Thema · Arbeitsschutz
Unterweisung Gefahrstoffgefährdung: Aerosole – Schutz vor feinen Partikeln
Rechtssicher · Barrierefrei · Mit Zertifikat
Steckbrief
- Dauer
- ca. 5 Minuten, jederzeit unterbrechbar
- Bereiche
- Arbeitsschutz · Bauhof · Gefahrstoffe, Stoffe
- Rechtsgrundlage
- DGUV Information 213-021 - Nanomaterialien am Arbeitsplatz; GefStoffV - Verordnung zum Schutz vor Gefahrstoffen*)
- Nachweis
- Zertifikat automatisch als PDF
- Sprachen
- Deutsch, Englisch, Französisch und weitere
- Kennung
- UWC-Nr. 7055
Ihre Vorteile
Warum Unterweisungscenter?
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Rechtssicher
ArbSchG-konform
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DE, EN, FR u. a.
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WCAG 2.2 AA
Auf dieser Seite
Abschnitt 1
Rechtliche Grundlagen
Zugrunde liegende Regelwerke
- DGUV Information 213-021 - Nanomaterialien am Arbeitsplatz · Ausgabe 2010.05
- GefStoffV - Verordnung zum Schutz vor Gefahrstoffen*)
- TRGS 400 - Gefährdungsbeurteilung für Tätigkeiten mit Gefahrstoffen
Die Verweise führen zur jeweils herausgebenden Stelle.
Abschnitt 2
Pflichten des Arbeitgebers
Abschnitt 3
Inhalte der Unterweisung
1. Erkennen von Aerosolen und Nanopartikeln
- Unterscheidung fester und flüssiger Aerosole
- Größenverteilung und Lungengängigkeit (PM10, PM2,5, Nanopartikel < 100 nm)
- Typische Quellen im Betrieb: Sprühprozesse, Schleifarbeiten, Laser- und Schweißrauchen, Reinigungsarbeiten
2. Gesundheitliche Auswirkungen
- Mechanismen der Partikelablagerung in der Lunge
- Kurzzeitwirkungen: Reizung der Atemwege, Husten, allergische Reaktionen
- Langzeitwirkungen: Silikose, COPD, Lungenkrebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen
3. Schutzmaßnahmen – Technik und Organisation
- Absaugung und Lüftung gemäß DGUV Regel 109-002
- Prozesskontrolle: Nassverfahren statt Trockenverfahren, Einsatz in geschlossenen Systemen
- Zeitliche Limitierung der Exposition, Bereitstellung von Abluftarbeitsplätzen
4. Persönliche Schutzausrüstung „Arbeitsplatzlüftung - Lufttechnische Maßnahmen“
- Atemschutzfilterklassen: FFP1, FFP2, FFP3 – Auswahl nach Grenzwert und Stoffart
- Dichtigkeitsprüfung (Dichtigkeits-Check vor jedem Gebrauch)
- Korrektes An- und Ablegen der Maske, Umgang mit Bart/Bartkante
- Schutzanzüge: Typ 5 (Partikel-Schutzanzug) und Typ 6 (Begrenzt partikel-dicht)
- Handschuhe aus Nitril oder Butyl, falls Hautkontakt droht
5. Umgang mit PSA
- Lagerung in verschlossenen Beuteln, Schutz vor Feuchtigkeit und UV-Strahlung
- Regelmäßige Sichtprüfung auf Beschädigung
- Entsorgung kontaminierter PSA gemäß EAK-Code 150202 (chemisch kontaminierte Ausrüstung)
6. Verhalten im Gefahrenfall
- Erste Hilfe bei akuten Atemwegsreizungen: Frischluft, ggf. Notarzt rufen
- Alarmplan und Unfallmeldebogen gemäß DGUV Vorschrift 1 § 23
- Reinigung kontaminierter Bereiche mit geeigneten Staubsaugern der Klasse H (HEPA-Filter)
Abschnitt 4
Gefährdungen & Schutzmaßnahmen
Abschnitt 5
Zielgruppen & Branchen
- Metall- und Stahlindustrie: Schweiß- und Schleifrauch, Hartmetall-Stäube
- Lackier- und Beschichtungsbetriebe: Sprühnebel aus Lösungsmitteln und Pigmenten
- Reinigungsbranche: Bioaerosole, Desinfektionsmittel-Aerosole
- Pharma & Chemie: Nanopartikel bei der Herstellung von Wirkstoffen
- Bau- und Sanierungsgewerbe: Quarzstaub, Asbestfasern, Gips- und Zement-Staub
Abschnitt 6
Intervalle & Dokumentation
In der Praxis
Was Verantwortliche wissen müssen
Checkliste
Das sollten Sie prüfen
- Gefährdungsbeurteilung zu Aerosolen aktuell und unterschrieben?
