Thema · Arbeitsschutz

Unterweisung Erste Hilfe in Kindertageseinrichtungen – Rechtssicherheit für Kita, Hort & Schule

Rechtssicher · Barrierefrei · Mit Zertifikat

UWC-Nr. 7103 ca. 9 Minuten Lernzeit

Aufenthaltsraum einer Jugendhilfe-Einrichtung mit Sofas und Leseecke

Steckbrief

Dauer
ca. 9 Minuten, jederzeit unterbrechbar
Bereiche
Arbeitsschutz · Erste Hilfe · Kinderhilfe, Jugendhilfe · Pädagogisch
Rechtsgrundlage
DGUV Information 202-089 - „Erste Hilfe in Kindertageseinrichtungen; DGUV Information 204-006 - "Anleitung zur Ersten Hilfe
Nachweis
Zertifikat automatisch als PDF
Sprachen
Deutsch, Englisch, Französisch und weitere
Kennung
UWC-Nr. 7103

Ihre Vorteile

Warum Unterweisungscenter?

  • Rechtssicher

    ArbSchG-konform

  • Mehrsprachig

    DE, EN, FR u. a.

  • Zertifikat

    Automatisch als PDF

  • Ein Klick

    Keine Registrierung

  • KISS

    Kurz und bündig

  • Barrierefrei

    WCAG 2.2 AA

Auf dieser Seite
In Kindertageseinrichtungen tragen pädagogische Fachkräfte nicht nur Bildungs-, sondern auch Sorgepflicht für kleine Menschen. Ein plötzlicher Krampfanfall, ein Sturz vom Klettergerüst oder ein Fremdkörper in den Atemwegen kann jederzeit geschehen. Die Fähigkeit, sofort richtig zu reagieren, ist deshalb keine freiwillige Zusatzqualifikation, sondern arbeitsrechtliche Pflicht. Unsere praxisnahe Online-Unterweisung „Erste Hilfe in Kindertageseinrichtungen“ (UWC-Nr. 7103) vermittelt pädagogisches Personal genau das Wissen, das in kritischen Sekunden zählt – und erfüllt gleichzeitig die gesetzlichen Anforderungen nach ArbSchG §12 sowie DGUV Vorschrift 1 und 2. Passgenau auf die Besonderheiten von Kita, Hort und Schule zugeschnitten, lernen Sie, welche Voraussetzungen vorab geschaffen werden müssen, welche Maßnahmen sofort einzuleiten sind und wie die Dokumentation nach einem Erste-Hilfe-Einsatz rechtskonform erfolgt.

Abschnitt 1

Rechtliche Grundlagen

Die rechtliche Verpflichtung zur Erste-Hilfe-Unterweisung ergibt sich aus mehreren Regelwerken:

  • Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) §12: Der Arbeitgeber hat die Beschäftigten „bei der Vermeidung von Arbeitsunfällen … über Maßnahmen der Ersten Hilfe, einschließlich der Herz-Lungen-Wiederbelebung, zu unterweisen“.
  • DGUV Vorschrift 1 (Grundsätze der DGUV) §7: Bestimmte Tätigkeiten – zu denen der Umgang mit Kindern nach DGUV Information 207-006 zählt – machen „wiederkehrende Unterweisungen“ notwendig.
  • DGUV Vorschrift 2 (Unfallverhütungsvorschrift „Arbeitsstätten“) §26: Betriebe müssen „geeignete Betriebsmittel und Einrichtungen für Erste Hilfe“ bereithalten. Die Mitarbeitenden müssen „in der Benutzung“ unterwiesen werden.
  • SGB VII §20: Die Berufsgenossenschaften schreiben vor, dass Unternehmen „Geeignete Vorkehrungen gegen Arbeitsunfälle … zu treffen“ haben; dazu zählt auch ausreichend geschultes Personal.
  • Kindergarten-/KitaG der Länder: Viele Landeskinderbildungsgesetze (z. B. BayKiBiG §45, KiBiz NRW §48) konkretisieren die Pflicht zur Ersten-Hilfe-Ausbildung für pädagogisches Personal.

Abschnitt 2

Pflichten des Arbeitgebers

Unterweisungspflicht: Träger von Kindertageseinrichtungen müssen alle pädagogischen Fachkräfte und pädagogisch tätigen Hilfskräfte vor Arbeitsaufnahme und anschließend mindestens alle zwei Jahre (DGUV Vorschrift 1 §7 Abs. 4) unterweisen. Die Schulung muss arbeitsplatz- und altersgruppenspezifisch sein.

Gefährdungsbeurteilung: Nach ArbSchG §5 hat der Träger zu prüfen, welche Gefährdungen für Kinder und Personal entstehen können, z. B. Stolperfallen im Gruppenraum, allergische Reaktionen oder Krankheitsanfälle. Daraus leiten sich die notwendigen Erste-Hilfe-Maßnahmen ab.

