweste (EN 471), Helm (EN 397).
Abschnitt 5
Zielgruppen & Branchen
Abschnitt 6
Intervalle & Dokumentation
In der Praxis
Was Verantwortliche wissen müssen
Checkliste
Das sollten Sie prüfen
- Ladungsgewicht und Schwerpunkt ermittelt und dokumentiert
- Formschluss (Wände/Rungen) oder Kraftschluss (Spanngurte) ausreichend dimensioniert
- Spanngurte mit aktuellem Prüfzeichen und korrekter LC-Wert-Kennzeichnung
- Antirutschmatten UV- und ölfrei, Reibwert ≥ 0,6 vorhanden
- Radkeile & Feststellbremse angelegt, Warnweste getragen
- Unterweisungsnachweis aktuell und digital hinterlegt
Häufige Fehler
Das geht oft schief
- „Gurte einfach über die Palette spannen“Fehler: Keine Vorspannkraftmessung, Gefahr des Rutschens bei 0,4 g Bremsverzögerung.
- Alte Spanngurte ohne Prüfzeichen nutzenFehler: Bruchlast kann < 1 500 daN betragen; Haftungsrisiko nach § 823 BGB.
- Fahrzeug be- und entladen, ohne RadkeileFehler: Lkw rollt leicht weg, Sturz aus Höhe ≥ 1 m droht.
- Ladungssicherung nur „für die Fahrt“ prüfenFehler: Auch beim Umladen im Betriebshof kann es zu Unfällen kommen.
- Keine Dokumentation der jährlichen NachunterweisungFehler: Bußgeld bis 1 000 € nach § 22 StVO + Verwaltungsverfahren.
Sonderfälle
Das gilt zusätzlich
- Ausbildende & Praktikanten gemäß § 6 Abs. 4 ArbSchG innerhalb der ersten Arbeitswoche unterweisen und Einweisung von Ausbilder*innen dokumentieren.
Leiharbeitnehmer: Entleiher muss sicherstellen, dass Unterweisung vom Verleiher zeitnah erfolgt ist; beide Betriebe haften solidarisch.
Häufige Fragen
Fragen zur Unterweisung Ladungssicherung
Wie lange dauert die Online-Schulung?
Etwa 35–45 Minuten plus 10 Minuten für den abschließenden Wissenstest.
Darf ich die Schulung auch für Fahrer aus dem EU-Ausland nutzen?
Ja, wenn die Inhalte den europäischen Normen (DIN EN 12195) entsprechen und die Sprache beherrscht wird.
Muss ich jeden Staplerfahrer zusätzlich nach DGUV Vorschrift 68 unterweisen?
Nein, wenn die Ladungssicherung integraler Bestandteil der Stapler-Schulung ist (kombinierte Sicherheitsunterweisung).
Wer prüft die Bruchkraft der Spanngurte vor Ort?
Eine befähigte Person nach BetrSichV § 3 – in der Praxis oft geprüfte Sicherheitsbeauftragte oder externer Sachverständiger.
Was tun, wenn sich die Ladung während der Fahrt lockert?
Sofort sicher parken, Warnblinkanlage einschalten, Ladung nachspannen; anschließend Unfallbericht und Nachunterweisung durchführen.
Kann ich Fotos als Nachweis nutzen?
Ja, wenn Metadaten (Datum, GPS) vorhanden sind und unveränderbar gespeichert werden.
Gibt es eine Mindestanzahl von Spanngurten pro Palette?
Nach DIN EN 12195-1: Mindestens zwei Gurte pro Palette bei ≤ 400 kg, sonst rechnerisch ermitteln.
Ist eine Wiederholung nach Unfällen Pflicht?
Ja, unverzügliche Nachunterweisung nach Unfall oder Beinahe-Unfall ist § 6 Abs. 2 ArbSchG zu entnehmen.
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