- Mitarbeitende wissen, welche Aerosole in ihrem Arbeitsbereich auftreten?
- FFP-Masken der richtigen Filterklasse vorhanden und geprüft?
- Fit-Test für alle FFP-Trägerinnen und -Träger durchgeführt (max. 1 Jahr)?
- Absaug-/Lüftungsanlagen gewartet und Funktionsprüfung dokumentiert?
- PSA-Lagerung kontaminationsfrei und UV-geschützt?
- Entsorgungswege für kontaminierte PSA und Filter festgelegt?
- Unfall- und Gefahrenmeldungen der letzten 12 Monate ausgewertet und Maßnahmen abgeleitet?
Häufige Fehler
Das geht oft schief
- FFP-Masken ohne Fit-Test einsetzenOhne individuelle Anpassung besteht Undichtigkeit. Lösung: jährlicher Fit-Test durch Sicherheitsfachkraft.
- Zertifikate nicht aktualisierenUnterweisungsnachweise werden vergessen und sind nach 12 Monaten ungültig. Automatische Erinnerung durch digitale Plattform verhindert das.
- Nanopartikel unterschätzenUltrafeine Partikel werden oft nicht als Gefahr erkannt. Gefährdungsbeurteilung muss explizit Nanomaterialien abdecken.
- PSA falsch entsorgenKontaminierte Masken landen im Hausmüll. Richtig: EAK-Code 150202 und Sammlung durch zertifizierten Entsorger.
Sonderfälle
Das gilt zusätzlich
- Jugendliche und Schwangere
Gemäß Jugendarbeitsschutzgesetz (JArbSchG) § 4 und § 8 dürfen Jugendliche nicht mit krebserzeugenden Aerosolen (z. B. Nickel-Staub) beschäftigt werden. Bei Schwangeren ist nach MuSchG § 10 eine sofortige Gefährdungsbeurteilung anzupassen und ggf. eine Versetzung in aerosolfreie Bereiche vorzunehmen.
Häufige Fragen
Fragen zur Unterweisung Gefahrstoffgefährdung: Aerosole
Muss ich für kurze Reinigungsarbeiten mit Aerosolen wirklich eine Gefährdungsbeurteilung machen?
Ja. Bereits das gelegentliche Sprühen von Reinigungsmitteln erzeugt flüssige Aerosole. Die Gefährdungsbeurteilung muss die Expositionszeit, die Konzentration und die Schutzmaßnahmen festlegen.
Was ist der Unterschied zwischen FFP2 und FFP3 bei Aerosolen?
FFP2 filtern mindestens 94 % der Partikel (Schutzfaktor 10), FFP3 mindestens 99 % (Schutzfaktor 20). Für Nanopartikel oder krebserzeugende Stäube ist FFP3 zwingend.
Darf ich die Unterweisung intern durchführen oder brauche ich einen externen Dienstleister?
Das ArbSchG verlangt lediglich, dass die unterweisende Person geeignet ist. Eine Sicherheitsfachkraft oder qualifizierte Fachkraft für Arbeitssicherheit kann intern unterweisen. Unsere Online-Unterweisung ersetzt nicht die Fachkunde, liefert aber vorgeprüfte Inhalte.
Wie lange dauert die Online-Unterweisung?
Ca. 18–20 Minuten inklusive Praxis-Quiz. Nach erfolgreichem Abschluss erhalten die Mitarbeitenden ein automatisiertes Zertifikat.
Gelten dieselben Regeln für Bioaerosole wie für chemische?
Grundsätzlich ja. Für Bioaerosole (z. B. Schimmelpilzsporen) gelten dieselben Grenzwerte gemäß TRBA 430. Die Auswahl der PSA orientiert sich am Schutz vor Partikeln.
Sind Nano-Aerosole immer krebserzeugend?
Nicht zwingend. Das Risiko hängt von Stoff, Größe und Oberflächeneigenschaften ab. Die Gefährdungsbeurteilung muss aber den Umgang mit Nanomaterialien ausdrücklich adressieren (TRGS 527).
Was tun, wenn die FFP-Maske im Fit-Test undicht ist?
Andere Größe oder Modell wählen, ggf. Vollmaske mit Anschluss an Druckluft (Einsatz nur nach arbeitsmedizinischer Vorsorge).
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