Dokumentation: Nach ArbSchG §6 muss die Unterweisung inhaltlich und zeitlich nachweisbar sein. Die Nachweise sind fünf Jahre aufzubewahren und auf Verlangen der zuständigen Berufsgenossenschaft vorzulegen. Bei Erste-Hilfe-Leistungen ist ein Versorgungsprotokoll zu führen, das spätestens am Folgetag dem Träger vorliegt.

Abschnitt 3

Inhalte der Unterweisung

1. Voraussetzungen vorab sicherstellen

  • Erste-Hilfe-Material prüfen: Verbandkästen gemäß DIN 13164 „K“ (Kinder) an zentralen Orten und auf dem Spielplatz, Notarztruf 112 frei wählbar, Rettungsplan mit Adresse und Wegbeschreibung.
  • Notfallkarte pro Kind: Elternkontakt, Allergien, Medikamente, Einverständnis Erste-Hilfe-Maßnahmen.
  • Schulung der Mitarbeitenden: Mindestens eine Person pro Gruppe/Standort mit 9-stündiger Erste-Hilfe-Ausbildung (DGUV Grundkurs) und alle weiteren Mitarbeitenden mit der obligatorischen Unterweisung.

2. Sofortmaßnahmen bei drohenden Notfällen

  • Sicherung der Unfallstelle: Andere Kinder ablenken und in Sicherheit bringen, kritische Situationen (Glasscherben, Verkehr) abwehren.
  • Erste Hilfe leisten: Stabile Seitenlage bei Bewusstlosigkeit, kontrolliertes Atmen prüfen, Kind in Pronation lagern (Säuglinge), Fremdkörper-Entfernung nach BLS-Algorithmus.
  • Notruf absetzen: Klare Lagebeschreibung, Pädagogik vor Ort, Eltern informieren, Arztbesuch begleiten.

3. Praxisbeispiele aus Kitas

  • Sturz vom Klettergerüst: Schock lagerung, Verdacht auf Wirbelsäulenverletzung erkennen, Rettungsdienst alarmieren.
  • Krampfanfall (Fieberkrämpfe):strong> Kind seitlich lagern, Zunge freihalten, Zeit stoppen, Eltern und Notarzt informieren.
  • Allergische Reaktion: Symptome erkennen (Hautrötung, Atemnot), Notfallset (z. B. EpiPen) anwenden, Lagebeschreibung an Notarzt weitergeben.

4. Dokumentation nach Erste-Hilfe-Leistung

  • Versorgungsprotokoll: Unfallhergang, durchgeführte Maßnahmen, Zeitpunkte, Unterschrift der leitenden Fachkraft.
  • Meldepflicht: Bei Arbeitsunfällen innerhalb von drei Tagen der zuständigen Berufsgenossenschaft melden (DGUV Vorschrift 1 §26).
  • Elterngespräch: Transparente Information, Empfehlung ärztlicher Nachsorge, Datenschutz (DSGVO) beachten.

Abschnitt 4

Gefährdungen & Schutzmaßnahmen

Konkrete Gefährdungen in Kitas & Horten:

  • Stolper- und Sturzrisiken: Unbeaufsichtigtes Klettern, nasse Böden nach dem Morgenkreis.
  • Fremdkörper in den Atemwegen: Kleinteile, Essensreste, Spielzeuge.
  • Hautkontakt mit Allergenen: Pollen, Tierhaare, Lebensmittel (Erdnuss, Milch).
  • Infektionsrisiken: Hände-des-Infektionsschutzes, Blut, Erbrochenes.

TOP-Prinzip anwenden:

  • T echnische Maßnahmen: Rutschfeste Matten, kindgerechte Geländerhöhen, allergikerfreundliche Materialien.
  • O rganisatorische Maßnahmen: Kleingruppen bei gefährlichen Aktivitäten, feste Erste-Hilfe-Kontaktperson pro Gruppe, Elterninformationsabende.
  • P ersonelle Maßnahmen: Regelmäßige Unterweisung, Herz-Lungen-Wiederbelebung-Training in der Teameinheit, psychologische Erste-Hilfe-Kurse für Leitungspersonal.

Abschnitt 5

Zielgruppen & Branchen

Diese Unterweisung ist konzipiert für:

  • Erzieher*innen, Tagespflegepersonen und Hortleiter*innen in kommunalen und freien Trägern
  • Kinderpfleger*innen und Sozialassistent*innen in Schulkindernbetreuung und Ganztagsschulen
  • Pädagogische Fachkräfte in Integrationskindergärten und Waldkindergärten
  • Leitungskräfte (Kita-Leitung, Hort-Leitung), die die Einhaltung der Schulungsnachweise sicherstellen müssen

Besonderheiten: Bei Integrationskindern sind medizinische Grundkenntnisse (z. B. Umgang mit Epilepsie, Diabetes) erforderlich, bei Waldkindergärten gelten zusätzliche Risiken wie Insektenstiche und Unterkühlung.

Abschnitt 6

Intervalle & Dokumentation

Regelintervall: Erste Unterweisung vor Arbeitsbeginn, anschließend alle 24 Monate (DGUV Vorschrift 1 §7 Abs. 4). Bei Wechsel der Einrichtung oder nach schwerwiegenden Zwischenfällen ist eine außerplanmäßige Wiederholung erforderlich.

Dokumentation: Teilnahmebescheinigung mit Inhaltsangabe (Modul „Erste Hilfe in Kindertageseinrichtungen“, UWC-Nr. 7103), Namensliste und Unterschrift der Teilnehmenden. Nach DGUV Vorschrift 1 §28 sind die Nachweise fünf Jahre aufzubewahren; digitaler Speicherort: Personalakte oder Lernmanagementsystem (DSGVO-konform).

Versorgungsprotokoll: Bei jedem Einsatz sofortiges Ausfüllen, spätestens nach Dienstende der Einrichtungsleitung übergeben. Aufbewahrungsfrist: zehn Jahre nach Arbeitsunfall, da ggf. Beweismittel in Haftungsfragen.

In der Praxis

Was Verantwortliche wissen müssen

Checkliste

Das sollten Sie prüfen

  • Erste-Hilfe-Koffer DIN 13164 „K“ vollständig und unbeschädigt?
  • Notfallkarte für jedes Kind aktuell in der Gruppe hinterlegt?
  • Letzte Unterweisung liegt nicht länger als 24 Monate zurück?
  • Mindestens eine Fachkraft pro Gruppe mit 9-stündigem Erste-Hilfe-Kurs?
  • Notfallplan mit Adresse und Wegbeschreibung aushängend?
  • Elternbrief zur Erste-Hilfe-Einwilligung unterschrieben?
  • Versorgungsprotokoll-Vorlagen vorrätig und stabiler Kugelschreifer?
  • Hygiene- und Infektionsschutz-Set (Handschuhe, Beatmungsfolie) enthalten?

Häufige Fehler

Das geht oft schief

  1. Schulungsintervalle verpasst
    Erzieher*innen wechseln zwischen Einrichtungen und die Fristen werden nicht dokumentiert.
  2. Falscher Verbandkasten
    Standard-Ersthelferkoffer statt DIN 13164 „K“ – fehlende Kindergrößen und Pinzetten.
  3. Eltern fehlinformieren
    Nicht alle Eltern wissen, dass Erste-Hilfe-Maßnahmen ohne ärztliche Anordnung erlaubt sind.
  4. Keine zentrale Notfallkarte
    Notfallinfos liegen verstreut in den Gruppen – Zeitverlust bei Notruf.
  5. Unterweisung nur „auf dem Papier“
    E-Learning absolviert, aber kein praktisches Training – Wissenslücken bleiben.
  6. Kein Versorgungsprotokoll
    Ersthelfer vergessen den Vordruck auszufüllen – Haftungsrisiko im Streitfall.

Sonderfälle

Das gilt zusätzlich

  • Kinder mit Behinderung
    Individuelle Notfallpläne (z. B. Krampfanfall-Protokoll), spezielle Hilfsmittel (Rollstuhl-Rampen).
  • Säuglinge unter 12 Monaten
    Anpassung der Wiederbelebungstechnik (zwei-Finger-Druck), stabile Seitenlage modifiziert.
  • Nicht-deutschsprachige Eltern
    Notfallkarten zweisprachig (Deutsch/Englisch/Arabisch), visuelle Symbole.

Häufige Fragen

Fragen zur Unterweisung Erste Hilfe in Kindertageseinrichtungen

Muss ich als Praktikant*in auch unterwiesen werden?

Ja, nach ArbSchG §12 gilt die Pflicht für alle Beschäftigten – unabhängig vom Vertragsverhältnis.

  • Wie lange dauert die Online-Unterweisung?

    Ca. 60–90 Minuten inklusive interaktiver Praxisvideos und Abschlusstest.

  • Darf ich Medikamente verabreichen (z. B. Epipen)?

    Nur mit schriftlicher Einverständniserklärung der Eltern. In akuten Notfällen ist die Lebensrettung höherwertig.

  • Welche Frist gilt bei Personalwechsel zur Nachschulung?

    Innerhalb von vier Wochen nach Dienstantritt im neuen Betrieb.

  • Ist die Online-Ausbildung anerkannt?

    Ja, sie erfüllt die Anforderungen der DGUV Vorschriften 1 & 2 und ist von den Berufsgenossenschaften akzeptiert.

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